Donnerstag, 20. Mai 2010

Definitionsfrage

Schon etwas älter, aber immer noch passend: Ansichtssache, was „professioneller Fotograf“ bedeutet. Ich hole dann schon mal Netz und Klebeband. *veg*

Schon wieder Australien

Die einstige Strafkolonie bemüht sich nach Kräften, ihr altes Mutterland zu überholen: Wer nach Australien reist, muss seit kurzem auf dem Einreiseformular angeben, ob er Pornographie dabei hat. Die australischen Grenzbeamten dürfen nicht nur das Gepäck, sondern auch Laptops aller Einreisenden nach entspechendem Material durchsuchen. Werden die Beamten bei jemand fündig, der „Nein“ angekreuzt hat, bekommt derjenige Ärger, egal ob er gelogen hat oder sich sein Verständnis nur nicht mit der australischen Definition deckt. Ein „Ja“ ist allerdings auch nicht unbedingt die Lösung.

Außerdem haben die australischen Behörden den Reisepass des WikiLeaks-Gründers Julian Assange bei seiner Heimkehr einkassiert. Assange hat unter anderm die australische Netzsperren-Liste samt ihrer Vielzahl von Fehlern öffentlich gemacht.

Mittwoch, 19. Mai 2010

Von Wochenende zu Wochenende

Keine Atempause seit der Boundcon: Siebenmeilenstiefel und wahlweise eine Zeitmaschine oder die Fähigkeit zur Bilokation wären in Tagen wie diesen sehr hilfreich. Die Bilderstapel sind immer noch nicht abgearbeitet, auch weil normaler Alltag und täglicher Broterwerb ihren Tribut fordern. Zudem musste ich den üblichen Arbeitsanfall in weniger Zeit pressen, um ein verlängertes Wochenende bei der Herzdame verbringen zu können.

Besagte Dame harrte mit angegriffener Gesundheit meiner Ankunft, und so eilte ich mit den Ingredienzien des Heiltrunks im Kofferraum und der Rezeptur im Kopf in wilder Reise durch die Nacht. Das am nächsten Tag gebraute Elixier tat seine Wirkung, und so konnten wir uns angenehmen Dingen zuwenden. Die Zeit dazu war leider etwas knapper als ohnehin befürchtet, musste die Dame im Gegensatz zu mir doch nicht nur arbeiten, sondern auch noch überraschend für eine noch kränkere Kollegin einspringen.

Trotzdem fand sich Gelegenheit zu einigen Knotenvariationen, zumal das Wetter von Aktivitäten unter freiem Himmel eher abschreckte. Nicht nur die letzten Neuerwerbungen bewährten sich, wir testeten auch einige neue und durch diverse Abspannungen stabilisierte Positionen erfolgreich aus. Carpe Diem hin oder her – wir haben uns außerdem ein paar Gedanken darüber gemacht, was die Zukunft bringt, und wie wir sie in die hoffentlich richtige Richtung schubsen können.

Sonntags hieß es schon wieder Abschied nehmen, und ich stürzte mich südwärts und nach zu kurzer Nacht in die aktuelle Arbeitswoche. Das kommende Wochenende ist ebenfalls schon wieder verplant: Eine liebe Freundin feiert einen runden Geburtstag. Da nicht nur sie, sondern auch diverse eingeladene Gäste zum Kreis der Gleichgesinnten gehören, die ich neulich und auf der Boundcon getroffen habe, dürfte sich ein Teil der Gespräche um einschlägige Themen drehen. Sehr wahrscheinlich werden wir wohl irgendwann auch von der Theorie zur Praxis wechseln.

Das Wochenende darauf steht abermals im Zeichen der Seile, denn eine weitere Begünstigte hat sich wegen des dringenden Bedürfnisses nach Entspannung angesagt. Jene Dame hat außerdem Interesse an einem vertieften Workshop in Seil- und Knotenkunde, um auch anderen Verwicklungen zu bereiten. Allerdings steht der Termin dafür noch nicht fest. Derweil fallen drumherum einige zusätzliche Verpflichtungen aus dem normalen Leben an, und der Geburtstag der Herzdame ist dann auch schon wieder fast da.

Kleiner Lichtblick inmitten des Sturms: Die Zeit des Mangels neigt sich zumindest in einem Punkt dem Ende entgegen. Der neue Rechner ist immerhin komplett zusammengeschraubt und mit zwei Betriebssystemen versehen, jetzt fehlen nur noch Programme, Konfiguration und die Übernahme der Daten von dessen in die ewigen Jagdgründe eingegangenen Vorgänger.

Montag, 10. Mai 2010

Cat Content reloaded

Auf den Zusammenhang zwischen Katzen, Bondage und BDSM hatte ich vor einiger Zeit schon einmal hingewiesen. Selbst Pin-Up-Queen Bettie Page hat gelegentlich mit Pelzknäueln posiert, wenn auch leider ohne Seile: Das Tumblrblog almost famous cats hat vor ein paar Tagen nicht nur ein Foto von Bettie Page mit Katze gebracht, sondern auch kurz danach noch ein zweites nachgeschoben. Da sei dann sogar die falsche Schreibung des Namens verziehen.

