Mittwoch, 7. April 2010

Fesselnde Ostern

Spannende Position

Kein Anschluss unter dieser Nummer

Auch wenn es in anderer Hinsicht knarzt – Ostern war schön und erholsam. Die Anreise zog sich etwas, zumal ich arbeitsbedingt später als erhofft loskam und erst ein gutes Stück zwischen Mitternacht und Morgen mein Ziel erreichte. Nach einer kurzen Nacht und der langen Zeit seit dem letzten Treffen waren Seile und andere Nettigkeiten naturgemäß ein Thema. So durfte sich die Dame zu Fotozwecken entsprechend eingewickelt unter der Dusche für den Tag erfrischen.

Der Karfreitag ließ sich weiterhin sehr entspannt an, nebenbei kamen auch die Handschellen zum Einsatz, um die Gastgeberin vom weitergehenden Ankleiden abzuhalten. Schließlich lockte uns die Sonne doch noch in den Park – das erste gemeinsame Eis draußen, Frühlingsluft schnuppern und die neue Kamera ausprobieren.

Am Abend war dann anderes Ausprobieren angesagt: Wir durften Studio und Kostümfundus eines mit der Herzdame befreundeten Fotografen nutzen. So entstanden mehrere Shibari-Variationen, ein paar heftigere Fotos, aber auch einige Blödelbilder mit einer erst springlebendigen, dann wohlverpackten – aber immer noch hüpfenden – Cheerleaderin sowie beim Herumalbern mit Wäscheklammern.

Dem Osterfest angemessen gab es beim familiären Osterbrunch Lamm, Kaninchen, Rehlein und andere kleinere und größere Tiere nebst passenden Beilagen, Vor- und Nachspeisen. Die ausgedehnte Tafelei hielt uns allerdings ebenso wenig wie die anschließende Besuchstour davon ab, die Abendstunden für Einschlägiges zu nutzen. So entstand unter anderem eine kleine Serie mit einer Damsel in Distress beim Versuch, das Telefon zu erreichen.

Bondage & Co. spielten nicht nur für Fotozwecke eine Rolle, und es ergab sich, dass die Begünstigte schließlich am Ostermontag mit sichtbaren, doch anscheinend unbemerkten Seilspuren zum Kaffeetrinken bei der Verwandtschaft auflief. Und dann tauchte da an unerwarteter Stelle noch ein Gleichgesinnter auf.

Mittwoch, 31. März 2010

Zu schön, um wahr zu werden

Wie aus aktuellem Anlass befürchtet: Der geplante Urlaub wird anders und kürzer, und die gemeinsame Fahrt zum einschlägigen Treffen fällt ins Wasser.

Dienstag, 30. März 2010

Idiotie, Lobbyismus, Unwissenheit, Faulheit und dreiste Lügen

Der Titel dieses Eintrags ist ein Zitat aus diesem lesenswerten Rant von Besim Karadeniz und der Grund, warum ich mich abermals mit einem ungeliebten Thema beschäftige, statt mich angenehmeren Dingen zu widmen: Die bisherigen nationalen Bestrebungen, das Internet unter dem Deckmäntelchen der Bekämpfung von Kinderpornographie unter Kontrolle zu bringen, haben sich jetzt auf EU-Ebene verlagert:

„It has come to our knowledge that European commissioner for home affairs, Cecilia Malmström will propose a filtering system of Internet web sites for all of the union member states.

This system has been deployed in many places already; in China they call it “The Golden Shield”, in Australia it filters out women with small breasts, and in Iran it prevents civil rights groups to use the Internet. Even though it can be circumvented easily, it still cuts off large parts of the populations from accessing information.

Once deployed, in the name of fighting paedophilia online, this block filter will rapidly extend to also block political, religious or other sensitive information.

Europe will no longer be an open society if there is state censorship. No matter how horrible the content of certain websites is, censorship is a method for despotic regimes, not for democracies. Censorship is an easy way out if you don’t want to deal with the real problem and lowers the incentive for authorities to get to the cause of child pornography. You will not find the solution by censoring our communication networks; censorship just treats the symptoms. People that really want to communicate with each other will always find methods to circumvent the control systems. The censorship that you propose will primarily affect internauts using plaintext communication networks.“

Manche Formulierung in der neuen Richtlinie der EU-Kommission zur Internetzensur ist dreist, dumm oder beides (via fefe):

„Externes Expertenwissen war nicht erforderlich.“

und

„Der Vorschlag steht aus folgendem Grund im Einklang mit dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit:

Die Richtlinie beschränkt sich auf das zur Erreichung dieser Ziele auf europäischer Ebene erforderliche Mindestmaß und geht nicht über das dazu erforderliche Maß hinaus.“

Und natürlich kann keine Behauptung zu durchsichtig oder dämlich sein, um nicht von ahnungslosen Medienvertretern bzw. Dummschwätzern nachgeplappert zu werden. Wenigstens findet sich selbst dort der eine oder andere Kollege, der den Urhebern ihren Unfug um die Ohren haut.

