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Montag, 29. November 2010

Shibari, alltagstauglich

Wieder einmal ein Beispiel, dass sich die einschlägigen Knotenkünste auch in ganz unverdächtigem Zusammenhang einsetzen lassen: Dieser freundliche Herr zeigt in seiner Videoanleitung, wie sich ein Seil als Alternative zur Laptop-Tasche einsetzen lässt. Stilistisch nicht aufregend, doch es wird deutlich, wie wichtig das Denken in Ankerpunkten für eine stabile Seilführung ist. Und wenn man so gerüstet ins Business-Meeting geht, hat man gegebenenfalls ein probates Mittel parat, um Verhandlungen in seinem Sinne zu beeinflussen.

Montag, 15. November 2010

Hier, bei der Arbeit

Auch dünnes Seil ist ausbruchssicher

Teamwork stellt auch Krawallsubbies ruhig

Am Wochenende war – wie schon öfter in der letzten Zeit – wieder einmal Workshop angesagt. Ein Teilnehmer eines früheren Termins war am Aufbaukurs in Seil- und Knotenkunde interessiert und hatte eine Interessentin von seinem Stammtisch als Übungsobjekt mitgebracht. Die Begünstige war begeistert von der Gelegenheit, sich nach allen Regeln der Kunst verschnüren zu lassen, und für jede Gemeinheit zu haben – nicht ohne sich mit erheblichen Elan zu wehren und ihren Begleiter auch sonst in der Hoffnung auf härtere Konsequenzen zu provozieren.

Die junge Dame, die sich schon früh über Spielarten jenseits des Vanilla-Mainstreams informieren konnte und deshalb mit ihrem inneren Outing keine Probleme gehabt hatte, war nur mühsam davon abzuhalten, die zur Mittagspause angelegten metallischen Accessoires um Hände und Füße draußen vor der Tür zur Schau zu tragen. In der übrigen Zeit durfte sie die Grenzen ihrer Bewegungsfreiheit in unterschiedlichsten Verwicklungen austesten, vom Hogtie über japanisch inspirierte Bondage bis zur sicheren Befestigung am Stuhl; einzig die angepeilte Flugstunde schenkten wir uns im zweiten Anlauf. Dennoch erstreckte sich der Workshop samt angeregter Plauderei über einschlägige und andere Themen bis spät in die Nacht.

Aus praktischen Gründen hatte ich durchgängig Kunstfaserseile eingesetzt, die der einzige Anlass zur Kritik seitens der Dame waren: Sie vermisste den sie betörenden Duft echten Hanfseils. Gäbe es Parfüm mit dieser Duftnote, wäre sie wohl die beste Kundin des Herstellers. Ansonsten minderte nicht einmal der am folgenden Tag fällige Muskelkater den Spaß am Schnüren und in ihrem Fall Verschnürtwerden.

Auch das Paar vom letzten Workshop hat mittlerweile um ein Fortsetzung gebeten und schon ein paar interessante Wünsche geäußert. Langweilig wird es also nicht.

Montag, 8. November 2010

Immer gut beschäftigt

Entwickeln statt Verwirren

Kaum dreht man sich um, ist das Wochenende schon wieder vorbei. Zwischen allerlei familiären, sportlichen und anderen Verpflichtungen ließ sich jedoch auch manches Einschlägige unterbringen. Beim Workshop am Samstag ergab sich spontan Gelegenheit zu ein paar bunten Bildern (ja, zufällig hatte ich die Kamera dabei), während ich die Herzdame zu Lehr- und Demonstrationszwecken für die wissbegierigen Besucher einpackte.

Am Abend ging es dann auf eine Party, um Entspannen, Tanzen und Spielen aufs Angenehmste zu verbinden. Das neue Seil in den richtigen Farben kam trotz Avis des Herstellers nicht rechtzeitig an, also entschlossen wir uns, die Abendgarderobe der Dame mit dem bereits am Nachmittag eingesetzten gelben Seil zu akzentuieren. Das sorgte für teils interessierte, teils erstaunte Blicke anderer Gäste. Außerdem wurde die Herzdame von einer Bekannten aus einem anderen Online-Umfeld erkannt – die sich allerdings an Ort und Stelle nicht sicher war, deshalb keine direkte Ansprache wagte und sich erst im Nachhinein meldete.

Am Sonntag war eigentlich ein weiteres Treffen geplant, unter anderem, um die Star-Trek-Bilder mit einem dynamischen Damen-Duo umzusetzen. Leider fiel dieses Treffen krankheitsbedingt aus. Nicht zum ersten Mal drängelte sich da ein gewisses gehörntes Eichhörnchen dazwischen. Alle vier Beteiligten werden wir wohl in diesem Jahr nicht mehr an einen Tisch kriegen, wenn das so weitergeht. Dafür konnte ich schon einmal für Weihnachten üben und die in leuchtendem Rot spärlich bekleidete Herzdame mit grünem Seil in ein handliches und handsames Päckchen verwandeln.

