Sonntag, 20. Mai 2012

Spannende Entwicklungen

Die Herzdame berichtet, dass ihre Mitbewohner gerade auf Entdeckungsreise sind und durchaus heftig (im Sinne von lautstark) mit der härteren Gangart experimentieren. Das bringt natürlich auch die Herzdame auf Ideen. Wenn ich also in Kürze wieder nordwärts unterwegs bin, sollte ich wohl gut vorbereitet sein und das eine oder andere Accessoire im Gepäck haben. Unabhängig davon gibt die Entwicklung Stoff zum Nachdenken, zeigt sich doch damit wieder einmal, dass die Grenze zwischen Vanilla und den anderen Geschmacksrichtungen mehr als unscharf ist. Könnte interessant werden.

Donnerstag, 17. Mai 2012

Satz mit X

Ich war heute unterwegs, um mir zwei potenzielle Outdoor-Locations für einschlägige Fotos anzusehen. Beide Orte wären von der Szenerie her sehr schön – und sind dennoch ungeeignet: Der eine ist nicht abgelegen genug. Der andere ist zu abgelegen, um ihn mit dem üblichen Sack und Pack von Kamera, Licht und Requisiten halbwegs bequem zu erreichen – und nicht spannend genug, als dass sich der mühsame Aufstieg lohnen würde. Aber ich habe ja noch mehr Orte auf der Liste.

Montag, 14. Mai 2012

Boundcon – das war 2012

Echte Schellen: S & W M 110 und M1900, dazu einstellbare Brustklammern

Blechschrott auf der Boundcon

Kurzfassung: Auf der Boundcon gewesen, gut unterhalten, viele Bilder gemacht, eingekauft und nun wieder daheim. Oder etwas ausführlicher: Wie immer war die Boundcon natürlich eine gute Gelegenheit, einschlägig Bekannte zu treffen, die man sonst aufgrund der Entfernung selten real sieht. In der Hinsicht hat die diesjährige Boundcon nicht enttäuscht, die ersten Begegnungen haben sich schon vor dem Eingang ergeben. Einige angekündigte Treffen natürlich, einige erfreuliche Überraschungen, und auch der eine oder die andere, die einem dann doch nicht über den Weg laufen. Die Herzdame war leider ebenfalls wieder arbeitstechnisch verhindert; zum Ablästern und Fachsimpeln waren dafür einige Begünstigte samt Anhang da.

Seil- und knotentechnisch habe ich mir einige neue Ideen holen können, gerade was den Umgang mit ausbruchswilligen Subbies angeht. Zudem macht es Spaß, Riggern zuzusehen, die erkennbar öfter zum Üben kommen als man selbst und die Seile mit einer mühelosen Leichtigkeit wirbeln lassen, die ihren Ursprung in jahrelangem, kontinuierlichen Training hat.

Ganz mit leeren Händen bin ich auch nicht heimgekommen. Bei Cuffsland und Baumwollseil habe ich mich mit einigen größeren Spielzeugen und kleinen Gemeinheiten eingedeckt, die ich schon seit einer Weile auf der Liste hatte: Zum einen Fußkettchen mit elliptischen Schellen – Smith & Wesson Modell 110 und Modell 1900 – für mehr Tragekomfort, damit Begünstigte es nicht zu unbequem haben, wenn sie sich in den Fesseln winden oder sogar arbeiten müssen. Zum anderen regulierbare Klemmen, um es besagten Begünstigten etwas unbequemer zu machen, wenn sie es verdient haben. Oder wenn ich Lust dazu habe.

Trotz des Einfalls der Eisheiligen war die Veranstaltungshalle aufgrund der großen Hitze des Vortags schweißtreibend schwülwarm wie immer. Im Vergleich zu den Vorjahren erschien mir die Messe etwas reduzierter. Zumindest habe ich doch auch einige Aussteller und Performer vermisst, die ich von vergangenen Veranstaltungen in angenehmer Erinnerung habe. Der Publikumsandrang verlief schubweise, und gegen Abend zeigte sich, dass BDSMer und Bondager abseits ihrer spezifischen Vorlieben ganz normal und durchschnittlich sind: Das Pokal-Endspiel Bayern gegen Dortmund lockte offenbar manchen Besucher frühzeitig in Richtung des heimischen Sofas, und auch auf dem einen oder anderen Stand lief die Fußballübertragung statt der eigenen Bondagevideos auf den Monitoren.

Beim gemeinsamen Bummel über die Messe löste ein großer Stand in Resterampen-Optik kollektives Prusten aus. Nicht wegen der Dildos im Grabbelkorb, sondern weil ein anderer Teil des Sortiments ein Zeichen entweder von Dreistigkeit oder von Merkbefreiung im Endstadium war: Ausgerechnet auf einer Bondage-Messe einen ganzen Tisch voll überteuerten Billigst-Blechschrotts zu präsentieren in der Hoffnung, dass Besucher diese Dinger trotz direkter Vergleichsmöglichkeit an den Nachbarständen für echte Handschellen und womöglich sogar für fesseltauglich halten, war nicht nur für mich nahezu unfassbar. Dass das eine Blechschellchen-Modell den Slogan „Serious Bondage Attitude“ auf der Verpackung trug, fiel dann schon unter Realsatire. Andererseits – auch Gerten, die es als Reitsportzubehör für ein Zehntel des hier geforderten Preises zu kaufen gibt, fanden zahlungskräftige Abnehmer. Der Unterschied zwischen Perversenzuschlag und „nicht billig, aber preiswert“ scheint manchen nicht ganz klar zu sein. Und von letzterem gibt es auf der Boundcon auch einiges. Das eine oder andere habe ich mir für die Zukunft mal vorgemerkt, da ist dann allerdings die Herzdame zur Anprobe gefordert.

