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Der Rest macht etwas mehr Arbeit: shiniez hat Recht: Dominating ain't easy. Die Leute machen sich da völlig falsche Vorstellungen …
Besser ein geistreicher Narr als ein närrischer Geist
Der Rest macht etwas mehr Arbeit: shiniez hat Recht: Dominating ain't easy. Die Leute machen sich da völlig falsche Vorstellungen …
* The Jester um 19:43 * Labels: Hintergrund, Mainstream, Szene
Nicht nur für mich sind Filme und Serien aus Kindertagen die erste Dosis Fetish Fuel gewesen. Im Rückblick zeigt sich zudem, dass manches erheblich weniger harmlose Erklärungen zulässt. Beweisstück A: Josh Bazell, der in „Wild Thing“ Leading Lady und Paläontologin Violet Hurst (die passagenweise Abby Sciuto channelt) seinen Helden Dr. Lionel Azimuth alias Ex-Mafia-Killer Pietro Brnwa über Scooby Doo aufklärt:
“(…) The only person who gets anything out of it is Daphne.”
“That’s the blond one?”
“Her hair’s red. She gets herself kidnapped all the time, because the only way she can come is by being fucked in the ass while she’s tied up.”
Auch wenn der Plot mit etwas weniger Splatter und Gewalt gut zu einer Scooby-Doo-Folge passen könnte, gibt es außerhalb dieser Anspielung allerdings keinen DiD-Moment. Nebenbei bemerkt: Bazell hyperventiliert stilistisch und actionmäßig in „Wild Thing“ nicht mehr so heftig wie in seinem Debüt „Beat the Reaper“. Dafür wirkt hier das immer wieder begründete Nebeneinander der Erzählperspektiven etwas gezwungen, und als wäre der Autor immer noch auf der Suche nach seinem Stil.
Heute wäre ein guter Anlass, zu grünem Seil oder Klebeband zu greifen, ein hübsches Päckchen zu packen und den Tag angemessen zu feiern. Allein: Ich habe leider keinen Leprechaun zu fassen gekriegt, der mir den Wunsch nach einer Begünstigten in Reichweite erfüllen könnte. Also tröste ich mich mit irischem Whiskey.
Dem einen oder anderen ist es vielleicht schon aufgefallen: Google hat die in diesem Blog bereits erwähnte Auslieferung von Blog-Inhalten entsprechend der nationalen Herkunft des Besuchers anscheinend flächendeckend eingeführt. Erkennbar ist dies daran, dass die blogspot.com-Adresse zu einer Länderdomain wie .at, .ch oder .de wechselt. Leser sollten sich eventuell die URL jestercentral.blogspot.com/ncr merken, über die der Aufruf dieses Blogs derzeit noch länderunabhängig möglich ist. Auch jenseits davon lohnt es sich, sich mit den unterschiedlichen Möglichkeiten zu befassen, lokale Sperren zu umgehen – und auch das Filter-Bubble-Problem im Hinterkopf zu behalten.
* The Jester um 22:11 * Labels: Interna, Machtverhältnisse, Mainstream
PayPals Versuch, sich als Geschmackspolizei aufzuspielen, ist vorerst gescheitert: Nach massiven Protesten musste das Unternehmen einen Rückzieher machen. So etwas ist freilich nur ein schwacher Trost, solange Unternehmen einerseits Nutzerdaten mit dem ganz großen Staubsauger sammeln, auf Zuruf herausgeben und in puncto Datenschutz und Sicherheit erhebliche Nonchalance zeigen, andererseits ihre Nutzer nach undurchsichtigen Kriterien gängeln und bei angeblichen Verstößen kujonieren. Der gleiche Ansatz der Privatzensur wie im PayPal-Fall, nur wesentlich weitreichender.
