Donnerstag, 7. Oktober 2010

Zwischendurch im Chat

Jester: *ggg* die Frage der Woche: „Sind Vibratoren eigenlich Unterhaltungselektronik?“ ;D

Moananui (an Jester): ja klar

Katzenvater (an Jester): als Unterhaltungselektronik sind die doch nur befriedigend ;D

Moananui (an Katzenvater): dat soll und muss so sein, wurde extra so konzipiert

Jester (an Katzenvater): Das wär doch mal ein Fall, dass eine schlechte Bewertung der Stiftung Warentest richtig gut kommt …

Montag, 27. September 2010

Mehr Koch- als Knotenstudio

Wieder daheim nach einer – zu kurzen – Auszeit bei der Herzdame. Ich befinde mich momentan leider anhaltend zwischen den Mühlsteinen des Alltags, und der Reibungshitze wegen zu oft kurz vor der Explosion. Ebenso wie ich war die Gastgeberin erschöpft von den zurückliegenden Wochen und gleichfalls gesundheitlich nicht voll auf dem Damm. So spielten Verwicklungen und andere Nettigkeiten diesmal eine untergeordnete Rolle gegenüber Innehalten und Atemholen. Einige kulturelle Abstecher und soziale Verpflichtungen trugen das Ihrige zur Ablenkung bei. Auch deswegen entwickelte sich der Kurzurlaub zur kulinarischen Weltreise mit Abstechern nach Italien, England und Südostasien, in die Puszta und die Levante.

Kurzfristig ergab sich allerdings die Gelegenheit zu einem kleinen Workshop für einen Fotografen aus dem Umfeld der Herzdame. Demonstrationen und praktische Übungen an einer passenderweise anwesenden und willigen Begünstigten halfen ihm, die Grundzüge von Seilen, Knoten, Shibari und anderen Bondagevarianten kennenzulernen.

Sonntag, 19. September 2010

Arr!

The same procedure as last year? The same procedure as every year! Es ist wieder einmal Piratentag. Die Hausaufgabe heute:

Üben – wird abgefragt, und wer sie nicht beherrscht, hat sich damit freiwillig als Demonstrationsobjekt gemeldet. Arr!

Samstag, 18. September 2010

Jahrestage

Mit fortschreitendem Lebensalter wächst die Zahl der individuellen Jahrestage, im Guten wie im Schlechten. Nicht alle sind mit schönen Anlässen verbunden, und auch bei den angenehmen sind die Erinnerungen zuweilen bittersüß. Gerade bin ich ohnehin etwas neben der Spur, da ist so ein Datum nicht unbedingt der Stimmung förderlich. Erschütterungen am Wegesrand, im Rückspiegel doch näher, als sie manchmal scheinen. Wer Bescheid weiß: Ja das ist ein indirekter Jahrestag, das präzise Datum ist ein anderes, die Situation jedoch ähnlich.

Montag, 6. September 2010

Kaum ein Unterschied

Heute bin ich auf Ewelin Wawrzyniaks Diplomarbeit „Ist das Persönlichkeitskonstrukt ‚Experience Seeking‘ bei Sadomasochisten stärker ausgeprägt als bei Nicht-Sadomasochisten?“ gestoßen. Wawrzyniak, die im Übrigen auch aus gegebenem Anlass die gängigen BDSM-Klischees der Massenmedien nachhaltig abgewatscht hat, hat mit Hilfe eines umfangreichen Fragebogens untersucht, ob es in Sachen Offenheit für Erfahrungen signifikante Unterschiede zwischen Vanillas und BDSMern gibt, solange sich letzere im SSC-/RACK-Rahmen bewegen. Demnach sind „wir“ – angesichts der Vielfalt der Szene scheinen mir die Anführungszeichen angebracht – recht normal.

In Kürze, sofern ich das richtig gelesen habe: Sadisten sind der Arbeit zufolge beim Experience-Seeking relativ dicht am Vanilla-Level, Switcher und Masochisten dagegen suchen häufiger und/oder stärkere Erfahrungen. Zudem neigen Switcher signifikant häufiger zu einem ängstlich-ambivalenten Bindungsstil. Wie erwartet, haben Menschen, die stärker nach Erfahrungen hungern, eine höhere Zahl an Sexualpartnern und testen mehr Praktiken und Zusatzelemente beim Sex aus – starke, unvorhersehbare und neuartige Reize sind ja konstitutive Merkmale von BDSM-Spielen und -Sessions. Und die damit einher gehende Reduktion der Selbstaufmerksamkeit passt ja zum Loslassen und Fliegen, das für viele Anhänger den Reiz des Ganzen ausmacht.

