Donnerstag, 6. Januar 2011

Seilerei erledigt

600 Meter Seil warten auf willige Begünstigte

Nach dem roten Seil habe ich nun endlich auch den zweiten Teil der letzten Lieferung komplett zugerichtet. Jetzt ist auch das dunkelblaue Seil komplett zugerichtet und einsatzbereit. Wie beim roten Seil waren leider die 300 Meter auf der Spule mit etwas Toleranz zugunsten des Herstellers gerechnet; für das umfassende Einwickeln mehrerer Begünstigter gleichzeitig reicht es dennoch allemal.

Mittwoch, 5. Januar 2011

Alle Hände voll zu tun

Das neue rote Seil hat seine ersten Einsätze hinter sich

Ganz entspannt am Werkeln: Die kulinarischen, seiltechnischen und anderen Herausforderungen halten mich beschäftigt, ist doch nicht nur die Herzdame, sondern auch eine Mitbewohnerin gleichermaßen an Fotos und Seilen interessiert. So haben wir Wohnzimmer, Esszimmer und Bad schon als Studio zweckentfremdet, um Low-key-Porträts, Steampunk-Bilder und eben auch einschlägige Fotos zu machen; das rote Seil ist jetzt eingeweiht. Nebenbei richte ich das blaue Seil her, koche ein wenig und komme endlich dazu, ein paar interessante Bücher zu lesen.

Freitag, 31. Dezember 2010

Kurze Rückschau

Beim dritten Mal wird es langsam zur festen Einrichtung: Wie schon im vergangenen Jahr und für das Jahr davor auch diesmal ein kurzer Rückblick mit Wordle. Ende 2010 waren demnach das die heißen Themen in meinem Blog:

Wordle-Wortwolke - Klick zum Vergrößern

Leider mehr Politik und andere ernste Themen als Spaß. Der kam allerdings in der Hetze des gerade abgelaufenen Jahres insgesamt ein wenig zu kurz. Aber heute habe ich vor, ganz entspannt und in angenehmer Gesellschaft ins neue Jahr zu rutschen und dabei selbiges nach vorangehender Stärkung lautstark zu begrüßen. 2011 will ich mir dann mehr Zeit für mich, nein, nicht einplanen – nehmen.

Samstag, 25. Dezember 2010

Taschen mit Botschaft

Fesselnde Handtaschen von Dark Kitten

Wer wie ich als Rigger mit entsprechenden Seilmengen unterwegs ist, neigt eher pragmatisch dazu, seine Gerätschaften in möglichst aufnahmefähigen Taschen, Rucksäcken oder Koffern zu transportieren. Bei Partys oder anderen Gelegenheiten, bei denen ein etwas eleganterer Auftritt gefragt ist, tragen die jedoch auf und passen auch sonst nicht unbedingt zum Outfit. Außerdem muss man bei dieser Gelegenheit normalerweise nicht seine gesamten Bestände, sondern allenfalls eine farblich auf die Begünstigte und ihre Kleidung abgestimmte Auswahl mitnehmen.

Statt die Seile vor ihrem Einsatz selbst zu schleppen, kann man sie ihre künftige Trägerin schon vor dem Drapieren tragen lassen. Dark Kitten, ein englischer Shop für ungewöhnliches Schuhwerk, bietet dazu in seiner Serie von Accessoires die passenden Behältnisse an mit Handtaschen in Form eines Bodybags/Sleepsacks oder einer Zwangsjacke. Freundinnen schlanker Taillen dürfen ersatzweise die Korsett-Tasche mitnehmen. Alle drei sind groß genug für ein paar Spielwaren und auf jeden Fall gut für einige Meter nicht zu dicken Seils. Man kann die Teile natürlich auch als ganz normale (Ahem …) Handtaschen benutzen.

Freitag, 24. Dezember 2010

Kartengrüße aus dem Dunkel

Es ist Weihnachten, und zur Abwechslung wickle ich einmal nicht willige oder widerspenstige Damen ein, sondern echte Päckchen. Nebenbei stimme ich mich mit den Ergebnissen meiner Backversuche und Sherry auf die Festtage ein, richte die zweite Charge meiner letzten Neuerwerbungen zu und versuche, wieder ein wenig zu Atem zu kommen.

Nicht ganz einfach, wenn die Zensoren trotz oder vielleicht gerade wegen der Weihnachtszeit trotz aller Probleme weiter ihre Agenda vorantreiben und slippery slope und mission creep eher als das tatsächliche Ziel denn als ein in Kauf genommener Nebeneffekt erscheinen. Einen ironischen Kommentar zu Versuchen, Teile der Realität auszublenden, liefert das britische Designstudio Nation mit seinem diesjährigen Weihnachtsprojekt: Auf The Google Blacklist Christmas Card kann jeder Besucher eine Weihnachtskarte mit allen Wörtern, die Google auf die schwarze Liste für seine Instant-Suche gesetzt hat (Ja, „Bondage“, „Shibari“ und „Kinbaku“ gehören natürlich dazu), erstellen.

