Mittwoch, 9. Dezember 2009

Bastelstunde II

Das hier ist zwar nicht genau das, was ich mir vorstelle, aber es geht schon in die richtige Richtung.

Bastelstunde I

Zum einen bietet ein bekanntes Mitnahme-Möbelhaus immer wieder praktische Artikel zum Einsatz bei Spaß und Spiel an. Zum anderen sind seine Produkte und der diese umgebende Lebensstil zur kulturellen Chiffre und Ikone geworden. Eine besondere Rolle kommt dabei den Broschüren mit Warnhinweisen, Aufbau- und Pflegetipps zu, die jedes Produkt begleiten. Diese „Bedienungsanleitungen für Leute, die keine Bedienungsanleitungen lesen können“ haben einen so hohen Wiedererkennungswert, dass sie mühelos parodierbar und travestierbar sind. Ein zum Thema dieses Blogs passender Beleg sind die im bekannten Stil illustrierten Anleitungen für Gebrauchsmöbel der etwas anderen Art namens SHPANK, CRØSS und STÖCK.

Lotterbett

Es ist vielleicht nicht ganz so unauffällig wie mein spieltaugliches Bett und trägt im Schlafzimmer auch etwas mehr auf. Aber das Sleigh Bed von Walsh Metalworks ist selbst nur in Queen Size ein ziemlich eindrucksvolles Statement und dank zahlreicher Ankerpunkte eminent praktisch für einschlägige Anwendungen. Wer hohe Stabilität bei Zugbelastung durch Begünstigte benötigt, ohne dass die Anmutung so offensichtlich ist wie beim auch diesseits des großen Teichs erhältlichen Modell „Jailhouse Fuck“ eines anderen Anbieters, ist vielleicht mit dem klassischen Four Poster in Stahl gut bedient. Neben Möbeln zum Schlafen, Spielen und Wohnen stellt die Manufaktur aus Brooklyn auch andere interessante Schmuckstücke und Spielwaren her.

Leia 2.0

Man kann über die neuen Star-Wars-Filme ja geteilter Meinung sein, oder eher: Nein, sie waren, sind und bleiben furchtbar. Aber immerhin einen Vorteil haben sie aus einschlägiger Perspektive – Prinzessin Leia im Sklavinnenkostüm hat eine würdige Nachfolgerin (oder sollte es heißen Vorläuferin?) erhalten.

Update 05.05.2013: Link angepasst.

Dienstag, 1. Dezember 2009

Merkbefreit

Unter dem Titel „World Wide Wirrwarr“ wiederholt FAZ-Politikchef Jasper von Altenbockum das Mantra vom Internet als „rechtsfreien Raum“ und macht mit längst mehrfach widerlegten Behauptungen Stimmung. Diese Analyse der Gründe für solche Äußerungen erscheint plausibel, die tatsächliche oder vorgetäuschte Unkenntnis des FAZ-Kommentators über den Gegenstand seiner Betrachtungen ebenfalls. Im Übrigen fordere ich: Parlamente und Verlage dürfen keine hirnfreien Räume sein.

Sonntag, 29. November 2009

Tauwetter und neue Eiszeit

Für viele Anhänger von BDSM und Bondage waren das Internet und wenig später das World Wide Web eine unglaubliche Befreiung: Endlich zu sehen, dass man nicht der einzige mit etwas ungewöhnlicheren Vorlieben ist. Endlich ein Weg, Gleichgesinnte zum Gedankenaustausch, zum Spielen oder auch als Partner kennen zu lernen, ohne sich in Inseraten in verschlüsselten Andeutungen ergehen zu müssen. Endlich ein Weg, an Material zu kommen, das das Kopfkino anregt, jenseits des Mainstreams, authentisch und ohne Perversenzuschlag.

Mela Eckenfels blickt in der Taz unter dem Titel Die Freiheit der Unmoralischen auf diese Zeit des Aufbruchs zurück. Zugleich zeigt sie, dass die Phase der Freiheit für in sexuellen Dingen Andersdenkende sich ihrem Ende zuzuneigen scheint, bedroht von politischen und wirtschaftlichen Interessen. Interessant, dass sich in den Kommentaren dort natürlich wieder Gutmenschen und gesundes Volksempfinden lautstark zu Wort melden. Zu Melas Artikel passt, was Oliver Jungen in der FAZ schreibt: Der Staat erobert das Internet zurück.

Kopfschmuck

Normalerweise kann ich der szenetypischen LLL-Ästhetik nicht sonderlich viel abgewinnen. Das unter dem Namen Bob Basset auftretende Kollektiv allerdings mischt bei seinen Kunstwerken aus Leder und Metall mit leichter Hand Fetisch, Steampunk und Cthulhuoides. Unter den interessanten Kopfbedeckungen findet sich Pet-Play-Taugliches ebenso wie Ausstattung für LARPer und andere Rollenspieler. Außerdem spielt Bob Basset gerne mit den Klischees der diversen Szenen, schöne Beispiele sind der Drachenrucksack, die Ledermanschetten mit Manschettenknöpfen, die Pfotenschuhe und der Slapper mit Kleingeldfach.