Donnerstag, 19. Januar 2012

Träume in Leder

Der in diesem Blog schon einmal erwähnte Christopher, seines Zeichens Fetish Leathercrafter, war fleißig und hat die Künstlerin Karen Hsiao mit einigen interessanten Requisiten aus seiner Werkstatt ausgestattet. Einige der daraufhin entstandenen Fotos sind in beider Blogs zu besichtigen und zeigen die handwerkliche Perfektion von Ausstatter und Fotografin ebenso wie die Begeisterung, die wohl beide antreibt. Wer sich für schöne Frauen und fesselndes Leder interessiert, ist mit den Hooded Beauties mit Masken und Monohandschuhen, den Butterfly girls, weiteren Hauben-Varianten und der Dame im F-suit gut bedient.

Mode, Kultur und Fetisch

Via Violet Blue bin ich auf den schönen Artikel Everything You Know About Corsets Is False aufmerksam geworden, der einerseits einen modehistorischen Abriss des Korsetts vom 16. Jahrhundert bis heute liefert und andererseits mit einigen Mythen zu ihrer Trageweise und deren Folgen aufräumt. Beim Blättern durch die Artikel von Collectors Weekly kam ich noch auf einige weitere Themen, die eine Brücke vom Mainstream zu etwas spezielleren Themen schlagen: Our Bodies, Our Stilettos ist eine subjektive Betrachtung der psychologischen (und physiologischen) Aspekte hochhackiger Schuhe, während im Interview Sex, Power, and High Heels Elizabeth Semmelhack, Kuratorin des Bata Shoe Museum in Toronto, über die Geschichte von hohen Absätzen und Plateausohlen durch die Jahrtausende bis hin zu den noch relativ jungen Stilettos und deren erotischen Charakter plaudert:

„Throughout the course of the 20th century, the high heel goes in and out of women’s fashion, but it never goes out of style in men’s erotica. So you have this increasing meaning of high heels as erotic elements of women’s dress that is perpetuated through male-interest magazines. Each time fashion rejects the high heel and then reintroduces it, the way it’s reintroduced brings it closer to how it’s been represented in erotica.“

Ebenfalls interessant ist When Being a Lesbian Was Profitable, For Men über „Lesbian Pulp Fiction“ der 1950er und 1960er Jahre mit interessanten Details wie diesem:

„According to Those Sexy Vintage Sleaze Books, in the 1950s and 1960s, best-selling authors from sci-fi great Robert Silverberg to crime writer Lawrence Block, made ends meets by grinding out softcore porn novels, often using female pen names, to fund their more lofty writing aspirations.“

Die Grenzen zwischen Mainstream und Szene sind oft recht unscharf.

Dienstag, 17. Januar 2012

Mailadresse geändert

Knapp verpasst, oder öfter mal was Neues: In der Hektik der letzten Wochen habe ich zu lange nicht mehr in ein Postfach geschaut, dass ich bei einem Gratis-Anbieter hatte. Damit wurde selbiges deaktiviert, und natürlich ist auch alles, was in der Zwischenzeit dort aufgelaufen ist, für mich nicht mehr erreichbar.

Warum ich das hier schreibe? Weil ich dieses Postfach für die Kommunikation hier und anderswo in der Szene benutzt habe und deshalb einige (auch entfernte) einschlägige Bekannte nur diese Adresse von mir hatten. Wen es betrifft: Ich habe mittlerweile einen nahezu gleichlautenden Ersatz-Account; wer die alte Adresse kennt, kann einfach das „mail“ weglassen und hat die neue.

Freitag, 13. Januar 2012

Care-Paket

Fröhliches Auspacken
Hanfseil im Rohzustand – es gibt noch viel zu tun

Jemand hat an mich gedacht und ein wenig mehr Seil als nur für den Eigenbedarf bestellt. Heute hat mir der Postbote deshalb ein Paket gebracht, Inhalt: Eine Trosse Hanfseil mit 6 mm Durchmesser. Bevor die 220 Meter einsatzbereit sind, muss ich sie allerdings erst entsprechend behandeln und in spieltaugliche Längen bringen. Im Chat mit der edlen Spenderin und ihrem Partner ging es vorab schon um die Frage, was besser ist: Erst schneiden und takeln, dann kochen, trocknen, abflämmen und fetten, oder die ganzen Vorbereitungen am Stück erledigen und danach erst Einzelseile aus der Trosse machen? Wegen der leichteren Handhabung gehe ich normalerweise den ersten Weg. Damit, dass die fertigen Seile dann unter Umständen etwas kürzer sind als ursprünglich abgemessen, kann ich leben.