Ansonsten ist der Weihnachtsfilm jetzt gestartet, und ich werde nach den Feiertagen zur Herzdame aufbrechen, um mich dort kulinarischen, seiltechnischen und anderen Herausforderungen zu stellen, Whisky-Tasting und pulverlastiger Silvesterfeier inklusive. In diesem Sinne allen Lesern viel Spaß beim Auspacken der Geschenke, dem Einpacken der jeweiligen Begünstigten und allen schönen Dingen dazwischen.

Montag, 20. Dezember 2010

Kleine Siege, Niederlagen und Gegenoffensiven

Kurz vor Weihnachten noch einmal Unerfreuliches geballt im Überblick: Zwischenzeitlich wurde in Deutschland der hier schon mehrfach Thema gewesene Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) abgelehnt – allerdings nicht aus plötzlicher Einsicht der darüber abstimmenden Politiker, sondern aus schlichtem Parteienkalkül. Zeit zum Aufatmen über das vorläufige Scheitern des Versuchs, Netzsperren durch die Hintertür einzuführen, blieb nicht.

Das Gesetzeswerk samt technischem Unterbau mochte undurchdacht, undurchführbar und mit trivialen Maßnahmen zu umgehen sein – der Misserfolg hindert die Verfechter nicht daran, es weiterhin zu versuchen, auch wenn man sich dafür die Realität massiv zurechtbiegen muss. Lieber gibt ein Kurt Beck die beleidigte Leberwurst und zieht selbst den Amoklauf von Winnenden als Rechtfertigung für den Durchgriff par ordre de mufti heran. Dafür darf er sich zurecht selbst aus den eigenen Reihen abwatschen lassen:

„Schon längst ist klar, dass Politik das Internet nicht mehr als Chance begreift, sondern als Angriff auf die eigenen Habitate der Machtausübung. …

Also, in einfachen Worten, wie auch du sie liebst: Wenn ihr ganzen Kinder da draußen den Jugendmedienschutz nach Art und Weise der Länder nicht haben wollt, gibt es halt die Zensur von ganz oben. Verstanden hast du offensichtlich nicht, dass der Jugendmedienschutzstaatsvertrag mit echtem Jugendschutz kaum etwas zu tun hat, mit simpelsten Methoden ausgehebelt werden kann und reine Symbolpolitik ist, die nur deshalb so blühen kann, weil Bundesländer glauben, ihre Politik sei in irgendeinerweise Weise in so Gebilden wie das [sic!] Internet von Belang.“

Auch Politiker anderer Länder wollen das Internet unter Kontrolle bringen, natürlich mit den üblichen Argumenten: so hat das französische Parlament gerade ein ein Internetzensur-Gesetz erlassen „zur Bekämpfung der Kinderpornographie“, während englische Politiker ganz offiziell an die Kinder denken und aus Jugendschutzgründen für britische Bürger das ganze Internet prophylaktisch sperren und nur kindgerechte Inhalte frei durchlassen wollen. Wer als Erwachsener Pornos oder was die Zensoren dafür halten sehen will, hat ja sicher kein Problem, die Freigabe persönlich anzufordern, ebenso wie bei anderen in staatlichen Augen bedenklichen Inhalten – JMStV auf britische Art:

„Deutsche Netzsperren-Gegner können sich erst Mal freuen. Ihr Argument, dass Netzsperren einer Art recht schnell zu Sperren anderer Art und damit zu einer umfassenden Internet-Zensur führen werden, wurde einmal mehr bestätigt. Nicht in Saudi-Arabien, China oder der Türkei, sondern in Mitteleuropa, in der Geburtsstätte der parlamentarischen Demokratie.“

Dabei zeigt aktuell das Beispiel WikiLeaks, wofür sich eine zensurtaugliche Infrastruktur einsetzen lässt. Dass das offiziell verkündete Ziel des Jugendschutzes auf diese Weise dagegen überhaupt nicht erreichbar ist, weil sich soziale Probleme nun einmal nicht mit technischen Mitteln lösen lassen, erklärt Kristian Köhntopp ausführlich in Ein paar Zwischenbemerkungen, bevor der Tanz wieder losgeht, zum gefühlt 560.  Mal in der Hoffnung, dass vielleicht einer der Entscheider endlich auf den Trichter kommt:

„Schon das Wort ist falsch. Es geht nicht um JugendmedienSCHUTZ. Das kann 2010 nicht funktionieren. Es hat schon 1996 nicht funktioniert. Was wir brauchen ist JugendmedienERZIEHUNG. Durch Menschen. Mit Werten und Überzeugungen.

