Montag, 6. Juli 2009

Gefahrensignal

Im Strudel der Zensur-, Regulierungs- und Kriminalisierungsbestrebungen in aller Herren Länder ist mir beinahe der vom Bund Deutscher Kriminalbeamter propagierte Blockwart-Button, pardon, die „Notrufsäule für den Browser“ namens „web-patrol“ durchgerutscht. Zu Sinnhaftigkeit und Implikationen des Ganzen ist an anderer Stelle bereits genug gesagt worden.

Auf der Zunge zergehen sollte man sich allerdings eine Formulierung in der offiziellen BDK-Pressemeldung web-patrol: Die "110" des Internets:

„… wird das Internet zunehmend als Medium für die Vorbereitung und die Ausführung abweichenden Verhaltens, bis hin zur Durchführung krimineller Taten genutzt.“

Ah ja. Abweichendes Verhalten. Der Begriff kommt mir in mehr als einer Hinsicht bekannt vor. Aber das kann doch eigentlich nicht gemeint sein? Sicher geht es nur um echte Notfälle und bedrängte Kinder, wie bereits in anderen Fällen? Oder?

Im offiziellen Blog des „Projektbüros Web Patrol“ (Die Schreibweise des Programms scheint so beliebig zu sein wie der Umgang der Macher mit geistigem Eigentum lax, vgl. das stark vom Silver Surfer inspirierte *hust* Logo) schreibt Autor „webpatrol“ auf entsprechende Fragen und Kritik:

„Abweichendes Verhalten oder neudeutsch Devianz ist ein feststehender Begriff. …“

Dabei bezieht er sich ausdrücklich auf den Artikel Devianz bei Wikipedia. Hm. Wenn ich mir den Artikel so durchlese, dann bin ich unter Umständen wohl auch jemand, der – und sei es mit meinen Knotentipps – bei Vorbereitung und Ausführung abweichenden Verhaltens behilflich ist und selbiges propagiert. Na dann, für Berufsbetroffene schon mal prophylaktisch der Notrufknopf.

Update 08.04.2010:: Hausputz bei den Blockwarten

Dienstag, 30. Juni 2009

Für Spielkinder

Unter den unzähligen Flash- und Browserspielen im Netz gibt es selbstverständlich jede Menge mehr oder minder Erotisches und auch manches Einschlägige. Die Bandbreite reicht von zart bis hart: Wer gerne kitzelt, kann bei Ticklemaster eine sich auf den Laken räkelnde Schöne mit der Feder traktieren. Freunde der etwas härteren Gangart dürfen der willigen Sekretärin auf den Hintern hauen. Kleiner Twist hier: Anders als vielfach üblich misst sich die Schlagstärke nicht am Schwung weitausholender Mausbewegungen, sondern an der Geschwindigkeit, die der Spieler beim Tippen erzielt, und an dessen Wortwahl. Je gröber und schmutziger die getippten Worte, desto mehr bekommt es die Sekretärin zu spüren – ein guter Weg, sein englisches Vokabular in diese Richtung zu erweitern. Und damit die beteiligten Damen sich nicht einfach aus dem Staub machen, kann man sie ja vorher gut verschnüren.

Zurück in der Gegenwart

Wieder da von der Zeitreise. Selbige war sehr unterhaltsam, auch wenn das Wetter schlechter war als angekündigt und die Schwertkämpfe wegen widriger Witterungs- und Bodenverhältnisse ausfielen. Der Samstag war dank einiger Aktivitäten dennoch nicht langweilig und brachte ein paar interessante Erkenntnisse.

So passte mein zusammengestückeltes Outfit erstaunlich gut zusammen und in den Wald, und auch gegenüber den voll ausgestatteten Mittelalter-Hobbyisten war ich satisfaktionsfähig. Beim Bogenschießen konnte ich trotz langjähriger Abstinenz immer noch gut genug treffen, um nicht hungern zu müssen. Letzteres hatte der Veranstalter spaßeshalber allen angedroht, die die diversen Ziele verfehlten. Dafür meldeten sich meine Arme und Schultern ob der ungewohnten Beanspruchung am nächsten Tag mit Muskelkater – ich bin definitiv nicht in Form. Weitere Feststellungen: Mittelalter hin oder her, mir ist Bier immer noch lieber als Met. Und für ritterliche Fleischportionen nebst Beilagen aller Art plus Dessert und Kuchen bedarf es ebenfalls kämpferischer Entschlossenheit, um nicht vor halbvollen Tellern zu scheitern.