Sonntag, 31. Oktober 2010

Halloween-Bondage

Bleiben Sie bitte während des Fluges angeschnallt.

Fesselnde Variation eines bekannten Symbols

Geister, Hexen, Teufel und andere finstere Gestalten: Halloween mag die kommerzielle Umformung der christlich-katholischen Umformung des kulturhistorisch ohnehin nicht gesicherten keltischen Samhain-Festes sein oder nicht – Stimmung, Bräuche, Symbole, Outfits und Kulissen jedenfalls mischen sich auch gerne mit denen einschlägiger Kreise. So lag es nahe, für diesen Tag zusätzlich ein paar Seile ins Spiel zu bringen. Noch einmal vielen Dank an die freiwillige Begünstigte, für die das Fotoshooting zur sportlichen Herausforderung wurde. Auch mit ein paar Tricks war der Ritt auf dem Besen nicht wirklich bequem, und das Halten der Position erforderte viel Kraft und Muskelspannung. Beim nächsten Versuch hole ich noch mindestens einen Assistenten zum Ausrichten von Fluggerät und Pilotin dazu. Die zweite Bondage-Variante war im Vergleich dazu für alle Beteiligten um Einiges einfacher, auch wenn die dekorative Seilführung nicht gleich im ersten Anlauf gelang.

Sonntag, 17. Oktober 2010

Wochenendflug

So, die Bilder sind im Kasten und die Halloween-Einträge hier und andernorts gerettet. Dabei bestätigten sich wieder einmal ein paar Dinge: Papier ist geduldig, und mit dem Zeichenstift sind einige Dinge ganz einfach, die sich bei der Umsetzung in die Realität als deutlich komplexer erweisen. Suspensions sind knifflig, vor allem, wenn man sie nicht so oft macht. Und das Seil meines Flaschenzuges ist immer noch nicht unbedingt hautfreundlich. Außerdem lässt sich das Studio einfacher vorheizen, wenn man auch den Schlüssel dabei hat. Im Übrigen war es ein recht entspannter Nachmittag, nur wie so oft wieder einmal zu kurz für all die Gesprächsthemen und Ideen. Aber da steht ja schon seit einiger Zeit ein Treffen in etwas größerer Runde an, das wir vielleicht demnächst mal wirklich gebacken kriegen.

Samstag, 16. Oktober 2010

Heute back ich, morgen brau ich …

… und übermorgen mach ich der Königin – nun ja, so etwa, auch wenn die Reihenfolge nicht so ganz stimmt, und die Taten nur annähernd. Heute war ich zumindest in der Küche aktiv und auch mit Backzutaten, aber morgen setze ich erst einmal die Inspirationen von neulich in die Tat um: Dank einer kurzentschlossenen Freiwilligen mache ich morgen ein, zwei oder auch mehr Fotos einer Dame in Seilen und setze damit endlich die schon länger angedachten einschlägigen Halloween-Bilder um.

Sonntag, 10. Oktober 2010

Kein Tag wie jeder andere

Bringt mir 42 Jungfern, auf dass ich sie in Not bringen kann! Durch die Tür hinaus, zur linken Reihe, jede nur ein Seil. Warum? Darum natürlich: Heute ist der 10.10.10, und als Binärzahl interpretiert ist das die 42 – das sollte natürlich angemessen begangen werden. Allein, so wie die 42 schon im ersten Anlauf die richtige Antwort auf die falsche Frage war, blieben das Leben, das Universum und der ganze Rest auch heute in erster Linie Mr. Murphy treu. Ob des anhaltenden Trubels nicht nur in meinem direkten Umfeld hatte ich heute leider nicht einmal eine einzige Begünstigte zur Hand, um sie mit 42 Knoten zu dekorieren.

Der Codename „Maverick Meerkat“ statt des angesichts des Datums naheliegenden Bugblatter Beast of Traal bereitete auch auf eine andere kleine Enttäuschung vor: Ubuntu  10.10 wird von den Entwicklern zwar als „Perfect 10“ bezeichnet, aber dennoch ohne Babelfish-Aquarium und Hitchhiker's Guide ausgeliefert.

Eher mit Vorsicht zu genießen dürfte das Vertical Epic Stone 10.10.10 von Stone Brewing sein, das ebenfalls heute seine offizielle Premiere hatte: Ein nach belgischem Vorbild gebrautes Ale aus Muskat-, Gewürztraminer- und Sauvignon-Blanc-Trauben mit Kamille und 9 % Alkohol – da bleibe ich dann doch lieber bei einem Pangalaktischen Donnergurgler.

Wenigstens kam ich zwischen der Arbeit zur Erholung in freier Natur und so zu einigen nicht einschlägigen Fotos. Nebenbei bin ich noch über eine neue Shibari-Figur und ein paar Bildideen für ein Bondage-Shooting zu Halloween gestolpert. Mal sehen, ob sich das rechtzeitig realisieren lässt. Womit wir wieder bei den eingangs erwähnten 42 Jungfern wären … Mutige Damen, die nicht fürchten Seile und Gefahr, dürfen sich auf den bekannten Wegen melden. Solange das Handtuch dabei ist, kann nichts passieren.