Und nicht einen netzwerkweiten Schutzroboter.“

Aber wie es in den Köpfen der Verantwortlichen zugeht, hat Kurt Tucholsky schon in seinen Betrachtungen zum Nachrichtendienst zur Bekämpfung von Schund- und Schmutzschriften festgehalten, unter dem Titel „Nr. 1“ 1929 in der „Weltbühne“ veröffentlicht. (Aktueller Nachtrag. Warum muss ich wieder einmal an Max Liebermann denken?)

Unterdessen wittern Anbieter von Netzwerktechnik ebenso wie Telekommunikationsunternehmen im Verzicht auf die Netzneutralität und stattdessen das selektive Übertragen von Daten ein lukratives Geschäftsmodell. Dass das nicht ohne Deep Packet Inspection und damit die vollständige Kontrolle des Netzverkehrs jedes einzelnen Nutzers geht – wen interessiert’s?

Aber die Vorratsdatenspeicherung ist ja gerade auch wieder ein Thema in der EU, und Panikmacher trommeln trotz gegenteiliger Beweise für mehr Datenspeicherung und Überwachung, egal wie dumm.

Aber wehe, die Bürger wollen den Schutz ihrer Daten selbst in die Hand nehmen. Die sollen lieber auf den Goodwill von Vater Staat vertrauen. Doch das passt ja zu einem Land, dessen Innenminister mit Terrorwarnungen Angst und Schrecken verbreitet, um anschließend zu behaupten, dadurch fühlten sich die Bürger sicherer.

Sonntag, 19. Dezember 2010

Erfahrungen mit blog.de

Fast genau vor drei Jahren wurde ich Mitglied bei blog.de. Eingeladen hatte mich damals eine Bekannte, die dort ein Blog betrieb, und angemeldet habe ich mich schließlich, um dort kommentieren zu können. Ein eigenes Blog bei blog.de war erst einmal kein Thema für mich, schließlich hatte ich mir hier meine Insel schon eingerichtet. Allerdings wurde dann doch recht schnell Mitautor eines Gruppenblogs bei blog.de und lernte auf diese Weise einige Mitblogger – wenn auch meist nur virtuell – kennen. Neben den Texten für das Gruppenblog kommentierte ich natürlich auch Texte in deren Blogs, und das bei weitem nicht nur zu einschlägigen Themen. Bis vor kurzem.

Denn vor kurzem war mein Account bei blog.de ohne Vorwarnung verschwunden, einschließlich aller Texte, die ich in den vergangenen Jahren geschrieben hatte. Und nicht nur alle meine Inhalte waren weg, die damit verknüpften Inhalte anderer Nutzer, die etwa auf meine Kommentare geantwortet hatten, fielen der Säuberungsaktion ebenfalls zum Opfer.

Die Auflösung des Rätsels fand ich dann in meinem Postfach: Eine Mail des blog.de-Supports, dass mein Account gelöscht worden sei, weil meine Artikel und Kommentare

… sich auf die Verlinkung anderer Seiten, Werbung, die Wiederholung von Texten und/oder die Auflistung eindeutiger und übermäßig vieler Tags beschränken (Spam).

Soso. Die Texte im (nur für angemeldete und eingeladene Nutzer lesbaren) Gruppenblog hatte ich eigens für das Blog geschrieben und nach dem selben System wie hier mit einer übersichtlichen Anzahl von Stichworten getaggt. Links habe ich natürlich gesetzt – schließlich machen Sie das Wesen des World Wide Webs aus, und ich gebe anderen gerne die Möglichkeit, Dinge, auf die ich mich beziehe, selbst nachzulesen. Außerhalb des Blogs habe ich bei den genannten Bekannten alles Mögliche kommentiert, von spannender neuer oder alter Musik über die Frage, ob gutes Essen Glücksgefühle auslöst, oder entlegene Filme, Bücher und Spiele bis zum Lästern über Weihnachtsfeiern und Weihnachtsmärkte. Sind gelegentliche Links auf Wikipedia oder Youtube Werbung oder Spam? Ist das anlassbezogene Schwärmen über eine geschmorte Lammkeule in einem weder namentlich genannten noch geografisch lokalisierbaren spanischen Restaurant Werbung oder Spam?

Ich werde es wohl nicht erfahren, denn Anfragen beim Support von blog.de blieben unbeantwortet. Nicht, dass ich etwas anderes erwartet hätte.

Insofern ist es im Nachhinein durchaus vorteilhaft, dass ich aus mehreren Gründen gerade in der letzten Zeit nicht so viel Muße hatte, mich intensiver bei blog.de zu engagieren. Immerhin sind hier drei Jahre meines Online-Lebens in Teilen gelöscht worden. Eine nachhaltige Erinnerung, wie wichtig eine unabhängige Datensicherung ist, und wie sinnvoll es ist, nicht auf einen einzigen Anbieter zu setzen, wenn man nicht selbst hosten kann oder will.