Montag, 9. Januar 2012

Sicher ist sicher

Im vergangenen Jahr sorgte der tödliche Ausgang einer Bondage-Session für erhebliches Aufsehen. Dieses Ereignis zeigte wieder einmal, dass BDSM und Bondage grundsätzlich riskante Beschäftigungen sind, und auch die Wahrheit des Ausspruchs „More experienced people than you have died“: Egal, ob man Experte oder zumindest auf gutem Weg dorthin ist, und egal, wie viel man geübt hat – es kann immer etwas passieren.

Wer schon einen gewissen Erfahrungsschatz besitzt, verfällt nur zu leicht in eine Routine, bei der zu große Selbstsicherheit zu Nachlässigkeiten führt. Man weiß ja, was man tut, hat es schon zigmal gemacht, weiß, dass noch nie etwas passiert ist, also kann man bei den Sicherheitsvorkehrungen auch einmal fünfe gerade sein lassen. Diese Einstellung kann allerdings fatale Folgen haben, unabhängig davon, ob man mit der Kettensäge im Wald hantiert oder mit Seilen an einer vertrauensvollen Begünstigten. Ebenfalls eine Rolle spielt eine Form des Dunning-Kruger-Effekts – man kann als Einsteiger vielfach gar nicht wissen, was alles schief gehen kann; und angesichts der Vielfalt der möglichen Spielarten ist man aktiv wie passiv irgendwo immer Einsteiger.

Beim eingangs genannten Fall kam hinzu, dass die Beteiligten alles andere als nüchtern waren. Bei einer Session erhöht jede Art von Drogen das Risiko eines unschönen Verlaufs mit eventuell tödlichem Ausgang, und das auf mehr als eine Weise. Für die Einstimmung in einen romantischen Abend (und nein, Romantik und BDSM sind kein Widerspruch) kann der Wein zum Essen dazu gehören. Andere Stimulanzien wie die durch ihre entspannende und gefäßerweiternde Wirkung beliebten Poppers oder Lokalanästhetika, die manche extremere Spielart erst erträglich machen, fallen ebenfalls in diese Kategorie, aber auch Medikamente durch ihre möglichen Wechsel- und Nebenwirkungen.

Enthemmung, verringertes Steuerungsvermögen, reduzierte Aufmerksamkeit und langsamere Reflexe lassen selbst bei aufeinander eingespielten Partnern die Gefahr steigen. Ein gedämpftes Schmerzempfinden kann dazu verführen, sich in der Euphorie des Spiels Dauerschäden einzuhandeln. Daneben treten weitere Probleme, etwa dass ein Stimulans zu Schock oder Herzrasen führt, dass zu viel Alkohol den Top zu müde macht, auf sein Gegenüber aufzupassen, oder dass einer angeschickerten Begünstigten auf einmal übel wird: Letzteres ist im Normalfall allenfalls peinlich, wird jedoch lebensgefährlich, wenn ein Knebel im Spiel ist.

Natürlich ist es einfach zu sagen, dass eine einschlägige Session nur nüchtern ablaufen sollte. Doch wie beim Alkohol am Steuer ist die Realität eine andere. Alle Beteiligten sollten überlegen, welches Risiko sie bereit sind einzugehen, sowohl für sich als auch für ihre Partner.

Auch unabhängig von solchen Störeinflüssen gibt es genügend Wege, sich und anderen zu schaden. Wer BDSM und Bondage betreiben will, muss um die damit einhergehenden Gefahren wissen und getreu der Pfadfindermaxime allzeit bereit sein, Notfallmaßnahmen zu ergreifen. Das schließt beim Thema Fesslung ein, dass man Problemstellen des Körpers kennt, an denen Nervenschäden oder Zirkulationsprobleme drohen, aber auch, dass man ein Messer in Reichweite hat und sich nicht scheut, es zu benutzen. Bei einem befreundeten Paar gab es einmal so eine Situation: Die Begünstigte stand wohlverschnürt an einem Pfosten fixiert, als sie ohnmächtig wurde. Ihr Partner fing nun nicht an, die Seile aufzudröseln, sondern befreite sie mit einem langen Schnitt aus ihrer Position, auch wenn er dabei gute hundert Meter Seil in unbrauchbare Stückchen zerlegte – Seil ist ersetzbar.