Dienstag, 6. Juli 2010

Kleine Experimente

Das Knotenbuch war unnötig, es half der Dame nicht weiter

Gefärbtes Hanfseil, knapp 3 mm Durchmesser – gut für Feinarbeit

Alles mit allem verbinden

Schöne Strukturen

Herausforderung für die Ausbrecherkönigin

Es hat eine Weile gehalten

Wortmeldung zwischendurch, leicht verspätet: Das letzte Juni-Wochenende hatte ich, wie bereits kurz angemerkt, aus gegebenem Anlass für ein wenig Auszeit von der Alltagshektik genutzt. Die Runde der Gleichgesinnten war nicht groß und krankheitsbedingt sogar kleiner als erwartet, doch das tat Stimmung und Erholung keinen Abbruch. Wie immer in dieser Konstellation spielten Essen und Trinken eine gewichtige Rolle, und ein Getränk von der Insel – ein Grain Whiskey, um genau zu sein – fand allseits Anklang.

Anklang bei der Gastgeberin und Hauptbegünstigten fanden auch die ausführlichen Verstrickungen, denen sie sich unterwerfen durfte – mit einer Ausnahme: Der Gastgeber und ich stellten wieder einmal die Ähnlichkeit unserer Gedankengänge unter Beweis, als am Samstag die neue Geschirrspülmaschine angeliefert wurde. Deren geräumiger Karton wurde auch wegen seiner passenden Aufschriften zum Fotorequisit erklärt, und die Dame des Hauses landete in praktischer Transportverpackung nebst Spülbürste und Spülmittel für eine schnelle Fotoserie in der Kiste (Nein, diese Bilder gibt es aus Datenschutzgründen hier nicht zu sehen … *veg*).

Daneben hatte ich Gelegenheit, zugerichtetes Hanfseil mit knapp drei Millimetern Durchmessern zu testen. Mit dem für meine Gewohnheiten reichlich dünnem Seil – im Prinzip schon mehr Schnur – lässt sich gut, filigran und präzise arbeiten, auch wenn man natürlich länger wickelt und entsprechend mehr Seil für eine bequeme und optisch ansprechende Bondage benötigt. Sehr praktisch ist das dünne Material, wenn Haare, Finger oder Zehen in die Fesselung integriert werden sollen.

Meine eigene Ausrüstung (nur die kleine Reiseausstattung, wirklich) hatte ich ebenfalls nicht umsonst mitgebracht. Unter anderem stellte ein umfänglicher Karada nebst Anbauten die Ausbruchskünste der Dame auf die Probe. Dabei konnte ich den Hausherrn überzeugen, dass meine Standardlängen bei gängigen Seildurchmessern auch ganz praktisch sind.

Als unerwarteter Bonus ergab sich, dass meine Gastgeber eventuell eine Quelle für das von mir schon seit einiger Zeit gesuchte brombeer- bzw. bordeauxfarbene Seil aufgetan haben.

Update 12.07.2010: Seildurchmesser korrigiert.

Sonntag, 30. Mai 2010

Einwicklungshelfer

Trotz leichter Blessuren schaute am Wochenende wieder einmal eine junge Dame vorbei, um sich Verwicklungen meditativer und anderer Art hinzugeben. In der Praxis zeigte sich dann, dass ihre angeschlagene Schulter die Bondagemöglichkeiten nur unwesentlich einschränkte. So nutzte die Begünstigte weidlich die Gelegenheit, sich im Hogtie sowie anderweitig über längere Zeit gut eingewickelt zu entspannen. Hilfreich war dabei der Umstand, dass sie sich aus meinen Seilen bislang noch nicht zumeist nicht* herauswinden konnte. Anlass zur Beschwerde waren zum Schluss nicht körperliche Grenzen, sondern zeitliche – es war ihr insgesamt zu kurz. Allerdings hatte sie einen Anschlusstermin, was eine Verlängerung verhinderte.

Daneben gab es eine Premiere: Hatte sich die Dame bislang vehement geweigert, sich überhaupt von irgendjemandem fotografieren zu lassen, kam sie nun mit dezidierten Bildideen auf mich zu. So entstanden einige dramatische Fotos mit Hanfseil und Corsage in verschiedenen Posen und kurz darauf eine kleine Shibari-Serie.

Gleich am Anfang galt es das rote Baumwollseil auszuprobieren, dass ich der Dame auf der Boundcon besorgt habe. Auch wenn es ein Material ist, das ich selten einsetze – es hält sehr gut und hat beim spielerischen Einsatz den Vorteil, sehr kuschelig zu sein. Nach dem ersten Test zweigte die Dame gleich zwei Meter ihres neuen Seils ab, die ihren Platz an einem schwarzen Schaf fanden: „Mährlin“ dient künftig als flauschiges Demonstrationsobjekt für Knoten und mehr. Mit praktischem Seilhenkel versehen, durfte das Stoffschaf dann auch gleich mit zum Stammtisch, den die Begünstigte anschließend besuchte.