Längst widerlegte Behauptungen werden zu diesem Anlass wieder aus der Versenkung geholt, wohl in der Hoffnung auf das kurze Gedächtnis der Massen:

„Richtig viel Hüttenkäse präsentiert Manfred Weber, CSU-Politiker aus Bayern und stellvertretender Vorsitzender der EVP-Fraktion. Auch ein Name, den man quasi noch nie gehört hat und das auch gar nicht so wichtig ist. Aber das Interview, dass Manfred Weber heute morgen in WDR5 losgelassen hat, ist hörenswert, wenn auch unter Schmerzen. Denn darin behauptet der gute Mann unter anderem doch tatsächlich, dass Serverstandorte mit kinderpornografischen Inhalten in der Ukraine stünden und in – Afrika. Für Ursula von der Leyen war die Kinderpornohochburg schlechthin immerhin noch Indien.“

Das aus Unkenntnis oder Kalkül lautstark demonstrierte Gutmenschentum verdeckt die realen Gefahren von mission creep und slippery slope, die diesen Initiativen innewohnen. Dass ausgerechnet die Innenministerin des Zensurvorreiters Deutschland jetzt dieses Vorhaben kritisiert, sollte unabhängig von der persönlichen Integrität von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger niemanden in Sicherheit wiegen: Während der designierte Vorsitzende der deutschen Enquete-Kommission zu „Netzpolitik und digitale Gesellschaft“, Axel E. Fischer, vor allem durch völlige Ahnungslosigkeit auffällt, sind die Zensurmöglichkeiten des in bestem Neusprech betitelten „Zugangserschwerungsgesetzes“, mit dem heute keiner seiner Urheber mehr etwas zu tun haben will, in diesem Staat durch die Hintertür des neuen Jugendmedienschutzstaatsvertrages wieder eingeführt worden:

„Die Behauptung von Kurt Beck, die ‚Freiheit erwachsener Internetnutzer’ werde mit dem Gesetz nicht angetastet, ist so offensichtlich falsch, dass man sich die Frage stellen muss, ob Beck falsch informiert wurde oder den Leser bewusst in die Irre führt. Denn der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag enthält nicht nur Regelungen zu absolut ‚unzulässigen Angeboten’, die – ergänzend zu bestehenden strafrechtlichen Regelungen – auch Erwachsenen verwehrt sind. Zusammen mit dem Rundfunk-Staatsvertrag besteht weiterhin die Möglichkeit von Internet-Sperren: die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) kann Internet-Zugangsanbieter verpflichten, ausländische Webseiten zu blockieren – ähnlich wie dies auch im umstrittenen Zugangserschwerungsgesetz vorgesehen war.“

Wer auch nur etwas Ahnung hat, kann nicht umhin, Autor Alvar Freude zuzustimmen, für den die neue Regelung „vollkommen untauglicher Unfug“ ist:

„Aber für Politiker wie Kurt Beck, die das Internet nur von Papier-Ausdrucken kennen, ist es ja nur eine technische Regulierung. Sie verstehen nicht, dass mit einer inhaltlichen Vorabkontrolle ein großartiger sozialer und kultureller Raum zerstört und gleichzeitig nichts für den Jugendschutz erreicht wird.“

Erst mal alles bis in die Funktionsuntüchtigkeit regulieren … ist schlicht politischer Aktionismus und Bevormundung aus zuweilen moralkonservativen, häufiger wohl noch aus weniger ehrenwerten Motiven und vor allem untauglich. Das Internet ist nun einmal kein Kindernetz:

„Und wenn man Eins und Eins zusammenzählt, wird man schnell zum Ergebnis kommen, dass das alles hanebüchener Schwachsinn ist, der vorne und hinten nicht funktioniert, außer wenn man seinen Kindern die Geschichte verkaufen will, dass das Internet nur aus zwei Handvoll Webservern besteht und die Kinder nirgendwo anders, wo es möglicherweise keinen Pfui-Filter gibt, ins Internet kommen.

Ein murksiger und handwerklich schlecht gemachter Staatsvertrag mehr im Land, ein zusätzliches weiteres Hintertürchen, um vielleicht in einigen Jahren mit einer Verschärfung des Jugendschutzes ein staatliches Filtersystem durchzupauken und eine weitere netzpolitische Aktion, die zeigt, dass die Politik vom Medienwandel so ziemlich gar nichts mitbekommen hat.“

Und warum bei den neuen Medien halt machen? Jugendschutz in der Bibliothek tut ebenfalls Not:

„Sollten sich die Sittenwächter unserer Zeit tatsächlich mal an Wikipedia-Artikeln wie ‚Vul**‘1 stören, müsste ich ggfs. auch den Band VAH-WEHL des Brockhaus aus dem Regal nehmen, um unsere Jugend vor unchristlichen Ferkeleien zu schützen. Der Band wird nur nach Vorlage des Personalausweises ausgehändigt.

Noch einmal zum Mitschreiben: „Internet-Sperren sind Unfug im Kampf gegen Kindesmissbrauch“, aber ein sehr guter Weg, eine Zensur-Infrastruktur zu etablieren.

Man möchte in letzter Zeit zu oft den Liebermann geben angesichts solcher Entwicklungen.