Ich kann es Ihnen verraten, aber dann muss ich Sie töten

Immer, wenn man denkt Dümmer geht's nimmer, kommt jemand daher und beweist das Gegenteil: Es sind Belege aufgetaucht, dass das australische Ministerium für Breitband, Kommunikation und Digitale Wirtschaft (Ministry of Broadband, Communications and the Digital Economy), das einen landesweiten Zensurfilter nach chinesischem Vorbild propagiert, nichtöffentliche Foren betrieben hat, um mit betroffenen Providern zu diskutieren. Dort findet sich auch der Vorschlag, dass in Australien Anleitungen zum Umgehen von Zensurfiltern künftig verboten sein sollen und das Zugänglichmachen solcher Anleitungen als Verbrechen eingestuft werden soll. Dies soll auch dann gelten, wenn das, was die Anleitungen beschreiben, legal ist, weil es sich um simple Netzwerkkonfiguration handelt.

Weitere Juwelen des politischen Populismus: Der Minister und seine Untergebenen gaben zu, zu wissen, dass das mit großem Getöse als Schutzmaßnahme für Sitte, Moral und Kinder durchgesetzte Filtersystem in der Praxis alles andere als effektiv ist. Außerdem soll das Filtersystem (von dem weder sein Startdatum noch seine Funktion in der Praxis geklärt sind) eine Bewertung bzw. Revision unterzogen werden, sobald 10.000 URLs erfasst sind und das Internet im abgeschotteten Australien wegen Überlastung des Filters leistungsmäßig in die Knie geht. Das ganze Vorhaben würde, so die australische Piratenpartei, „politische Debatten effektiv im Keim ersticken“ und ist ein weiteres Beispiel für das Gemisch aus Idiotie, Lobbyismus, Unwissenheit, Faulheit und dreisten Lügen, mit dem Politiker und Strippenzieher in aller Welt die Bürger für dumm verkaufen und entrechten wollen.

Sonntag, 9. Mai 2010

Boundcon im Rückspiegel

Zurück von der Boundcon. Schön und lang war es wieder, obwohl ich den Eindruck hatte, dass diesmal ein paar Aussteller weniger da waren. Dafür gab es einige raumgreifende Monsterstände, leider von Anbietern jenseits meiner Interessen. Aber Latex scheint demnach stark im Kommen zu sein … Wie erwartet, habe ich etliche, wenn auch leider nicht alle erhofften Bekannten getroffen und dazu ein paar unerwartete Begegnungen gehabt. Wider Erwarten habe ich sogar noch mehr Bilder als beim letzten Mal gemacht, obwohl ich viel Zeit dem Fachsimpeln über einschlägige Themen und Fototechnik gewidmet habe.

Unter anderem habe ich ein sehr interessantes Gespräch mit Lew Rubens geführt, dessen von Robert Bishop inspirierten Stil ich sehr schätze – und nebenbei ein grandioses Bild von ihm in Action gemacht; pures Glück weil der im selben Moment ausgelöste Blitz eines anderen Fotografen gegenüber für knackiges Streiflicht gesorgt hat. Außerdem hatte ich selbst Gelegenheit, zu Demonstrationszwecken ein paar Seile in die Hand zu nehmen. An dieser Stelle noch einmal danke an die so enthusiastische wie flexible Begleiterin.

Ansonsten war die BC wie immer eine Verkaufsmesse mit Vorführungen, dementsprechend habe ich auch ein paar kleine Gemeinheiten für den allfälligen Einsatz mitgenommen. Die Shows auf der Bühne und Demonstrationen an den Ständen, die ich gesehen habe, bewegten sich durchgängig auf hohem Niveau. Besonders interessant war die Performance von Dragonrope, der Bondage mit einer Rahmenhandlung um Liebe und Eifersucht im Stil der 30er/40er verbunden hat – ich denke, ich sollte Gabriel doch öfter einmal rauslassen. Ich weiß nicht, ob Gords Anwesenheit mit ein Auslöser war: Diesmal gab es abends auch Ponywagenrennen vor der Halle. *g*

Auffällig, wie viel Jungvolk da war: Da verschiebt sich der Punkt, an dem man seine Neigung entdeckt und sie sich auch auszuleben traut, im Vergleich zu meiner Generation inzwischen doch deutlich nach vorne. Immer wieder sah ich eindrucksvolles und technisch perfektes Shibari, das Rigger beiderlei Geschlechts und höchstens Anfang 20 an ihren Begleitern und Begleiterinnen just for fun gewickelt hatten.

Die messeüblichen Pappnasen gab es natürlich auch, etwa die, die „Nein“ erst im dritten Anlauf verstehen. Und wer als eher kugelförmiger Jungdom mit dem T-Shirt-Spruch „Es gibt keine hässlichen Frauen, es gibt nur zu wenig Bier“ aufläuft und auch ansonsten alle Klischees erfüllt, hat den Schuss noch nicht gehört (Und nein, ich glaube nicht, dass T-Shirt und Auftreten ironisch gemeint waren.).

Freitag, 7. Mai 2010

Up, up and away

Es ist mal wieder Boundcon, und so mache ich mich auf, um ein wenig einzukaufen und ein oder zwei Fotos zu machen. Leider haben doch einige interessante Personen – auch unter den üblichen Verdächtigen – abgesagt, und bei dem einen oder anderen ist noch nicht entschieden, ob es klappt. Dennoch dürfte es interessant werden, und ich werde wohl einige alte Bekannte mal wieder sehen.