Bei Schlagwerkzeugen ist es unabdingbar, die Gefahrenpunkte zu kennen, die nicht getroffen werden dürfen. Der Anwender muss mit Rohrstock, Gerte oder Flogger umgehen können, das anvisierte Ziel treffen und auch wissen, wann er aufhören muss, selbst wenn sein Gegenüber noch mehr will. Wer lieber mit Wachs spielen will, muss wissen, welchen Einfluss Wachsart und Zusatzstoffe, Tropfhöhen oder Mengen haben, damit es beim anregenden Reiz bleibt, statt Verbrennungen zu verursachen.

Die Basisregeln für Bondage sind überschaubar: Achte als Rigger darauf, dass Arme und Beine Deiner Begünstigten nicht kalt werden oder blau anlaufen. Lass sie immer wieder selbst demonstrieren, dass sie noch Gefühl in ihren Gliedmaßen haben und sie bewegen können. Eine gute Bondage muss nicht gnadenlos festgezurrt sein, um zu halten, und eingeschlafene Finger oder taube Füße sind einer anregenden Session eher abträglich. Sei mit Seilen in Halsnähe besonders vorsichtig. Sie müssen gar nicht die Luft abschnüren, schon Druck auf die Halsschlagadern kann zur Bewusstlosigkeit führen. Knebel beeinträchtigen nicht nur das Sprachvermögen und damit die Kommunikation während einer Session, sondern auch die Atmung und können, wie erwähnt, bei Übelkeit fatal sein.

Das erzwungene Verharren in einer Position kann sich auf den Kreislauf auswirken und besonders bei Bondage im Stehen oder mit über den Kopf gefesselten Armen einen Schwächeanfall oder Bewusstlosigkeit verursachen. Sei Dir nicht nur dieses Risikos grundsätzlich bewusst, sondern sorge dafür, dass Du Dein Gegenüber schnell, sicher und problemlos aus dieser Lage und in die Horizontale bringen kannst. Wenn Du Begünstigte irgendwo festbindest: Achte darauf, dass der Ankerpunkt stabil ist und bei Befreiungsversuchen oder allfälligem Herumzappeln nicht nachgibt und nicht zusammenbricht, mitsamt befestigter Begünstigter umfällt und dergleichen. Denke auch immer daran, dass jemand, den Du gefesselt hast, hilflos und auf Dich angewiesen ist. Es ist das eine, für Kopfkino und Atmosphäre so zu tun, jemanden alleine zu lassen. Aber es ist etwas anderes, wirklich die Wohnung zu verlassen, in der Dein Partner festgebunden ist.

Verantwortung und Vertrauen

Ebenfalls zum Thema Session-Sicherheit gehören Verantwortung und Vertrauen. Das „alles kann, nichts muss“, dass längst schon Eingang in Mainstream-Kontaktanzeigen gefunden hat, ist irreführend: Weil eben nicht alles kann, jeder hat seine individuellen Grenzen. Deshalb ist es für Top und Bottom schon im Vorfeld wichtig, Warnsignale zu erkennen und sich auch auf das eigene Bauchgefühl zu verlassen. Ein Absturz muss nicht sein, Verletzungen und Dauerschäden erst recht nicht. Vor, während und nach einer Session ist Kommunikation – verbal und nonverbal – wichtig. Dies gilt erst recht, wenn man mit seinem Partner noch nicht so vertraut ist; etwas, was bei diesem Lebensstil häufiger vorkommt, weil viele auf der Suche nach Mr. oder Mrs. Right sind, (noch) keinen festen Partner haben und in der Zwischenzeit herumprobieren. Dazu gehört auch, sich nicht zu Dingen drängen zu lassen, die man nicht will, schon gar nicht mit dem Hinweis, das müsse so sein.

Für alle Beteiligten gilt gerade beim Erkunden neuer Gebiete: Macht Euch kundig, hört Euch auch um, wie der prospektive Partner drauf ist. Ein Dom, der ein Safeword ignoriert, ist für körperliche Unversehrtheit, Nervenkostüm und den eigenen Ruf genauso schädlich wie ein Sub, der nach der Session „Körperverletzung“ schreit oder Anzeige wegen Vergewaltigung erstattet. Safeword, Covern oder ein Kontrollanruf sichern nur zu einem gewissen Grad ab. Wenn es hart auf hart kommt, ist man allein. Stellt Euch deshalb die Frage: Wollt Ihr diesem Partner oder Spielgefährten so weit vertrauen, wie es bei einer Session der Fall ist?