Sonntag, 28. März 2010

Öfter mal was Neues

Wenn man nach all dem Stress der letzten Wochen endlich Licht am Ende des Tunnels sieht, ist es natürlich ein Zug, der einem entgegen kommt. Momentan kommt mal wieder alles zusammen, sämtliche Pläne wackeln, und dazu auch noch beruflich gehäuft Ärger. Langsam nicht mehr feierlich.

Montag, 15. März 2010

Therapeutisches Knoten

Am Wochenende durfte ich einer Begünstigten erneut mit Seilen zur Hand gehen, diesmal unter primär therapeutischen Vorzeichen: Die Dame nutzte Bondage als Mittel zur Entspannung von Prüfungsstress und anderen Fährnissen des Alltags. Hogtie in amerikanischer oder japanischer Geschmacksrichtung und ägyptisch angehauchte Seilwicklungen halfen, sie in einen wohligen Schwebezustand zu versetzen. Selbst die bisher von ihr nicht unbedingt geschätzten Handschellen fanden in Verbindung mit einigen Metern Gourmettekette nebst passenden Schlössern Gefallen.

Obwohl sich der Winter kurz vor Frühlingsbeginn noch einmal massiv aufbäumte, war diesmal der Einsatz der Gaskanone nicht nötig, und auch die vorsorglich mitgebrachte Wärmflasche blieb in der Tasche. Das Potenzial einer Heizdecken-Bondage brachte die Begünstigte jedoch zumindest zum Beginn des Besuchs kurz ins Grübeln.

Der positive Effekt beschränkte sich nicht auf die Dame: Ich konnte mich ebenfalls über der Beschäftigung mit Seil und Knoten vom aktuellen Alltag erholen, und ganz nebenbei war die Bewegung gut gegen meine Rückenbeschwerden. Zudem ergab sich – so nicht durch Knebel eingeschränkt – Gelegenheit zu einigen Unterhaltungen über Lust und Frust des Daseins als BDSMer. Jetzt müsste nur noch die Zeit etwas schneller vergehen.

Lichtblick am Rande: Das Objektiv ist wieder einsatzbereit.

Sonntag, 7. März 2010

Distanz und Nähe

Angeregt durch einen Post bei Monk, auch etwas aus meiner Sicht zum Effekt unterschiedlicher Arbeitsentfernungen beim Schnüren. Geht es um das reine Arbeiten mit Seil, lehrbuchartiges Einwickeln beim Workshop oder für Fotos etwa, dann hat ein gewisser Freiraum seine Vorteile: Man kann weiter ausgreifen, was besonders bei längeren Seilenden den Vorgang beschleunigen und zugleich für Betrachter eindrucksvoller machen kann. Zudem lässt sich so der Kontakt zum Modell neutraler halten.

Aber bei Bondage spielt neben anderen Aspekten eben auch Nähe eine wichtige Rolle. Dringt man als Rigger und Sessionpartner in den persönlichen Raum der oder des Begünstigten ein, verstärkt das „Auf-die-Pelle-Rücken“ die in diesem Moment hervorgerufenen Effekte und Gefühle auf zweifache Weise. In welche Richtung die Verstärkung erfolgt, entscheidet die Art des Spiels.

Auf der einen Seite ist das Eindringen in die persönliche Sphäre eine Grenzüberschreitung: Der „personal space“ eines Menschen ist abhängig vom Kulturkreis, Faustregel: je weiter südlich und östlich jemand beheimatet ist, desto näher am Körper liegt die Grenze. Wird dieser soziale Abstand unterschritten, die Distanzzone verletzt, fühlt sich der Betroffene mindestens bedrängt wenn nicht sogar angegriffen. Diese bewusste Grenzverletzung lässt sich in ein D/S-Spiel ebenso einbauen, wie es die durch Bondage hervorgerufene Hilflosigkeit unterstreicht.

Auf der anderen Seite unterstützt bei gegenseitiger Vertrautheit und entsprechend angelegter Session die verringerte Distanz die Intimität des Augenblicks. Rigger und Begünstigte(r) sind sich nah, oft buchstäblich hautnah. Die Seile sind eine Verlängerung der Hände und Finger des Riggers, eine erweiterte Umarmung. Die Beteiligten nehmen ihr Gegenüber mit allen Sinnen wahr, Begünstigte können sich schneller fallen lassen, Rigger jeden Punkt am Körper ihres „Opfers“ erreichen und sich ihm ganz widmen.

Donnerstag, 4. März 2010

All work and no play

macht zwar keinen gelangweilten Narren, aber sorgt für zu wenig Zeit für schöne Dinge. Dazu immer noch nicht wirklich gesund, was wohl auch den geplanten Partybesuch am Wochenende ausfallen lässt. Und als wäre das nicht genug, hat sich nach dem Objektiv neulich heute auch noch ein Blitz verabschiedet. Abgesehen davon kehrt der Winter mit Macht zurück, was einige weitere Pläne für das Wochenende zur Makulatur macht. Langsam dürfte die Eiszeit mal enden, nicht nur meteorologisch gesehen.