Und auch die Bestrebungen, dem Internet Fesseln anzulegen, gehen weiter, business as usual mit den üblichen Verdächtigen. Während man auf EU-Ebene dabei ein eigenwilliges Verständnis von „Transparenz“ pflegt, verzichtet man eine Ebene tiefer gleich darauf und begründet das damit, eine offene Berichterstattung würde die öffentliche Sicherheit gefährden. Selbst nimmt man es dann mit dem Recht und vor allen den Grundrechten nicht mehr so genau. Politik und Wirtschaft schrauben schon wieder am kontrollierten Kindernet mit Extra-Winkel für Blogs.
Neueste Ausgeburt dieses Denkens ist eine ab Werk auf dem PC installierte Software, die jede Mediendatei beim Öffnen prüft und verdächtige Inhalte automatisch löscht – natürlich wieder mit dem Totschlagargument „Kinderpornographie“, bekannten Beteiligten und hanebüchenen Versprechungen; kein Wunder, dass sich Vermutungen aufdrängen:
„Da stört sich jemand daran, daß das Internet verteilt und überstaatlich ist. Will da etwa jemand zurück zum zentralisierten innerstaatlichen Datennetz wie seinerzeit BTX? Steckt das dahinter?“
Abgesehen davon, dass Hash-Kollisionen und False Positives entgegen der vollmundigen Behauptungen durchaus im Bereich des Möglichen liegen: Wer so tiefgreifende Rechte auf einem fremden System hat, kann dort jede Datei manipulieren, löschen oder auch erst ablegen: Miniwahr auf jedem Rechner. Der Kampf geht weiter.
* The Jester um 22:08 * Labels: Hintergrund, Machtverhältnisse, Mainstream
Geht es um Bondage und BDSM, spielen Knebel eine wichtige Rolle: Wie bei der Beschränkung von Sehsinn und Gehör geht es zum einen um Machtausübung und Isolation, zum anderen um Fallenlassen und die Aufgabe von Kontrolle. Sowohl für Tops wie für Bottoms ist ein Knebel häufig das I-Tüpfelchen, das eine Bondage erst vollständig macht. Bei härter angelegten Sessions bietet ein Knebel zudem die Möglichkeit für Sub/Bottom, sich gehen zu lassen und zugleich einen Anker, um die Zähne zusammenzubeißen und Zumutungen besser auszuhalten. Ganz pragmatisch schließlich dient ein Knebel der Schalldämmung und erlaubt so heftigere Spiele auch in hellhörigen Wohnungen, ohne die Nachbarn zu verschrecken. Dabei gibt es für jede Vorliebe improvisierte, selbstgebaute und kaufbare Varianten.
Die einzelnen Typen unterscheiden sich nicht nur in der Optik, sondern auch in Wirkung und Tragekomfort. Den Einstieg markiert der „Detective Gag“, so benannt nach seinem überwiegenden Auftauchen in prägenden Krimiserien und Kinofilmen. Der klassische Krimi-Knebel besteht nur aus einem mehr oder weniger fest über die Mundpartie gebundenem Tuch und ist damit allenfalls dekorativ, aber nicht wirkungsvoll. Nicht selten muss die Dame in Bedrängnis beim Agieren aufpassen, dass der Pseudo-Knebel nicht durch eine unvorsichtige Bewegung einfach abfällt. Sprechen ist damit praktisch ohne Einschränkung möglich.
Schon etwas wirkungsvoller ist der „Cleave Gag“, bei dem das zu einem Streifen gerollte oder gefaltete Tuch zwischen die Zähne des/der Begünstigten geschoben wird. Ja nach Festigkeit der Bindung und Dicke des Tuchs lässt sich das Artikulationsvermögen schon recht spürbar beeinträchtigen, vor allem wenn ein dicker Knoten im Tuch oder ein separates, zum Knäuel gerolltes Tuch o. ä. den Mund zusätzlich füllt. Trotz begrenzter Verständlichkeit können Träger von Cleave Gags allerdings immer noch recht laut werden.
Jenseits der klassischen Optik ist ein Stoffknebel nicht jedermanns Geschmack. Zum einen saugt sich der Stoff mit der Zeit mit Speichel voll und verändert so Konsistenz und Tragegefühl, zum anderen können lose Stoffzipfel im Rachen einen Würgereiz auslösen.