Allerdings lautet eine weitere Erkenntnis:

„Personen, die sich sehr sicher sind, was Liebe ist, weisen mehr sexuelle Zusatzelemente auf als die liebesunsicheren Personen, jedoch weniger als die mittelmäßig liebessicheren Personen.“
Insgesamt scheinen der Auswertung zufolge BDSMer etwas extrovertierter zu sein als Vanillas. Der Neurotizismus ist bei Sadisten ebenso wie die Verträglichkeit am niedrigsten unter den drei betrachteten BDSMer-Typen, während Vanillas das andere Extrem bilden. In Sachen Gewissenhaftigkeit nimmt sich dagegen keine der Gruppen etwas.

Hinsichtlich der Extraversion konstatiert Wawrzyniak einen gewissen selbstverstärkenden Effekt bei Personen, die in der Szene aktiv sind, also auch ihr inneres Outing hinter sich gebracht haben und auf Gleichgesinnte und Gleichgestimmte treffen. Dass dabei die Sadisten am stärksten vom Vanilla-Level abweichen, führt sie auf deren Rolle im sadomasochistischen Kontext zurück – diese müssen energisch auftreten und die Führungsrolle im Spiel ausfüllen.

Niedriger Neurotizismus-Wert und sadistische Rolle sind für die Autorin eng verknüpft: Die hohe Verantwortung innerhalb einer Session erfordert eine starke Kontrolle der eigenen Gefühle, zugleich lässt sich aus der Kontrolle sowohl der eigenen Gefühle wie der Gefühle des Gegenübers Genuss ziehen. Die Kehrseite der Medaille ist der niedrigste Verträglichkeitswert bei Sadisten, Anzeichen für einen im Vergleich zum Durchschnitt kühleren, egozentrischeren, misstrauischeren und wettbewerbsorientierteren Charakter. Switcher befinden sich hinsichtlich dieser Aspekte halbwegs zwischen Sadisten einerseits und Masochisten und Vanillas andererseits.

Sonntag, 5. September 2010

Ideen, Ideen …

Diskussionen on- und offline führten zu ein paar zusätzlichen Bildideen: Interessant wäre ein Set im Star-Trek-Look, zumal sowohl die Herzdame als auch die assoziierte Flugschülerin über entsprechende Kleidung verfügen; und wenn wir nicht die Brücke der Enterprise kriegen, wird es eben eine Außenmission. Beruhigend dabei: Keine der Damen hat eine rote Uniform. Ebenfalls auf der Wunschliste sind ein paar Fotos im Western-Umfeld, und dann hat die Herzdame ja noch ein neues Mittelalterkleid, genau richtig, um als Jungfer von einer Not in die Nächste zu geraten. Eine Burg ist vorhanden, der passende Drache oder Raubritter wird sich finden.

Party mit Hindernissen

Gestern habe ich mich trotz arbeitsbedingter Müdigkeit zum Partybesuch aufgerafft. Die Herzdame konnte sich leider nicht freimachen, doch eine andere Begünstigte wollte sich das bunte Treiben einmal ansehen und wünschte sich dazu meinen Beistand – auch wegen erheblicher Sehnsucht nach Seilen. Die Zeichen standen also auf einen unterhaltsamen Abend. Doch erstens kommt es anders …

Natürlich musste sich Mr. Murphy wieder lebhaft in Erinnerung bringen: Auf dem Weg vom Parkplatz zum Ort des Geschehens wurde der Dame die Kombination aus hochhackigen Schuhen, grobem Kopfsteinpflaster und starkem Gefälle zum Verhängnis. Sie legte eine unsanfte Landung hin, zumal ich das Gelände aus männlicher Perspektive wohl etwas unterschätzt und meine Begleiterin nicht fest genug an die Hand genommen hatte. Dabei litt nicht nur ein Schuh, sondern vor allem der Fuß der Dame. Deshalb wickelten wir zum Auftakt nicht mit Seilen los, sondern erst einmal mit einer Fixierbinde aus dem Auto-Verbandskasten. Das Team hinter der Bar und der Chef des Lokals kümmerten sich mit und organisierten ein paar Coldpacks, um den Schmerz im Knöchel zu stillen.

Den größten Teil der Veranstaltung verbrachten wir dann auf einem Sofa am Rand der Tanzfläche, kontinuierlich den kaputten Knöchel kühlend und das mitgebrachte Seil nur vorsichtig einsetzend. Immerhin gab es einiges zu sehen, die Musik war gut, und die Dame nahm es mit Humor. Sie meinte, dass wir sicher irgendwann einmal ein Treffen schaffen würden, bei dem wir beide gesund wären – bislang war ja immer mindestens einer von uns beiden gesundheitlich gehandicapt, wenn es ans Knotenknüpfen ging. Die gute Nachricht am Tag danach: So wie es aussieht, ist der Knöchel nur geschwollen, keine Bänder kaputt oder andere langwierige Folgen.

Update 10.09.2010: Zu früh gefreut – die Bänder sind doch angerissen, sechs Wochen Ruhepause nötig. Mist.