Sonntag, 28. Februar 2010

Niemand hat die Absicht …

Warum fallen mir derzeit immer die Namen Ulbricht und Mielke ein, wenn es um die deutsche Netz- und Medienpolitik geht? Der neue Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) ist quasi durchgewinkt. Die Verantwortlichen haben nach den Protesten über die weitreichenden Bestimmungen zwar im „War alles nicht so gemeint“-Stil zurückgerudert. Doch der aktuelle Entwurf setzt auf Rezepte aus der Mottenkiste und erlaubt durch wolkige Formulierungen und Gummiparagraphen nach wie vor den schnellen Aufbau einer umfassenden Zensurinfrastruktur unter dem Vorwand des Kinderschutzes.

Übliches Politikerverhalten auch wieder mal am anderen Ende der Welt: Das australische Ministerium für Kommunikation zensierte die Diskussion über Netzzensur. Neusprech anyone?

Per aspera ad astra

Langsam können die Planungen konkreter werden, ist doch der Urlaub der Herzdame jetzt einigermaßen sicher und passend zum geplanten Treffen in größerer Runde im April gelegt. Bis dahin ist allerdings noch eine erhebliche Durststrecke zu überwinden, denn der März besteht den bisherigen Aussichten nach aus Arbeit und noch mehr Arbeit.

Montag, 22. Februar 2010

Geister der Vergangenheit

Interessant, dass jemand an unerwartetem Ort aus der Versenkung auftaucht. Oder ich sehe wirklich Gespenster.

Montag, 15. Februar 2010

Überraschungen am Wochenende

Die Seile blieben nicht lange aufgewickelt

Schweres Gerät

Es gibt viel zu Verschnüren, packen wir's an.

Interessante Zeiten habe ich in den vergangenen Tagen erlebt: Trotz anhaltender Rückenprobleme war ich vor Fasching, Karneval & Co. geflüchtet, um mich unter Gleichgesinnten zu erholen – leider diesmal ohne charmante Begleiterin. Ausspannen, Faulenzen und von hochprozentigem Treibstoff befeuertes Philosophieren standen auf dem Programm. Etliche Requisiten und die Kamera samt Zubehör hatte ich aber doch dabei, denn eine Dame hatte schon vor einiger Zeit den Wunsch nach schönen Bildern geäußert.

Nach witterungsbedingt langwieriger Anreise und entsprechend später Ankunft ließ sich das Wochenende sehr gut an. Die ausgedehnte Unterhaltung am Tresen inspirierte zum Spielen, und die Dame, die schon die Woche zuvor eingetroffen war, durfte sich der gleichzeitigen Aufmerksamkeit des Gastgebers und meinerseits erfreuen. Die doppelt Begünstigte meinte anschließend, dass der Gastgeber und ich Brüder sein könnten – die gleichen dummen Sprüche und die gleiche Vorliebe für gewisse Gemeinheiten. Auch eine Art von Kompliment.

Der Samstag sollte dann ganz im Zeichen von Bildern stehen. Die Dame hatte dafür eigens ihren selbstgefertigten Monohandschuh mitgebracht und dazu einige Ideen. Kaum hatte ich losgelegt, hob allerdings Murphy, der mir schon in den Wochen zuvor ein treuer Begleiter war, erneut sein Haupt: Ich schaffte es, mit der Kamera hängen zu bleiben und sie fallen zu lassen. Die Kamera hielt es aus, das angesetzte Objektiv leider nicht. Da ich ansonsten nur noch längere Brennweiten dabei hatte, war das ausgedehnte Shooting weitgehend erledigt, bevor es richtig begonnen hatte. Für den Rest der Zeit behalf ich mir mit Detailaufnahmen mit dem Porträt-Tele und der vom Gastgeber geliehenen Kamera, die leider mit meiner Ausrüstung nur begrenzt kompatibel war.

Ein paar Bilder entstanden allerdings doch, da die Dame neugierig auch auf meinen Bondage-Stil war und einige Sessions mit dem Gastgeber zu dokumentieren waren. Neben mehreren Hogtie-Varianten mit und ohne Gemeinheiten durfte die Begünstigte so im Spinnennetz eines mehrfach abgespannten Spreadeagles zappeln und dabei erfahren, dass mit den Zehen verbundene Brustklammern jedes Zucken bestrafen. Schlecht, wenn man dann noch kitzlig ist. Die frisch rund um das Bett angebrachten Ösen bewährten sich auch, als ich anderntags die zur Komplettmumie gewickelte Dame der Vollständigkeit halber noch nach allen Seiten verzurrte.

Wie gewünscht, entstanden außerdem einige „Damsel in Distress“-Bilder. Dabei tastete sich die Dame bewusst an Grenzen, die unangenehme Erlebnisse in der Vergangenheit aufgerichtet hatten. Provozierter Stress, heftige Emotionen, und vielleicht die ersten Schritte, Dämonen aus der Vergangenheit zu vertreiben.

Große Gefühle gab es auch in anderer Hinsicht: Das ganze Wochenende war spürbar, dass es da zwischen zwei Menschen sehr heftig funkte – und kaum war ich heimgekommen, erfuhr ich, dass die beiden Feuer gefangen hatten und es nun gemeinsam versuchen wollen.