Dementsprechend haben bei diesem Tanz, für den „Spielen“ oft eine verharmlosende Bezeichnung ist, beide Seiten gewisse Pflichten. Top/Dom trägt die Verantwortung für das Wohlergehen von Bottom/Sub, im Guten wie im Bösen. Er bzw. sie muss sich darum kümmern, dass es innerhalb der vereinbarten Grenzen spannend und unterhaltsam genug zu beiderseitigem Amusement wird, ohne zu kippen. Umgekehrt muss Bottom/Sub rechtzeitig Bescheid geben, bevor es zu heftig wird – und bestimmte Grenzen, negative Trigger oder eventuelle Traumata vorab und klar kommunizieren. Hinzu kommen für beide Seiten die Sicherheitsmaßnahmen, die auch jenseits eines BDSM-Kontextes in Zeiten von AIDS und anderen unangenehmen Dingen gelten, inklusive des Selbstschutzes bei Blind Dates.

An der Grenze

Ein besonderes Thema sind die physisch und psychologisch riskanteren Spielarten, die unter „Edge Play“ laufen. Sie spielen sich an der Grenze der eigenen Grenzen ab, aber aber auch an der von Sicherheit und SSC – und wirken (und reizen) gerade deswegen so stark. Das Problem ist hier nicht nur, dass im Fall der Fälle bei Schmerzensgeldforderungen die Haftpflichtversicherung nicht zahlt. Wenn es wirklich gefährlich wird, an und über Grenzen geht, muss der aktive Partner sich im Klaren sein, welche Verantwortung er trägt, und bereit sein, die Konsequenzen zu tragen für das, was er riskiert, und ebenso erkennen, wann es Zeit ist abzubrechen, für das Wohl des Gegenübers wie für das eigene. Umgekehrt muss sich Sub/Bottom sowohl des eigenen Risikos bewusst sein wie der Last, die er oder sie dem Spielpartner aufbürdet. Nicht ohne Grund sind tiefes gegenseitiges Vertrauen und idealerweise lange Bekanntschaft, besser noch Freundschaft bzw. Partnerschaft gute Voraussetzungen, wenn man sich in diese tiefen Gewässer wagt.

„Edge Play“ besitzt viele Ausprägungen. Gängige Beispiele sind Vergewaltigungsszenarien, das Spiel mit Einsatz von Klingen, Nadeln oder Strom oder Atemkontrolle. „Rape Play“ ist in dieser Hinsicht geradezu prototypisch: Bei einer Vergewaltigung geht es primär nicht um Sex, sondern um Macht, und wohl keine Frau und kein Mann wünschen sich, das Opfer einer echten Vergewaltigung zu werden. Gleichzeitig gehört ein solches Szenario mit zu den häufigsten sexuellen Fantasien überhaupt, bis weit in jene Kreise, die jegliche BDSM-Affinität entrüstet von sich weisen würden. Der entscheidende Unterschied: Bei Rape Play geht es um das „So tun als ob“. Das „Opfer“ kann sich der Fantasie hingeben, überwältigt und benutzt zu werden und all das erdulden zu müssen, was es sich vorstellt. Gleichzeitig kann es sich sicher sein, dass sich alles im vereinbarten Rahmen abspielt, bei aller Theatralik keine echte Gefahr besteht, und sich das Szenario jederzeit abbrechen lässt. Allerdings kann die Umsetzung einer solchen Fantasie allein durch ihre Intensität ins Negative kippen und auch einen Absturz auslösen. Durch die implizierte Aufforderung zur Gegenwehr gehört Rape Play auch zu den verletzungsträchtigeren Varianten des Rollenspiels.

Weitere Gefahren bei Edge Play sind das Triggern bestehender Phobien, aber auch das oft unterschätzte Risiko von Dauerschäden, sei es durch die Bildung von Narbengewebe bei heftigeren Spielarten von Hauen, Stechen und Schneiden, sei es durch die Gefahr von Infektionen. Gerade wer von den Möglichkeiten scharfer Klingen fasziniert ist, sollte bedenken, dass es bei einer Session nicht immer nötig ist, tatsächlich Blut zu ziehen. Mit einer Augenbinde und dem Aufbau der richtigen Atmosphäre kann selbst ein Lineal oder eine Bleistiftspitze wie ein Messer wirken.