Ansonsten habe ich einige erfreuliche Bekanntschaften erneuert und neue geschlossen. Die vorsorglich mitgenommenen Seile blieben ungenutzt, doch kam das Gespräch dem familiären Umfeld des Festes zum Trotz auch immer wieder auf einschlägige Themen. Natürlich nicht nur als akademisch-theoretische Diskussion, sondern auch mit Austausch der neuesten Geschichten und Gerüchte über gemeinsame Bekannte und Größen aus der Szene.

Am Sonntag ergab sich dann in kleiner Runde die Gelegenheit, diese Unterhaltung fortzusetzen. Kulinarisch durfte ich dabei Neuland in Form gefüllter Huflattichblätter erkunden, die sich als würziges Zwischending zwischen gefüllten Weinblättern und Krautwickeln erwiesen. Insgesamt jedenfalls ein erholsames Wochenende und dringend nötige Atempause.

Freitag, 26. Juni 2009

Zeitreise

Am Wochenende begebe ich mich ins Mittelalter – auf ein Fest, bei dem sowohl Veranstalter als auch Gäste einschlägigen Kreisen angehören. Das ganze wird dennoch nicht primär einschlägig, sondern mit Bogenschießen, Lanzenstechen und Schwertkampf unterhalten. Ein wenig historisch angehauchtes Outfit habe ich mir zugelegt, den Rest improvisiere ich aus vorhandenen Klamotten. Das Wetter soll gut werden, und sicherheitshalber nehme ich natürlich trotzdem ein bisschen Seil zu Demonstrationszwecken mit.

Mittwoch, 17. Juni 2009

Hanfseil vorbereiten

Traditionelles Seilkochen – in der Waschmaschine geht es einfacher

Vorhin wurde ich andernorts gefragt, wie ich rohes Hanfseil spieltauglich mache. Dabei habe ich gemerkt, dass ich dieses Thema in meinem Blog bisher nur gestreift habe. Nun denn, ein paar Tipps in Kürze:

  1. Das frisch erworbene Seil ggf. schon gleich zum Anfang auf die passenden Längen bringen, eine Riesentrosse ist eher unpraktisch in der Handhabung – meine Standardlängen sind 8 m und 4 m; ansonsten in zumindest handsame Stücke aufteilen.
  2. Enden jeweils mit Überhandknoten (traditionell) oder einem Takling gegen Aufdröseln sichern
  3. Waschen. Traditionell stundenlang in einem großem Kessel mit Umrühren und Wasserwechsel, praktisch geht es aber auch bei 95 Grad in der Waschmaschine, ohne Waschmittel und Weichspüler, und so aufgewickelt, dass man nach dem Waschgang nicht vor einem riesigen Knäuel steht. Schleudern nur bei niedriger Drehzahl.
  4. Anschließend das Seil unter Spannung trocknen, etwa zwischen zwei Balken aufgespannt, damit es seine ursprüngliche Länge wiedererlangt und behält. Der Trockenvorgang dauert unter Umständen ein paar Tage, für ausreichend Belüftung sorgen.
  5. Die langen Fasern, die aus dem Seil herausstehen, abflämmen – das geht mit einem kleinen Gasbrenner (Küchenbedarf, Werkstattzubehör) besser als mit einer Kerze. Trotzdem schnell und sorgfältig arbeiten, damit es keine schwarzen Stellen durch Ruß oder Ankohlung gibt.
  6. Das Seil mit Lederfett einreiben, dabei nicht zu viel Fett nehmen.
  7. Falls das Seil noch zu steif ist und nicht an dem/der Begünstigten „eingefahren“ werden soll: Geschmeidig machen, indem man es unter Spannung durch die Rundung eines Karabinerhakens oder Stahlringes oder über eine abgerundete Kante etwa einer Arbeitsplatte zieht.
  8. Benutzen, je öfter, desto besser.

Vor allem beim Spiel mit wechselnden Partnern, aber auch grundsätzlich das Seil hin und wieder waschen. Nicht vergessen, dass es sich bei Hanfseil um ein Naturprodukt handelt, also auf keinen Fall in feuchtem Zustand verstauen und regelmäßig auf Schäden und Schwachstellen prüfen.

Samstag, 13. Juni 2009

Little Brother

xkcd liefert eine weitere Begründung*, warum jeder seine Datenspur im Auge behalten sollte.

Ich weiß, was Du heute getan hast. Und gestern. Und vorgestern.

Donnerstag, 11. Juni 2009

Farben der Saison

Seil in Olivgrün und Sandbeige

Wieder einmal wartet ein wenig neues Seil auf Freiwillige zum Testen. Die Herkunft aus dem militärischen Bereich verführt ebenso wie die Farben zum Outdoor-Einsatz. Menge? Ausreichend. *g*