Anmerkung 31.05.2010: *) Da war ich gestern etwas zu apodiktisch (oder zu müde) – aus der ersten Bondage mit dem Baumwollseil konnte sich die Dame nach etwas Probieren befreien. Ehre, wem Ehre gebührt.

Mittwoch, 26. Mai 2010

Feste feiern

Foodporn asiatisch mit Erdnüssen …

… Fleisch …

… und noch mehr Gemüse.

Fertig!

Gute UnterhaltungWie erwartet, war die Zusammenkunft anlässlich eines runden Geburtstags eine Fortsetzung des Koch- und Knoten­studios. Die Runde war etwas größer, die Gewichtungen etwas verschoben: Dieses Mal standen kulinarische Genüsse und Gespräche im Vordergrund. Zur praktischen Anwendung von Seilen ergab sich dennoch Gelegenheit. Einziger Nachteil waren die kurzen Nächte des langen Wochenendes, da der Schlaf zugunsten des geistigen Austausches bei geistigen Getränken zurücktreten musste.

Bondage & Co. beschränkten sich jedoch nicht auf die theoretische Auseinandersetzung mit der Materie, waren doch auch eine gewisse Flugschülerin und ihr Partner anwesend. Als kleinen Vorgeschmack auf einen schon länger geplanten Workshop gab es also eine kleine Demonstration an einer begeisterten Freiwilligen, um zu zeigen, dass Ankerpunkte, Hebelverhältnisse und Bewegungsradien eine mindestens ebenso große Rolle spielen wie Knüpftechniken und man mit einem einem Kreuzknoten alleine schon sehr weit kommt, wenn es gilt, die Bewegungsfreiheit von Begünstigten einzuschränken.

Nach vergeblichen Befreiungsversuchen aus Verwicklungen in Monohandschuhtechnik, Hogtie und yogaähnlicher Position begnügte sich die Dame in entspannterer Fesselung und mit als Augenbinde zweckentfremdeten Haarband zu Füßen ihres Partners zu verharren. Der gepflegten Unterhaltung der übrigen Anwesenden tat dies ebensowenig Abbruch wie ihrer Beteiligung daran. Und der Workshop findet demnächst nun wirklich einmal statt.

Mittwoch, 19. Mai 2010

Von Wochenende zu Wochenende

Keine Atempause seit der Boundcon: Siebenmeilenstiefel und wahlweise eine Zeitmaschine oder die Fähigkeit zur Bilokation wären in Tagen wie diesen sehr hilfreich. Die Bilderstapel sind immer noch nicht abgearbeitet, auch weil normaler Alltag und täglicher Broterwerb ihren Tribut fordern. Zudem musste ich den üblichen Arbeitsanfall in weniger Zeit pressen, um ein verlängertes Wochenende bei der Herzdame verbringen zu können.

Besagte Dame harrte mit angegriffener Gesundheit meiner Ankunft, und so eilte ich mit den Ingredienzien des Heiltrunks im Kofferraum und der Rezeptur im Kopf in wilder Reise durch die Nacht. Das am nächsten Tag gebraute Elixier tat seine Wirkung, und so konnten wir uns angenehmen Dingen zuwenden. Die Zeit dazu war leider etwas knapper als ohnehin befürchtet, musste die Dame im Gegensatz zu mir doch nicht nur arbeiten, sondern auch noch überraschend für eine noch kränkere Kollegin einspringen.

Trotzdem fand sich Gelegenheit zu einigen Knotenvariationen, zumal das Wetter von Aktivitäten unter freiem Himmel eher abschreckte. Nicht nur die letzten Neuerwerbungen bewährten sich, wir testeten auch einige neue und durch diverse Abspannungen stabilisierte Positionen erfolgreich aus. Carpe Diem hin oder her – wir haben uns außerdem ein paar Gedanken darüber gemacht, was die Zukunft bringt, und wie wir sie in die hoffentlich richtige Richtung schubsen können.

Sonntags hieß es schon wieder Abschied nehmen, und ich stürzte mich südwärts und nach zu kurzer Nacht in die aktuelle Arbeitswoche. Das kommende Wochenende ist ebenfalls schon wieder verplant: Eine liebe Freundin feiert einen runden Geburtstag. Da nicht nur sie, sondern auch diverse eingeladene Gäste zum Kreis der Gleichgesinnten gehören, die ich neulich und auf der Boundcon getroffen habe, dürfte sich ein Teil der Gespräche um einschlägige Themen drehen. Sehr wahrscheinlich werden wir wohl irgendwann auch von der Theorie zur Praxis wechseln.

Das Wochenende darauf steht abermals im Zeichen der Seile, denn eine weitere Begünstigte hat sich wegen des dringenden Bedürfnisses nach Entspannung angesagt. Jene Dame hat außerdem Interesse an einem vertieften Workshop in Seil- und Knotenkunde, um auch anderen Verwicklungen zu bereiten. Allerdings steht der Termin dafür noch nicht fest. Derweil fallen drumherum einige zusätzliche Verpflichtungen aus dem normalen Leben an, und der Geburtstag der Herzdame ist dann auch schon wieder fast da.