Mit zum Thema Session-Sicherheit gehören auch Auswahl und Pflege des eingesetzten Spielzeugs. Es sollte sich von selbst verstehen, dass man etwa für Bondagezwecke keine Blechschellchen einsetzt und auch keine Materialien, die sich so zuziehen, dass Knoten nicht mehr aufgehen. Je nach Einsatzart sollten alle Gerätschaften nach dem Spiel gewaschen oder desinfiziert werden. Was für den einmaligen Gebrauch gedacht ist, sollte auch nicht wiederverwendet, sondern sachgerecht entsorgt werden. Und selbst das beste Material will mit Verstand eingesetzt werden. Zudem sollte man nie vergessen, dass Murphy immer im Hintergrund lauert. Ein Notfallkit mit Schneidwerkzeugen, Ersatzschlüsseln, Erste-Hilfe-Ausstattung, Taschenlampe etc. und mehrfacher Redundanz ist grundsätzlich keine schlechte Idee, egal ob man in den eigenen vier Wänden oder im Party-Dungeon spielt.

Montag, 2. Januar 2012

Entspannter Auftakt

Das Jahr fängt ja gut an: Mit kurzfristiger Vorwarnung haben einschlägige Bekannte vorbeigeschaut – die Initiatorin hatte wieder einmal Sehnsucht nach Seilen. Und wer wäre ich denn, solche Bitten abzuschlagen? Also verhalf ich der Dame nach dem Begrüßungstee mit ein paar wohlgesetzten Knoten zur Entspannung.

Während sie sich in die Seile fallen ließ, plauderte ich mit ihrem Begleiter über Bondage-Techniken, Bilder und Fachliteratur, nicht ohne gelegentlich bei der abgelegten Begünstigten nach dem Rechten zu sehen. Beim Verschnüren war ich im ersten Anlauf etwas zu lässig, was die Dame prompt zum Aufknibbeln der Knoten nutzte, statt sich der Meditation hinzugeben. Ein kleiner Positionswechsel und die Nutzung strategischer Ankerpunkte haben dies jedoch schnell korrigiert, und ihr blieb nichts anderes mehr übrig als abzuwarten.

So stellte sich der gewünschte Effekt ein, und meine Besucherin fuhr mit freierem Kopf wieder nach Hause. Abgesehen davon plant sie demnächst eine Seilbestellung, und da fällt mir ein, dass ich da auch noch die eine oder andere Farbe auf der Liste habe.

Sonntag, 1. Januar 2012

Vexierspiegel

Das Jahr 2011 ist vorbei, und deshalb wie für die Jahre 2010, 2009 und 2008 auch dafür ein Rückblick mit Wordle. Laut dieses Tools waren zum Jahresausklang das hier die relevanten Themen in meinem Blog:

Wordle-Wortwolke - Klick zum Vergrößern

Dieser automatisierte Blick in den Rückspiegel zeigt natürlich nur einen Ausschnitt der Wirklichkeit. Allein aus der Häufigkeit einzelner Worte lässt sich nur bedingt auf deren tatsächliche thematische Bedeutung schließen, und Wordle nutzt nur die neuesten Einträge im RSS-Feed des Blogs zur Erstellung der Wortwolke. Klar, dass Weihnachten aus unterschiedlichen Gründen und in unterschiedlichen Zusammenhängen in den letzten Wochen eine Rolle gespielt hat. Weniger offensichtlich erscheinen BDSM und Bondage als Schwerpunkte dieses Blogs, weil Begriffe und Metaphern ohne ihren Kontext nicht unbedingt transparent sind.

Gar nicht ersichtlich sind die anderen Themen, die mich im vergangenen Jahr bewegt haben. Im großen Rahmen waren dies wie schon in den Vorjahren politische Entwicklungen, die mittelbar und unmittelbar Folgen für jeden Einzelnen haben, nicht nur hinsichtlich der Nutzung und Nutzbarkeit des Internets, sondern im Hinblick auf elementare Dinge wie Meinungsfreiheit und Zensur oder Datenschutz, Privatsphäre und Überwachung. Im persönlichen Nahbereich war 2011 für mich ein Jahr großer und bewegender Veränderungen, deren Folgen jetzt im neuen Jahr erst richtig zum Tragen kommen werden. Mein Vorsatz zum letzten Jahreswechsel, mir mehr Zeit für mich zu nehmen, kam durch die Ereignisse, die sich ab Februar überstürzten, recht schnell unter die Räder. Aus diesem Grund keine großen Vorsätze für dieses Jahr, lieber ein Schritt nach dem anderen.