Ähnlich beliebt in Film und Fernsehen ist der Tape Gag, also ein Knebel aus Klebeband. Haftkraft und Wirksamkeit hängen hier nicht nur von Art und Menge des gewählten Materials ab. Glätte der Haut, Schweißentwicklung oder Kosmetik haben ebenfalls erheblichen Einfluss. Auch hier gibt es die Deko-Variante in Form eines minimalistisch über die Lippen drapierten Klebebandstückchens, ebenso aber auch sehr wirkungsvolle Ausführungen.
Die effektiveren Vertreter ihrer Art entfernen allerdings beim Abziehen unter Umständen Haarwuchs auf den von ihnen bedeckten Flächen. Wer davon dann noch keine Hautreizung hat, hat die nächste Chance beim Entfernen hartnäckiger Klebstoffreste mit unterschiedlichen Lösungsmitteln. Geringer ist das Risiko, wenn man sich das Knebelmaterial nicht im Baumarkt, sondern im Sanitätsfachhandel besorgt – und auch da ist der Unterschied etwa zwischen Leukosilk und Leukoplast in mehr als einer Hinsicht spürbar.
Geradezu das BDSM-Klischee ist der – bevorzugt rote – Ballknebel. Auch in guter Qualität erschwinglich, relativ pflegeleicht und einigermaßen narrensicher in der Anwendung (no pun intended), dürfte er wohl zu den verbreitetsten Spielzeugen von Bondagern und BDSMern gehören. Wichtig ist es hier, die Ballgröße auf Mundvolumen und -größe des bzw. der Begünstigten abzustimmen. Zu klein ist wirkungslos, zu groß sorgt schneller als nötig für Schmerzen und Muskelkater. Ein gut passender Ballknebel kann dagegen erstaunlich effektiv sein.
Beim klassischen Design läuft ein Lederriemen mitten durch den Ball. Ein gewisser Nachteil dieser Bauform ist, dass der Riemen bei einem fest zugezogenen Ballknebel in die Mundwinkel der Trägerin einschneidet. Fest sitzen sollte er aber, damit ihn die Begünstigte nicht einfach mit der Zunge aus dem Mund drücken kann. Aufgrund dieser Anforderungen entstanden aus dem selbstbau-freundlichen Basismodell etliche Varianten. Statt ihn einfach durch den Halteriemen zu fädeln, lässt sich etwa der Ball an einer Frontplatte befestigen, was den Tragekomfort deutlich erhöht und zugleich festes Anlegen ermöglicht. Bei Harness Gags erhöhen zusätzliche Riemen die Wahrscheinlichkeit, dass der oder die Begünstigte den Knebel auch solange im Mund behält, wie Top es will, egal ob mit oder ohne Frontplatte.
Die Hauptkomponente eines solchen Knebels muss nicht immer Ballform haben. Die Bandbreite reicht von unterschiedlich geformten Lederkissen bis hin zu anatomisch mehr oder weniger korrekt nachgebildeten Plugs. Weiche Kissenknebel wie auf dem Bild unten links sind auch für Untrainierte länger tragbar, während aufblasbare Knebel vor allem in der Butterfly-Variante alles andere als stressfrei sind, dafür jedoch zu den wirkungsvollsten Knebeltypen gehören. Nicht nur beim Pony Play sind Stangen- und Trensenknebel nützlich, machen Sie Begünstigte doch nicht nur lenkbar, sondern halten auch bissige Subbies im Zaum. Abhängig vom Durchmesser aller beteiligten Elemente bieten Ringknebel besondere Spielmöglichkeiten, können doch Begünstigte damit den Mund nicht schließen. Die Hardcore-Version davon sind Spider Gags, die ihren Namen von den über die Wangen reichenden, an Spinnenbeine erinnernden Metallklauen haben, und aus dem medizinischen Bereich stammende Kiefersperren.
