Montag, 10. Mai 2010

Cat Content reloaded

Auf den Zusammenhang zwischen Katzen, Bondage und BDSM hatte ich vor einiger Zeit schon einmal hingewiesen. Selbst Pin-Up-Queen Bettie Page hat gelegentlich mit Pelzknäueln posiert, wenn auch leider ohne Seile: Das Tumblrblog almost famous cats hat vor ein paar Tagen nicht nur ein Foto von Bettie Page mit Katze gebracht, sondern auch kurz danach noch ein zweites nachgeschoben. Da sei dann sogar die falsche Schreibung des Namens verziehen.

Ich kann es Ihnen verraten, aber dann muss ich Sie töten

Immer, wenn man denkt Dümmer geht's nimmer, kommt jemand daher und beweist das Gegenteil: Es sind Belege aufgetaucht, dass das australische Ministerium für Breitband, Kommunikation und Digitale Wirtschaft (Ministry of Broadband, Communications and the Digital Economy), das einen landesweiten Zensurfilter nach chinesischem Vorbild propagiert, nichtöffentliche Foren betrieben hat, um mit betroffenen Providern zu diskutieren. Dort findet sich auch der Vorschlag, dass in Australien Anleitungen zum Umgehen von Zensurfiltern künftig verboten sein sollen und das Zugänglichmachen solcher Anleitungen als Verbrechen eingestuft werden soll. Dies soll auch dann gelten, wenn das, was die Anleitungen beschreiben, legal ist, weil es sich um simple Netzwerkkonfiguration handelt.

Weitere Juwelen des politischen Populismus: Der Minister und seine Untergebenen gaben zu, zu wissen, dass das mit großem Getöse als Schutzmaßnahme für Sitte, Moral und Kinder durchgesetzte Filtersystem in der Praxis alles andere als effektiv ist. Außerdem soll das Filtersystem (von dem weder sein Startdatum noch seine Funktion in der Praxis geklärt sind) eine Bewertung bzw. Revision unterzogen werden, sobald 10.000 URLs erfasst sind und das Internet im abgeschotteten Australien wegen Überlastung des Filters leistungsmäßig in die Knie geht. Das ganze Vorhaben würde, so die australische Piratenpartei, „politische Debatten effektiv im Keim ersticken“ und ist ein weiteres Beispiel für das Gemisch aus Idiotie, Lobbyismus, Unwissenheit, Faulheit und dreisten Lügen, mit dem Politiker und Strippenzieher in aller Welt die Bürger für dumm verkaufen und entrechten wollen.

Sonntag, 9. Mai 2010

Boundcon im Rückspiegel

Zurück von der Boundcon. Schön und lang war es wieder, obwohl ich den Eindruck hatte, dass diesmal ein paar Aussteller weniger da waren. Dafür gab es einige raumgreifende Monsterstände, leider von Anbietern jenseits meiner Interessen. Aber Latex scheint demnach stark im Kommen zu sein … Wie erwartet, habe ich etliche, wenn auch leider nicht alle erhofften Bekannten getroffen und dazu ein paar unerwartete Begegnungen gehabt. Wider Erwarten habe ich sogar noch mehr Bilder als beim letzten Mal gemacht, obwohl ich viel Zeit dem Fachsimpeln über einschlägige Themen und Fototechnik gewidmet habe.

Unter anderem habe ich ein sehr interessantes Gespräch mit Lew Rubens geführt, dessen von Robert Bishop inspirierten Stil ich sehr schätze – und nebenbei ein grandioses Bild von ihm in Action gemacht; pures Glück weil der im selben Moment ausgelöste Blitz eines anderen Fotografen gegenüber für knackiges Streiflicht gesorgt hat. Außerdem hatte ich selbst Gelegenheit, zu Demonstrationszwecken ein paar Seile in die Hand zu nehmen. An dieser Stelle noch einmal danke an die so enthusiastische wie flexible Begleiterin.

Ansonsten war die BC wie immer eine Verkaufsmesse mit Vorführungen, dementsprechend habe ich auch ein paar kleine Gemeinheiten für den allfälligen Einsatz mitgenommen. Die Shows auf der Bühne und Demonstrationen an den Ständen, die ich gesehen habe, bewegten sich durchgängig auf hohem Niveau. Besonders interessant war die Performance von Dragonrope, der Bondage mit einer Rahmenhandlung um Liebe und Eifersucht im Stil der 30er/40er verbunden hat – ich denke, ich sollte Gabriel doch öfter einmal rauslassen. Ich weiß nicht, ob Gords Anwesenheit mit ein Auslöser war: Diesmal gab es abends auch Ponywagenrennen vor der Halle. *g*

Auffällig, wie viel Jungvolk da war: Da verschiebt sich der Punkt, an dem man seine Neigung entdeckt und sie sich auch auszuleben traut, im Vergleich zu meiner Generation inzwischen doch deutlich nach vorne. Immer wieder sah ich eindrucksvolles und technisch perfektes Shibari, das Rigger beiderlei Geschlechts und höchstens Anfang 20 an ihren Begleitern und Begleiterinnen just for fun gewickelt hatten.