Ganz nebenbei konnte mich außerdem eine Begünstigte zur Mitarbeit an einem gerade gestarteten Online-Magazin überzeugen.

Samstag, 12. Mai 2012

Auf zur Boundcon

The same procedure as every year: Heute auf der Boundcon, schauen, was es Neues an Spielzeug gibt, Inspirationen holen, Leute treffen – Hauptsache gut unterhalten. Leider sind einige Leute aus meinem Umfeld in diesem Jahr verhindert, dafür haben einige andere zugesagt, und die eine oder andere BC-Premiere ist auch dabei.

Donnerstag, 3. Mai 2012

Gute Frage

Netbitch findet es merkwürdig, dass Peitschenstriemen im Film immer anders aussehen als in Wirklichkeit. Ich vermute mal: Wie beim Autofahren, bei Computern oder dem Umgang mit und der Wirkung von Waffen à la Hollywood dürfte dem Unterschied eine Mischung aus Ahnungslosigkeit und Merkbefreiung, Effekthascherei und Tradition zugrunde liegen – ich sage nur Detective Gag … Die Wirklichkeit ist nicht dramatisch und fotogen genug, oder umgekehrt viel zu drastisch, um sie dem Publikum zumuten zu können. Wie beim Bevorzugen künstlichen Erdbeeraromas gegenüber dem Geschmack echter Erdbeeren kann auch das Klischee längst wirkungsmächtiger als die Realität sein, weil weder Filmschaffende noch Zuschauer überhaupt wissen, wie letztere aussieht. Und schließlich können ja auch dramatische Lizenz und Drehbuchlogik Fakten problemlos verbiegen. Die Zeiten Erich von Strohheims, als die Reitgerte noch zu den Accessoires eines Regisseurs gehörte und je nach Neigung und Anlass auch gegenüber unbotmäßigen Untergebenen zum Einsatz kam, sind heute eher vorbei – da fehlt es einfach am Fachwissen. *g*

Mein Reden

Abermals: Ich bin nicht allein in meinem Unbehagen hinsichtlich Googles zunehmend intimerer Umarmung. Auch Wil Wheaton findet, dass Google einen enormen und ärgerlichen Fehler macht:

„But Google is doing everything it can to force Google Plus on everyone, and it’s pissing me off. (…) By crippling functionality on sites Google owns (like YouTube) and forcing users to ‘upgrade’ to a service that they may not want or need to get that functionality back, Google is making a huge and annoying mistake. You get people to enthusiastically use services by making them compelling and awesome and easy to use. You don’t get people to enthusiastically use your services by forcing them to. In fact, that’s probably a great way to ensure that a huge number of people who may have been interested in trying out your service never even look at it.“

Ich bleibe aufmerksam.

Mittwoch, 2. Mai 2012

Spaß und Spiel mit Mumien zur besten Sendezeit

Dass japanische Fernsehsender zuweilen schräge und kulturell bedingt auch ins Einschlägige driftende Ideen haben, ist nichts Neues. Dank Fetish Leathercrafter Christopher bin ich darauf gestoßen, dass offenbar auch im chinesischen Fernsehen Spiele mit Bondage-Einschlag als massentaugliche Unterhaltung gelten: Er weist auf eine Gameshow hin, bei der die Kandidatinnen als Mumien verpackt einen Hindernisparcours absolvieren müssen. Das erinnert an das altehrwürdige „Spiel ohne Grenzen“ unter erschwerten Bedingungen. Die Teilnehmerinnen mühen sich zum Gaudium des Publikums nach Kräften und hüpfen, robben und rollen über, unter und durch Hindernisse, während ein Moderator den Verlauf im besten Sportreporterstil kommentiert. Interessantes Detail: Auch die Gewinnerin bleibt beim abschließenden Interview erst mal eingewickelt.

Mumienfans werden im japanischen Fernsehen ebenfalls fündig: In der Gameshow „Tore!“ müssen zwei Prominenten-Teams gegeneinander und gegen die Uhr Rätsel lösen. Die Schatzjagd im von Indiana Jones inspirierten, ägyptisch angehauchten Setting beinhaltet nicht nur pyramidales Tetris mit lebenden Figuren, sondern auch eine Mumienwickelmaschine für auf die Probe gestellte Kandidaten (Einzelvideos hier und hier sowie als Download und mit Standbildern bei Ryonani). In früheren Ausgaben der Show mussten die Kandidaten angeblich im Verlauf des Spiels aus dem Schlupfwinkel eines Kidnappers entkommen.