Kleiner Lichtblick inmitten des Sturms: Die Zeit des Mangels neigt sich zumindest in einem Punkt dem Ende entgegen. Der neue Rechner ist immerhin komplett zusammengeschraubt und mit zwei Betriebssystemen versehen, jetzt fehlen nur noch Programme, Konfiguration und die Übernahme der Daten von dessen in die ewigen Jagdgründe eingegangenen Vorgänger.

Sonntag, 9. Mai 2010

Boundcon im Rückspiegel

Zurück von der Boundcon. Schön und lang war es wieder, obwohl ich den Eindruck hatte, dass diesmal ein paar Aussteller weniger da waren. Dafür gab es einige raumgreifende Monsterstände, leider von Anbietern jenseits meiner Interessen. Aber Latex scheint demnach stark im Kommen zu sein … Wie erwartet, habe ich etliche, wenn auch leider nicht alle erhofften Bekannten getroffen und dazu ein paar unerwartete Begegnungen gehabt. Wider Erwarten habe ich sogar noch mehr Bilder als beim letzten Mal gemacht, obwohl ich viel Zeit dem Fachsimpeln über einschlägige Themen und Fototechnik gewidmet habe.

Unter anderem habe ich ein sehr interessantes Gespräch mit Lew Rubens geführt, dessen von Robert Bishop inspirierten Stil ich sehr schätze – und nebenbei ein grandioses Bild von ihm in Action gemacht; pures Glück weil der im selben Moment ausgelöste Blitz eines anderen Fotografen gegenüber für knackiges Streiflicht gesorgt hat. Außerdem hatte ich selbst Gelegenheit, zu Demonstrationszwecken ein paar Seile in die Hand zu nehmen. An dieser Stelle noch einmal danke an die so enthusiastische wie flexible Begleiterin.

Ansonsten war die BC wie immer eine Verkaufsmesse mit Vorführungen, dementsprechend habe ich auch ein paar kleine Gemeinheiten für den allfälligen Einsatz mitgenommen. Die Shows auf der Bühne und Demonstrationen an den Ständen, die ich gesehen habe, bewegten sich durchgängig auf hohem Niveau. Besonders interessant war die Performance von Dragonrope, der Bondage mit einer Rahmenhandlung um Liebe und Eifersucht im Stil der 30er/40er verbunden hat – ich denke, ich sollte Gabriel doch öfter einmal rauslassen. Ich weiß nicht, ob Gords Anwesenheit mit ein Auslöser war: Diesmal gab es abends auch Ponywagenrennen vor der Halle. *g*

Auffällig, wie viel Jungvolk da war: Da verschiebt sich der Punkt, an dem man seine Neigung entdeckt und sie sich auch auszuleben traut, im Vergleich zu meiner Generation inzwischen doch deutlich nach vorne. Immer wieder sah ich eindrucksvolles und technisch perfektes Shibari, das Rigger beiderlei Geschlechts und höchstens Anfang 20 an ihren Begleitern und Begleiterinnen just for fun gewickelt hatten.

Die messeüblichen Pappnasen gab es natürlich auch, etwa die, die „Nein“ erst im dritten Anlauf verstehen. Und wer als eher kugelförmiger Jungdom mit dem T-Shirt-Spruch „Es gibt keine hässlichen Frauen, es gibt nur zu wenig Bier“ aufläuft und auch ansonsten alle Klischees erfüllt, hat den Schuss noch nicht gehört (Und nein, ich glaube nicht, dass T-Shirt und Auftreten ironisch gemeint waren.).

Freitag, 7. Mai 2010

Up, up and away

Es ist mal wieder Boundcon, und so mache ich mich auf, um ein wenig einzukaufen und ein oder zwei Fotos zu machen. Leider haben doch einige interessante Personen – auch unter den üblichen Verdächtigen – abgesagt, und bei dem einen oder anderen ist noch nicht entschieden, ob es klappt. Dennoch dürfte es interessant werden, und ich werde wohl einige alte Bekannte mal wieder sehen.

Montag, 19. April 2010

Statusmeldung: Seil und Knoten gut

Nach mehr als einer Woche auf Achse bin ich wieder zu Hause – dank abgerauchten Rechners muss der ausführliche Bericht allerdings noch warten. Deshalb im Telegrammstil: Das Treffen mit Gleichgesinnten war sehr lustig und entspannt. Dortselbst ein paar der üblichen Verdächtigen getroffen, eine ganze Reihe interessanter Leute nach der virtuellen Bekanntschaft auch von Angesicht zu Angesicht kennengelernt und nebenbei die eine oder andere Vorstellung korrigiert, gut unterhalten, etliche Bilder an ungewohntem Ort gemacht, und zum ersten Mal eine Dame öffentlich fliegen lassen. Anschließend im Sauseschritt zur Herzdame. Urlaub dort natürlich zu kurz, dennoch das Wetter ausgenutzt, viel (nicht nur Einschlägiges) unternommen und bei mehreren Fotografen im Studio vorbeigeschaut, dort mit Seil und anderen Dingen improvisiert – zum Teil mit Workshop-Charakter – und ein paar Mal selbst auf den Auslöser gedrückt. Bilder sind in Arbeit, detailliertere Darstellung dito.