Die messeüblichen Pappnasen gab es natürlich auch, etwa die, die „Nein“ erst im dritten Anlauf verstehen. Und wer als eher kugelförmiger Jungdom mit dem T-Shirt-Spruch „Es gibt keine hässlichen Frauen, es gibt nur zu wenig Bier“ aufläuft und auch ansonsten alle Klischees erfüllt, hat den Schuss noch nicht gehört (Und nein, ich glaube nicht, dass T-Shirt und Auftreten ironisch gemeint waren.).

Freitag, 7. Mai 2010

Up, up and away

Es ist mal wieder Boundcon, und so mache ich mich auf, um ein wenig einzukaufen und ein oder zwei Fotos zu machen. Leider haben doch einige interessante Personen – auch unter den üblichen Verdächtigen – abgesagt, und bei dem einen oder anderen ist noch nicht entschieden, ob es klappt. Dennoch dürfte es interessant werden, und ich werde wohl einige alte Bekannte mal wieder sehen.

Montag, 3. Mai 2010

Immer noch Notprogramm

Der Mai ist gekommen, und ich sitze immer noch mit einer Krücke von Behelfsrechner da, wartend auf Ersatz für meinen langjährigen elektronischen Begleiter. Derweil wird die Arbeit nicht weniger, die zu bearbeitenden Bilder stapeln sich, und die Boundcon ist auch schon wieder am Wochenende. Die Herzdame kann berufsbedingt nicht mitkommen, Ausflüge meinerseits an die Küste sind auch ungewiss, und dazwischen könnte oder sollte ich auch noch Workshops und Privatstunden geben. Derweil sammeln sich Fotoideen im Kopf, interessante Locations im Notizbuch, und der mit aller Macht ausgebrochene Frühling schreit nach Outdoor-Shootings. Es bleibt spannend.

Montag, 19. April 2010

Statusmeldung: Seil und Knoten gut

Nach mehr als einer Woche auf Achse bin ich wieder zu Hause – dank abgerauchten Rechners muss der ausführliche Bericht allerdings noch warten. Deshalb im Telegrammstil: Das Treffen mit Gleichgesinnten war sehr lustig und entspannt. Dortselbst ein paar der üblichen Verdächtigen getroffen, eine ganze Reihe interessanter Leute nach der virtuellen Bekanntschaft auch von Angesicht zu Angesicht kennengelernt und nebenbei die eine oder andere Vorstellung korrigiert, gut unterhalten, etliche Bilder an ungewohntem Ort gemacht, und zum ersten Mal eine Dame öffentlich fliegen lassen. Anschließend im Sauseschritt zur Herzdame. Urlaub dort natürlich zu kurz, dennoch das Wetter ausgenutzt, viel (nicht nur Einschlägiges) unternommen und bei mehreren Fotografen im Studio vorbeigeschaut, dort mit Seil und anderen Dingen improvisiert – zum Teil mit Workshop-Charakter – und ein paar Mal selbst auf den Auslöser gedrückt. Bilder sind in Arbeit, detailliertere Darstellung dito.

Donnerstag, 8. April 2010

Hausputz bei den Blockwarten

Schon Anfang Juli 2009 habe ich in diesem Blog das vom Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) initiierte Projekt „web-patrol“ erwähnt und dabei sowohl die reichlich fragwürdige Aufforderung angesprochen, über diese „Notrufsäule“ per Mausklick „abweichendes Verhalten“ zu melden, wie auch das anscheinend vom Marvel-Superhelden Silver Surfer direkt durchgepauste Logo. Nachdem sich der BDK im Zuge der aktuellen Zensur-, pardon, „Jugendschutz“-Debatte erneut mit einer hirnfreien Pressemeldung zu Wort gemeldet hatte, wurden auch eine ganze Reihe anderer Leute auf diese beiden Punkte aufmerksam.

Angesichts der unerwarteten Aufmerksamkeit reagierte der BDK in der Art des Ministeriums für Wahrheit: Die totalitär klingende Passage verschwand ebenso kommentarlos von der BDK-Website wie das „web-patrol“-Logo, und das Blog zum Blockwart-Tool wurde gleich auf das Kubrick-Standardtemplate von Wordpress zurückgesetzt, weil im ursprünglichen Design anscheinend nicht nur das Logo von Marvel, sondern auch noch das Hintergrundbild von Apple stammte. Immerhin sind einige enthüllende Kommentare nach wie vor online. Noch.