Samstag, 16. Oktober 2010

Heute back ich, morgen brau ich …

… und übermorgen mach ich der Königin – nun ja, so etwa, auch wenn die Reihenfolge nicht so ganz stimmt, und die Taten nur annähernd. Heute war ich zumindest in der Küche aktiv und auch mit Backzutaten, aber morgen setze ich erst einmal die Inspirationen von neulich in die Tat um: Dank einer kurzentschlossenen Freiwilligen mache ich morgen ein, zwei oder auch mehr Fotos einer Dame in Seilen und setze damit endlich die schon länger angedachten einschlägigen Halloween-Bilder um.

Sonntag, 10. Oktober 2010

Kein Tag wie jeder andere

Bringt mir 42 Jungfern, auf dass ich sie in Not bringen kann! Durch die Tür hinaus, zur linken Reihe, jede nur ein Seil. Warum? Darum natürlich: Heute ist der 10.10.10, und als Binärzahl interpretiert ist das die 42 – das sollte natürlich angemessen begangen werden. Allein, so wie die 42 schon im ersten Anlauf die richtige Antwort auf die falsche Frage war, blieben das Leben, das Universum und der ganze Rest auch heute in erster Linie Mr. Murphy treu. Ob des anhaltenden Trubels nicht nur in meinem direkten Umfeld hatte ich heute leider nicht einmal eine einzige Begünstigte zur Hand, um sie mit 42 Knoten zu dekorieren.

Der Codename „Maverick Meerkat“ statt des angesichts des Datums naheliegenden Bugblatter Beast of Traal bereitete auch auf eine andere kleine Enttäuschung vor: Ubuntu  10.10 wird von den Entwicklern zwar als „Perfect 10“ bezeichnet, aber dennoch ohne Babelfish-Aquarium und Hitchhiker's Guide ausgeliefert.

Eher mit Vorsicht zu genießen dürfte das Vertical Epic Stone 10.10.10 von Stone Brewing sein, das ebenfalls heute seine offizielle Premiere hatte: Ein nach belgischem Vorbild gebrautes Ale aus Muskat-, Gewürztraminer- und Sauvignon-Blanc-Trauben mit Kamille und 9 % Alkohol – da bleibe ich dann doch lieber bei einem Pangalaktischen Donnergurgler.

Wenigstens kam ich zwischen der Arbeit zur Erholung in freier Natur und so zu einigen nicht einschlägigen Fotos. Nebenbei bin ich noch über eine neue Shibari-Figur und ein paar Bildideen für ein Bondage-Shooting zu Halloween gestolpert. Mal sehen, ob sich das rechtzeitig realisieren lässt. Womit wir wieder bei den eingangs erwähnten 42 Jungfern wären … Mutige Damen, die nicht fürchten Seile und Gefahr, dürfen sich auf den bekannten Wegen melden. Solange das Handtuch dabei ist, kann nichts passieren.

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Zwischendurch im Chat

Jester: *ggg* die Frage der Woche: „Sind Vibratoren eigenlich Unterhaltungselektronik?“ ;D

Moananui (an Jester): ja klar

Katzenvater (an Jester): als Unterhaltungselektronik sind die doch nur befriedigend ;D

Moananui (an Katzenvater): dat soll und muss so sein, wurde extra so konzipiert

Jester (an Katzenvater): Das wär doch mal ein Fall, dass eine schlechte Bewertung der Stiftung Warentest richtig gut kommt …

Montag, 27. September 2010

Mehr Koch- als Knotenstudio

Wieder daheim nach einer – zu kurzen – Auszeit bei der Herzdame. Ich befinde mich momentan leider anhaltend zwischen den Mühlsteinen des Alltags, und der Reibungshitze wegen zu oft kurz vor der Explosion. Ebenso wie ich war die Gastgeberin erschöpft von den zurückliegenden Wochen und gleichfalls gesundheitlich nicht voll auf dem Damm. So spielten Verwicklungen und andere Nettigkeiten diesmal eine untergeordnete Rolle gegenüber Innehalten und Atemholen. Einige kulturelle Abstecher und soziale Verpflichtungen trugen das Ihrige zur Ablenkung bei. Auch deswegen entwickelte sich der Kurzurlaub zur kulinarischen Weltreise mit Abstechern nach Italien, England und Südostasien, in die Puszta und die Levante.

Kurzfristig ergab sich allerdings die Gelegenheit zu einem kleinen Workshop für einen Fotografen aus dem Umfeld der Herzdame. Demonstrationen und praktische Übungen an einer passenderweise anwesenden und willigen Begünstigten halfen ihm, die Grundzüge von Seilen, Knoten, Shibari und anderen Bondagevarianten kennenzulernen.

Sonntag, 19. September 2010

Arr!