Mittwoch, 7. April 2010

Fesselnde Ostern

Spannende Position

Kein Anschluss unter dieser Nummer

Auch wenn es in anderer Hinsicht knarzt – Ostern war schön und erholsam. Die Anreise zog sich etwas, zumal ich arbeitsbedingt später als erhofft loskam und erst ein gutes Stück zwischen Mitternacht und Morgen mein Ziel erreichte. Nach einer kurzen Nacht und der langen Zeit seit dem letzten Treffen waren Seile und andere Nettigkeiten naturgemäß ein Thema. So durfte sich die Dame zu Fotozwecken entsprechend eingewickelt unter der Dusche für den Tag erfrischen.

Der Karfreitag ließ sich weiterhin sehr entspannt an, nebenbei kamen auch die Handschellen zum Einsatz, um die Gastgeberin vom weitergehenden Ankleiden abzuhalten. Schließlich lockte uns die Sonne doch noch in den Park – das erste gemeinsame Eis draußen, Frühlingsluft schnuppern und die neue Kamera ausprobieren.

Am Abend war dann anderes Ausprobieren angesagt: Wir durften Studio und Kostümfundus eines mit der Herzdame befreundeten Fotografen nutzen. So entstanden mehrere Shibari-Variationen, ein paar heftigere Fotos, aber auch einige Blödelbilder mit einer erst springlebendigen, dann wohlverpackten – aber immer noch hüpfenden – Cheerleaderin sowie beim Herumalbern mit Wäscheklammern.

Dem Osterfest angemessen gab es beim familiären Osterbrunch Lamm, Kaninchen, Rehlein und andere kleinere und größere Tiere nebst passenden Beilagen, Vor- und Nachspeisen. Die ausgedehnte Tafelei hielt uns allerdings ebenso wenig wie die anschließende Besuchstour davon ab, die Abendstunden für Einschlägiges zu nutzen. So entstand unter anderem eine kleine Serie mit einer Damsel in Distress beim Versuch, das Telefon zu erreichen.

Bondage & Co. spielten nicht nur für Fotozwecke eine Rolle, und es ergab sich, dass die Begünstigte schließlich am Ostermontag mit sichtbaren, doch anscheinend unbemerkten Seilspuren zum Kaffeetrinken bei der Verwandtschaft auflief. Und dann tauchte da an unerwarteter Stelle noch ein Gleichgesinnter auf.

Montag, 15. März 2010

Therapeutisches Knoten

Am Wochenende durfte ich einer Begünstigten erneut mit Seilen zur Hand gehen, diesmal unter primär therapeutischen Vorzeichen: Die Dame nutzte Bondage als Mittel zur Entspannung von Prüfungsstress und anderen Fährnissen des Alltags. Hogtie in amerikanischer oder japanischer Geschmacksrichtung und ägyptisch angehauchte Seilwicklungen halfen, sie in einen wohligen Schwebezustand zu versetzen. Selbst die bisher von ihr nicht unbedingt geschätzten Handschellen fanden in Verbindung mit einigen Metern Gourmettekette nebst passenden Schlössern Gefallen.

Obwohl sich der Winter kurz vor Frühlingsbeginn noch einmal massiv aufbäumte, war diesmal der Einsatz der Gaskanone nicht nötig, und auch die vorsorglich mitgebrachte Wärmflasche blieb in der Tasche. Das Potenzial einer Heizdecken-Bondage brachte die Begünstigte jedoch zumindest zum Beginn des Besuchs kurz ins Grübeln.

Der positive Effekt beschränkte sich nicht auf die Dame: Ich konnte mich ebenfalls über der Beschäftigung mit Seil und Knoten vom aktuellen Alltag erholen, und ganz nebenbei war die Bewegung gut gegen meine Rückenbeschwerden. Zudem ergab sich – so nicht durch Knebel eingeschränkt – Gelegenheit zu einigen Unterhaltungen über Lust und Frust des Daseins als BDSMer. Jetzt müsste nur noch die Zeit etwas schneller vergehen.

Lichtblick am Rande: Das Objektiv ist wieder einsatzbereit.

Montag, 15. Februar 2010

Überraschungen am Wochenende

Die Seile blieben nicht lange aufgewickelt

Schweres Gerät

Es gibt viel zu Verschnüren, packen wir's an.

Interessante Zeiten habe ich in den vergangenen Tagen erlebt: Trotz anhaltender Rückenprobleme war ich vor Fasching, Karneval & Co. geflüchtet, um mich unter Gleichgesinnten zu erholen – leider diesmal ohne charmante Begleiterin. Ausspannen, Faulenzen und von hochprozentigem Treibstoff befeuertes Philosophieren standen auf dem Programm. Etliche Requisiten und die Kamera samt Zubehör hatte ich aber doch dabei, denn eine Dame hatte schon vor einiger Zeit den Wunsch nach schönen Bildern geäußert.