P. S.: Meinem Rücken hat das Wochenende gut getan, und meinem Kopf wohl auch. Vielleicht habe ich dank intensiver Gespräche ein paar meiner eigenen Dämonen in ihre Schranken verwiesen und begonnen, Prioritäten neu zu setzen.

Montag, 8. Februar 2010

Neuland betreten

Wie schon angekündigt, habe ich am Wochenende einer neugierigen Einsteigerin geholfen, ihren Horizont in Sachen Seil & Co. zu erweitern. Angesagt war ein kleiner Bondage-Workshop unter vier Augen und dabei die Erkundung von Neuland in mehr als einer Hinsicht: Die Begünstigte ist in der BDSM-Szene noch sehr neu, hat noch keine großen Fesselerfahrungen und ist dazu noch sehr jung. Doch sie weiß zumindest im Prinzip schon sehr genau, was sie ausprobieren will und was ihr gefallen würde. So wurde das Treffen trotz kleiner Handicaps (s. u.) zu einer enthusiastischen Entdeckungsreise.

Nach ersten Verwicklungen mit dem grünem Seil schritten wir recht schnell fort zu umfangreichen Verschnürung bis hin zum traditionellen Karada in Hanf, der sich zu einem stringenten Hogtie einschließlich in die Fesselung einbezogenen Haarzopfs entwickelte. Die Dame bemühte sich mehrfach aus eigener Initiative ebenso wie auf Aufforderung nach Kräften, aus den Seilen zu entkommen, blieb jedoch erfolglos.

Daneben ließ sie sich aber auch mit Wonne in die Seile fallen und genoss die erzwungene Unbeweglichkeit sichtlich. Manche Verschnürung hätte sie gerne noch länger getragen – leider schritt die Zeit schneller voran, als uns beiden lieb war. Trotz anfänglicher Bedenken wagte Sie sich schließlich noch an eine Mumie und fand sie weniger schrecklich als befürchtet, nur nicht warm genug. Aber das unterschiedliche Temperaturempfinden von Männern und Frauen sollte an diesem Tag ohnehin Dauerthema sein, durfte ich die Begünstigte doch im Schweiße meines Angesichts direkt vor dem bullernden Ofen einwickeln, während sie den wüstenheißen Luftstrom als gerade angenehm empfand.

Insgesamt ein beiderseits gelungener und erfolgreicher Tag, auch wenn Murphy gleich zweimal zugeschlagen hat: Die Ankunft der Dame verzögerte sich durch den bekannt guten Service der Bahn, und ich war wegen massiver Rückenprobleme nur beschränkt einsatzfähig. Nun gut, bleibt mehr für ein nächstes Mal zum Ausprobieren.

Dienstag, 2. Februar 2010

Murphy mal wieder

Und es kommt immer anders als geplant: Das gemeinsame Wochenende diesen Monat ist aufgrund dringender beruflicher Verpflichtungen wohl ebenso gestrichen wie die Zeit zusammen samt Fahrt zu einem Treffen im April. Dort werde ich dann wohl alleine auflaufen. Immerhin können wir uns mit etwas Terminschubsen hoffentlich im März sehen. Warum kann es nicht einfach mal einfach sein?

Donnerstag, 28. Januar 2010

Debiles Down Under

Am anderen Ende der Welt sind die maßgeblichen Herren anscheinend auch nicht klüger als in Mitteleuropa: Der nationale große antipornographische Schutzwall Australiens soll künftig Internetnutzer Down Under auch vor Bildern von Frauen mit kleinen Brüsten schützen – nur zu ihrem Besten, denn Körbchengröße A weckt pädophile Neigungen.

Zu diesem Schluss kam jedenfalls vor einem Jahr Senator Barnaby Joyce nach einem Streifzug durch die Zeitschriftenregale von Tankstellen und Tante-Emma-Läden auf der Jagd nach Erotik-Magazinen. Seitdem hat das für die Einstufung von Medien aller Art zuständige Australian Classification Board zunehmend das Label „RC – Refused Classification“ statt des früher üblichen „X“ vergeben. Nun ist ein Verbot von Abbildungen zu kleiner Oberweiten im Gespräch.

Möglicherweise orientieren sich die Initiatoren an der Maxime „Von Deutschland lernen heißt siegen lernen“, denn ähnlich wie dort, wo „Jugendpornographie“ mit „Scheinminderjährigen“ strafrechtlich relevant ist, landen mittlerweile auch in Australien Fotos von Frauen knapp diesseits der Dreißig deswegen auf der schwarzen Liste. Möglicherweise handelt es sich ja auch um einen Fall von Projektion. Jedenfalls reicht die geplante Maßnahme wohl nicht aus, um Sitte, Anstand, Moral und Seelenheil des australischen Volkes zu bewahren, wie ein Kommentator bei El Reg meint:

„What about depictions of depilated pubic areas? Small women? Women with ponytails? Women in knee-high white socks? All images guaranteed to trigger the downward spiral of attraction to children, oh yes.

And not just the depictions, but the actual women themselves, parading about with their small breasts and seducing me into a life of paedophilia?

This is entrapment, and I will not stand for it!“

Da helfen dann wohl wirklich nur noch Burkhapflicht und staatlich gesponserte Brustvergrößerungen für zierlich gebaute Frauen und/oder Scheuklappengebot für Männer.