The same procedure as last year? The same procedure as every year! Es ist wieder einmal Piratentag. Die Hausaufgabe heute:

Üben – wird abgefragt, und wer sie nicht beherrscht, hat sich damit freiwillig als Demonstrationsobjekt gemeldet. Arr!

Samstag, 18. September 2010

Jahrestage

Mit fortschreitendem Lebensalter wächst die Zahl der individuellen Jahrestage, im Guten wie im Schlechten. Nicht alle sind mit schönen Anlässen verbunden, und auch bei den angenehmen sind die Erinnerungen zuweilen bittersüß. Gerade bin ich ohnehin etwas neben der Spur, da ist so ein Datum nicht unbedingt der Stimmung förderlich. Erschütterungen am Wegesrand, im Rückspiegel doch näher, als sie manchmal scheinen. Wer Bescheid weiß: Ja das ist ein indirekter Jahrestag, das präzise Datum ist ein anderes, die Situation jedoch ähnlich.

Montag, 6. September 2010

Kaum ein Unterschied

Heute bin ich auf Ewelin Wawrzyniaks Diplomarbeit „Ist das Persönlichkeitskonstrukt ‚Experience Seeking‘ bei Sadomasochisten stärker ausgeprägt als bei Nicht-Sadomasochisten?“ gestoßen. Wawrzyniak, die im Übrigen auch aus gegebenem Anlass die gängigen BDSM-Klischees der Massenmedien nachhaltig abgewatscht hat, hat mit Hilfe eines umfangreichen Fragebogens untersucht, ob es in Sachen Offenheit für Erfahrungen signifikante Unterschiede zwischen Vanillas und BDSMern gibt, solange sich letzere im SSC-/RACK-Rahmen bewegen. Demnach sind „wir“ – angesichts der Vielfalt der Szene scheinen mir die Anführungszeichen angebracht – recht normal.

In Kürze, sofern ich das richtig gelesen habe: Sadisten sind der Arbeit zufolge beim Experience-Seeking relativ dicht am Vanilla-Level, Switcher und Masochisten dagegen suchen häufiger und/oder stärkere Erfahrungen. Zudem neigen Switcher signifikant häufiger zu einem ängstlich-ambivalenten Bindungsstil. Wie erwartet, haben Menschen, die stärker nach Erfahrungen hungern, eine höhere Zahl an Sexualpartnern und testen mehr Praktiken und Zusatzelemente beim Sex aus – starke, unvorhersehbare und neuartige Reize sind ja konstitutive Merkmale von BDSM-Spielen und -Sessions. Und die damit einher gehende Reduktion der Selbstaufmerksamkeit passt ja zum Loslassen und Fliegen, das für viele Anhänger den Reiz des Ganzen ausmacht.

Allerdings lautet eine weitere Erkenntnis:

„Personen, die sich sehr sicher sind, was Liebe ist, weisen mehr sexuelle Zusatzelemente auf als die liebesunsicheren Personen, jedoch weniger als die mittelmäßig liebessicheren Personen.“
Insgesamt scheinen der Auswertung zufolge BDSMer etwas extrovertierter zu sein als Vanillas. Der Neurotizismus ist bei Sadisten ebenso wie die Verträglichkeit am niedrigsten unter den drei betrachteten BDSMer-Typen, während Vanillas das andere Extrem bilden. In Sachen Gewissenhaftigkeit nimmt sich dagegen keine der Gruppen etwas.

Hinsichtlich der Extraversion konstatiert Wawrzyniak einen gewissen selbstverstärkenden Effekt bei Personen, die in der Szene aktiv sind, also auch ihr inneres Outing hinter sich gebracht haben und auf Gleichgesinnte und Gleichgestimmte treffen. Dass dabei die Sadisten am stärksten vom Vanilla-Level abweichen, führt sie auf deren Rolle im sadomasochistischen Kontext zurück – diese müssen energisch auftreten und die Führungsrolle im Spiel ausfüllen.

Niedriger Neurotizismus-Wert und sadistische Rolle sind für die Autorin eng verknüpft: Die hohe Verantwortung innerhalb einer Session erfordert eine starke Kontrolle der eigenen Gefühle, zugleich lässt sich aus der Kontrolle sowohl der eigenen Gefühle wie der Gefühle des Gegenübers Genuss ziehen. Die Kehrseite der Medaille ist der niedrigste Verträglichkeitswert bei Sadisten, Anzeichen für einen im Vergleich zum Durchschnitt kühleren, egozentrischeren, misstrauischeren und wettbewerbsorientierteren Charakter. Switcher befinden sich hinsichtlich dieser Aspekte halbwegs zwischen Sadisten einerseits und Masochisten und Vanillas andererseits.