Nach witterungsbedingt langwieriger Anreise und entsprechend später Ankunft ließ sich das Wochenende sehr gut an. Die ausgedehnte Unterhaltung am Tresen inspirierte zum Spielen, und die Dame, die schon die Woche zuvor eingetroffen war, durfte sich der gleichzeitigen Aufmerksamkeit des Gastgebers und meinerseits erfreuen. Die doppelt Begünstigte meinte anschließend, dass der Gastgeber und ich Brüder sein könnten – die gleichen dummen Sprüche und die gleiche Vorliebe für gewisse Gemeinheiten. Auch eine Art von Kompliment.

Der Samstag sollte dann ganz im Zeichen von Bildern stehen. Die Dame hatte dafür eigens ihren selbstgefertigten Monohandschuh mitgebracht und dazu einige Ideen. Kaum hatte ich losgelegt, hob allerdings Murphy, der mir schon in den Wochen zuvor ein treuer Begleiter war, erneut sein Haupt: Ich schaffte es, mit der Kamera hängen zu bleiben und sie fallen zu lassen. Die Kamera hielt es aus, das angesetzte Objektiv leider nicht. Da ich ansonsten nur noch längere Brennweiten dabei hatte, war das ausgedehnte Shooting weitgehend erledigt, bevor es richtig begonnen hatte. Für den Rest der Zeit behalf ich mir mit Detailaufnahmen mit dem Porträt-Tele und der vom Gastgeber geliehenen Kamera, die leider mit meiner Ausrüstung nur begrenzt kompatibel war.

Ein paar Bilder entstanden allerdings doch, da die Dame neugierig auch auf meinen Bondage-Stil war und einige Sessions mit dem Gastgeber zu dokumentieren waren. Neben mehreren Hogtie-Varianten mit und ohne Gemeinheiten durfte die Begünstigte so im Spinnennetz eines mehrfach abgespannten Spreadeagles zappeln und dabei erfahren, dass mit den Zehen verbundene Brustklammern jedes Zucken bestrafen. Schlecht, wenn man dann noch kitzlig ist. Die frisch rund um das Bett angebrachten Ösen bewährten sich auch, als ich anderntags die zur Komplettmumie gewickelte Dame der Vollständigkeit halber noch nach allen Seiten verzurrte.

Wie gewünscht, entstanden außerdem einige „Damsel in Distress“-Bilder. Dabei tastete sich die Dame bewusst an Grenzen, die unangenehme Erlebnisse in der Vergangenheit aufgerichtet hatten. Provozierter Stress, heftige Emotionen, und vielleicht die ersten Schritte, Dämonen aus der Vergangenheit zu vertreiben.

Große Gefühle gab es auch in anderer Hinsicht: Das ganze Wochenende war spürbar, dass es da zwischen zwei Menschen sehr heftig funkte – und kaum war ich heimgekommen, erfuhr ich, dass die beiden Feuer gefangen hatten und es nun gemeinsam versuchen wollen.

P. S.: Meinem Rücken hat das Wochenende gut getan, und meinem Kopf wohl auch. Vielleicht habe ich dank intensiver Gespräche ein paar meiner eigenen Dämonen in ihre Schranken verwiesen und begonnen, Prioritäten neu zu setzen.

Montag, 8. Februar 2010

Neuland betreten

Wie schon angekündigt, habe ich am Wochenende einer neugierigen Einsteigerin geholfen, ihren Horizont in Sachen Seil & Co. zu erweitern. Angesagt war ein kleiner Bondage-Workshop unter vier Augen und dabei die Erkundung von Neuland in mehr als einer Hinsicht: Die Begünstigte ist in der BDSM-Szene noch sehr neu, hat noch keine großen Fesselerfahrungen und ist dazu noch sehr jung. Doch sie weiß zumindest im Prinzip schon sehr genau, was sie ausprobieren will und was ihr gefallen würde. So wurde das Treffen trotz kleiner Handicaps (s. u.) zu einer enthusiastischen Entdeckungsreise.

Nach ersten Verwicklungen mit dem grünem Seil schritten wir recht schnell fort zu umfangreichen Verschnürung bis hin zum traditionellen Karada in Hanf, der sich zu einem stringenten Hogtie einschließlich in die Fesselung einbezogenen Haarzopfs entwickelte. Die Dame bemühte sich mehrfach aus eigener Initiative ebenso wie auf Aufforderung nach Kräften, aus den Seilen zu entkommen, blieb jedoch erfolglos.

Daneben ließ sie sich aber auch mit Wonne in die Seile fallen und genoss die erzwungene Unbeweglichkeit sichtlich. Manche Verschnürung hätte sie gerne noch länger getragen – leider schritt die Zeit schneller voran, als uns beiden lieb war. Trotz anfänglicher Bedenken wagte Sie sich schließlich noch an eine Mumie und fand sie weniger schrecklich als befürchtet, nur nicht warm genug. Aber das unterschiedliche Temperaturempfinden von Männern und Frauen sollte an diesem Tag ohnehin Dauerthema sein, durfte ich die Begünstigte doch im Schweiße meines Angesichts direkt vor dem bullernden Ofen einwickeln, während sie den wüstenheißen Luftstrom als gerade angenehm empfand.