Wesentliches Element eines wirksamen Knebels ist die Mundfüllung: Entgegen gängiger Fantasien ist dabei Lautlosigkeit nicht zu erreichen. Was ein Knebel kann, ist den Resonanzraum der Mundhöhle zu verkleinern und damit die Lautstärke zu verringern sowie die Artikulationsmöglichkeiten beschränken. Beides ist nicht ohne Nebenwirkungen möglich: Ein direktes Risiko ist das Verlegen der Atemwege durch den Knebel, ein indirektes das Auslösen eines Würgereizes oder eines Panikanfalls mit jeweils fatalen Folgen. Besonders der im japanischen Bondagestil häufige „over the nose gag“, bei dem das abschließende Tuch nicht nur die Mundpartie, sondern auch die Nase abdeckt, kann atemtechnisch problematisch werden. Auch wer Knebel gerne in mehreren Schichten aufbaut, sollte daran denken, dass ein Knebel im Notfall dann mit beherztem Werkzeugeinsatz entfernt werden muss.
Weniger offensichtliche Risiken ergeben sich aus dem verwendeten Knebelmaterial. So können etwa von den immer wieder als Knebelbällen zu findenden lackierten Holzkugeln nicht nur Farbsplitter abspringen. Ebenso wie bei ungepolsterten Metallringknebeln kann hier auch das Gebiss in Mitleidenschaft gezogen werden – und eine Zahnbehandlung steht im Normalfall selbst bei erklärten Masochisten nicht sehr weit oben auf der Session-Wunschliste. Andere Materialien sind auch nicht ohne; so hatte ich in meinem Bestand einen Harness Gag, der durch massiv ausgasende Weichmacher des Knebelballes relativ schnell untragbar wurde. Beim Kauf lohnt es sich deshalb, auf Qualität zu achten. In die Kategorie „Geschenkt ist noch zu teuer“ fallen etwa mit den Blechhandschellen mit und ohne Plüschüberzug vergleichbare Billig-Ballknebel, die aus einer Hartplastikkugel und Latexband mit Klettverschluss bestehen.
Etwas abseits von klassischen Knebeln sind andere Möglichkeiten, Stille zu erzwingen. Während Active Noise Cancelling in dieser Hinsicht noch nicht wirklich einsatzbereit ist, spielt mancher in der Szene mit dem Gedanken, Elektroschock-Halsbänder einzusetzen, die eigentlich dazu gedacht sind, Hunden das Bellen abzugewöhnen. Aber da empfiehlt sich dann schon eher der Befehl an Subbie, ein rohes Ei im Mund zu behalten, ohne es zu zerbrechen.
Ein Aspekt vor allem von Ball-, Ring- und Stangenknebeln ist der von ihnen verursachte ungebremste Speichelfluss. „Drooling“ bedeutet für manche zusätzliche Demütigung und entsprechenden Kick, für andere wiederum ist es ein No-Go – hier gilt es nach persönlichen Vorlieben auszuwählen, primär natürlich nach denen des Riggers, Tops oder Doms. *veg*
* The Jester um 23:56 * Labels: Machtverhältnisse, Risiko, Sinne, Spiel, Spielzeug, Tipps und Tricks
PayPal ist schon in der Vergangenheit immer wieder als wenig servicefreundlich und durch Geschäftsgebaren nach Gutsherrenart aufgefallen. Aktuell setzt PayPal Anbieter erotischer E-Books unter Druck und zwingt sie, Bücher etwa mit BDSM-Themen aus dem Programm zu nehmen, auch wenn es sich um Inhalte handelt, die selbst in den öffentlich prüden USA legal sind. Wenn ein Dienstleister seine Dienste verweigert, bietet sich eigentlich eine Lösung an. Und bei aller Marktmacht, mit der Branchenriesen hier versuchen, jenseits ihrer Aufgaben Politik zu machen: Es lässt sich sicher eine Alternative finden.
* The Jester um 22:20 * Labels: Machtverhältnisse, Mainstream, Szene