Sonntag, 17. Januar 2010

Transportverpackung

Praktisches Päckchen - Quelle: Modern Mechanix

Das schon vor einiger Zeit als Inspirationsquelle erwähnte Blog Modern Mechanix hat vor kurzem wieder einen interessanten Artikel ausgegraben. In der Mai-Ausgabe des Jahres 1939 berichtete das LIFE Magazine über eine neue Methode zur Verpackung von Tiefkühlgut.

Um Transport und Lagerung großer, unregelmäßig geformter Fleischstücke zu erleichtern und Gefrierbrand zu vermeiden, kombinierte die Dewey & Almy Chemical Co. ihr Know-how auf zwei unterschiedlichen Gebieten: der Produktion von Dichtungsmasse für Konserven und der Herstellung von Wetterballons aus Latex. Daraus entstand „Cryovac“ – Latex-Ballons, die gedehnt und dann eingefroren werden, damit sie ihre Größe behalten. Nach dem Befüllen werden sie erwärmt und legen sich eng an das Transportgut, das dann tiefgekühlt werden kann.

Interessant macht das Ganze der Werbegag, den sich das Unternehmen einfallen ließ: Als Produktdemonstration verpackte es ein leichtbekleidetes Modell in einen Cryovac-Ballon und lieferte damit unbeabsichtigt Material für Latex- und Mumienfreunde.

Angekommen im neuen Jahr

Die urlaubs- und arbeitsbedingte Auszeit ist beendet. Der Jahreswechsel war dank einer lieben Gastgeberin hoch im Norden entspannt und spieltechnisch, kulinarisch und kulturell sehr ergiebig. Nur zum Bildermachen bin ich nicht gekommen: Ich bin doch lieber in medias res gegangen und habe mich der Dame gewidmet. Schöne Tage – auch weil permanenter Schneefall uns dazu bewegt hat, die Zeit drinnen zu nutzen. Nicht zuletzt dank der geographischen Entfernung hat der Urlaub geholfen, dringend nötigen Abstand vom Alltagsstress zu finden. Der hat mich leider anschließend sofort wieder in den Krallen gehabt und dazu getrieben, das Blog etwas zu vernachlässigen. Aber nun geht es weiter. Wermutstropfen: Zeit und Raum haben sich gegenwärtig gegen die Königskinder verschworen.

Donnerstag, 31. Dezember 2009

Schnappschuss zum Jahresende

Wie schon zum vergangenen Jahreswechsel: Eine Momentaufnahme der relevanten Begriffe in meinem Blog mit Hilfe von Wordle – erfasst werden durch die RSS-Auswertung natürlich nur die letzten paar Einträge:

Sonntag, 27. Dezember 2009

Devianz und Gefahr

Als Reaktion auf Stephenie Meyers puritanische Verwässerung des Vampir-Mythos in ihrer Twilight-Serie widmet sich Hans Schmid in Telepolis dem französischen Gore-, Exploitation- und Sexfilmer Jean Rollin. In der dreiteiligen Artikelserie „Vampire müssen nackt sein“, „Piraten, Dämonen und zitternde Pornographen“ und „Gruselsex und Umweltschutz im Filmmuseum“ beleuchtet er Hintergründe, Motive und Rezeption der an Sex, Gewalt und Tod ebenso wie an surrealistischen Elementen reichen Filme.

Rollin drehte seine Werke in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts meist unter widrigsten Bedingungen und mit minimalem Budget. Dabei hatte er ständig gegen Vorgaben seiner Geldgeber, vor allem aber gegen Zensurvorschriften zu kämpfen: Auch wenn lesbische Vampirdamen und SM-Szenen in dieser Zeit den Umsatz an der Kinokasse ankurbelten, gar zu explizit, zu sehr vom Regelkanon des Genres abweichend und Sehgewohnheiten und Erwartungshaltung des Publikums zuwiderlaufend sollte oder durfte es dann doch nicht sein. Auch im Vergleich mit den Problemen, die die britischen Hammer Studios bei ihren Filmen hatten, offenbart sich eine der 68-er-Bewegung zum Trotz (oder gerade deswegen) konservativ-prüde öffentliche Moral, nicht ohne Skurrilitäten hinsichtlich der Elemente, die als für Sitte, Anstand und öffentlichen Frieden bedrohlich empfunden wurden:

In Rollins Requiem pour un vampire wird eine der beiden Heldinnen von der anderen ausgepeitscht. Zur Sicherheit wurde die Szene zweifach gedreht: einmal ist das Folteropfer nackt, einmal trägt es Unterwäsche. Die Version mit der Unterwäsche war für den Fall gedacht, dass die andere verboten werden sollte.

Solche Alternativ-Sequenzen, die jemand wie Jess Franco andauernd drehte, sind eines der merkwürdigsten Phänomene im Exploitation-Kino der frühen 1970er: Auspeitschen war okay, aber bitte mit Slip und BH.

Wesentlich furchterregender als die heute oft unfreiwillig komisch wirkenden Horrorfilme ist übrigens ein anderer aktueller TP-Artikel: „Antisoziales Verhalten oder: Wie man Angst schürt und Kontrolle forciert“ blickt zurück auf die inzwischen über zehnjährige Praxis der „Anti-Social Behaviour Orders“, mit denen englische Behörden „abweichendes“ und „störendes“ Verhalten jeder Art bestrafen können, und die sich daraus ergebenden gesellschaftlichen Konsequenzen von wachsender gefühlter Unsicherheit über Blockwartdenken bis zur ständigen Selbstzensur des Einzelnen.

Freitag, 25. Dezember 2009

Weihnachtslied

Sie können es immer noch: Blondie mit We Three Kings.

Modisches Attribut

Gentlemen and scoundrels alike: Never leave home without it.

Das Weihnachtsgeschenk ist ausgepackt und gleich im passenden Umfeld abgelichtet: Genau das richtige Accessoire für Gabriels Bruder im Geiste aus einer anderen Epoche – oder einer Epoche, die niemals war. Egal ob das Spiel in dem einen oder dem anderen Setting stattfindet, der Stock mit eindeutiger Symbolik gehört zum Auftritt des distinguierten Schurken. Man möge mich entschuldigen, mein Luftschiff wartet.

Sonntag, 20. Dezember 2009

Vorsicht vor Männern in Rot

Es weihnachtet sehr, deshalb – alt, aber gut – Rare Exports

und Rare Exports 2

Soll niemand sagen, man hätte ihn nicht gewarnt.

Update 01.12.2010: Videolinks nachgeführt, da alte Videos zwischenzeitlich gelöscht wurden.