Insgesamt ein beiderseits gelungener und erfolgreicher Tag, auch wenn Murphy gleich zweimal zugeschlagen hat: Die Ankunft der Dame verzögerte sich durch den bekannt guten Service der Bahn, und ich war wegen massiver Rückenprobleme nur beschränkt einsatzfähig. Nun gut, bleibt mehr für ein nächstes Mal zum Ausprobieren.

Sonntag, 24. Januar 2010

Volles Programm

Dank Mundpropaganda seitens einer überzeugten Dame habe ich heute ein wenig Fernunterricht in Seilkunde, Knotenknüpfen und zum Erwerb der grundlegenden Fertigkeiten erteilt. Der neue Partner einer einschlägig aktiven Freundin besagter Dame hat noch wenig Bondagepraxis, will aber auf dringenden Wunsch seiner Begünstigten seine Fähigkeiten schnell ausbauen. Dabei sollen Sicherheit und Ästhetik natürlich nicht zu kurz kommen. Mal sehen, ob ich da weiterhelfen konnte, eventuell wird noch ein Workshop daraus.

Auch ansonsten bin ich in den nächsten Wochen und Monaten bei einigen interessanten Terminen gut beschäftigt. Anfang Februar darf ich einer neugierigen Einsteigerin helfen, ihren Horizont in Sachen Seil & Co. zu erweitern. Kurz danach geht es wieder nach Süden, um an vertrautem Ort ein paar Bilderwünsche zu erfüllen und Wunschbilder zu schießen. Der für diesem Monat geplante Urlaub mit der Herzdame ist aufgrund äußerer Umstände leider verschoben, aber hoffentlich ergibt sich wenigstens ein gemeinsames Wochenende.

Im April sieht es dann schon besser aus. Da ist dann nicht nur Zeit miteinander geplant, sondern auch die gemeinsame Fahrt zu einem Treffen mit virtuellen und realen Bekannten: Fröhliche Spinner mit ähnlichen Interessen versammeln sich dann an passendem Ort zum Erfahrungsaustausch, gegebenenfalls mit praktischen Anwendungsbeispielen. Und die Boundcon wirft dann auch schon wieder ihre Schatten voraus.

Auch wenn der März wegen erhöhter Arbeitslast schon ziemlich wenig Zeit fürs Private lässt: Wenn es geht, will ich ein paar Ruinen und andere interessante Orte hinsichtlich ihrer Eigenschaft als Fotokulisse auskundschaften. Und dann gibt es in meinem Umfeld seit kurzem auch ein paar Oldtimer, die sich eventuell für Fotoshootings eignen, und die dann langsam ihr Winterquartier verlassen. Einiges zu tun – mit erheblichem Spaßfaktor.

Montag, 9. November 2009

Zeichenstunde

Der Aquarellkurs in der Volkshochschule ist bei weitem nicht so attraktiv wie dieses im Torontoer „NOW Magazine“ vorgestellte Angebot für Hobbykünstler: Unter dem Titel Drawn to bondage berichtet Chelsea Miya von einem Zeichenkurs, bei dem die Modelle nicht nur nach alter Tradition leicht bekleidet posieren. Sie werden auch ebenso traditionell – und professionell – vor den Kursteilnehmern in Seile gewickelt.

Die Verknüpfung von Artistik und Erotik durch den Veranstalter der Keyhole Sessions erinnert einerseits an die Fotoclub-Veranstaltungen, mit denen etwa auch Bettie Page ihr Geld verdiente, mit dem Zeichenstift als Alibi und Ausweis künstlerischer Tätigkeit. Andererseits ist Kanada nicht so prüde wie die USA, und die junge Autorin beschreibt ihren Besuch wohlwollend, bis hin zum Fazit: „As I pack up my supplies at the end of the two hours, I realize the real reason I was drawn to the class wasn’t sex. I admire the models. They have the guts to bare it all. The only place folks in my line of work get to expose ourselves is on paper.“

Obwohl ich den Zeichenstift schon lange mit der Kamera vertauscht habe: Da könnte ich mir durchaus vorstellen, mal wieder Striche aufs Papier zu werfen, Reichsbedenkenträgern diesseits und jenseits des großen Teichs zum Trotz. Zudem ist es ein guter Weg, Skeptikern innerhalb eines geschützten Raums zu zeigen, dass Bondage und im Weiteren BDSM herzlich wenig mit realer Gewalt und Unterdrückung zu tun haben. Da lässt sich so ein Spruch auch unter Werbepoesie abhaken: „… with the addition of shibari and subtraction of even more clothing, you’ll go home with drawings you’ll want to show everyone except your gramma.“

(Via Bondage Blog)