Mittwoch, 14. Oktober 2009

Achterbahn

Kaum rückt das gepflegte Treffen in greifbare Nähe, schleicht sich Mr. Murphy an und versucht, Sand ins Getriebe zu streuen. Ein lange erhofftes Wiedersehen in diesem Zusammenhang stand kurzfristig auf der Kippe. Hier konnte ich zum Glück Murphy ein Bein stellen, und eine zweite Hürde auf dem Weg bekomme ich auch noch abgebaut. Andere Beteiligte kümmern sich derweil um die übrigen Unebenheiten. Aber müssen diese interessanten Ereignisse immer so überraschend und geballt kommen?

Dienstag, 13. Oktober 2009

Wir sind Mainstream

Oder so. Jedenfalls hat „Shape“, das Magazin für die fitness- und diätverliebte Frau mit esoterischen Anwandlungen, unter dem Titel „Manche mögen’s heiß“ eine zehnteilige Klickstrecke mit „Sexspielen für Fortgeschrittene“ aus dem Bereich BDSM online gestellt. Autorin Wiebke Lorenz lässt den kurzerhand zu „Deutschlands führendem SM-Experten“ erklärten Arne Hoffmann im Schweinsgalopp durch eine breite Palette im BDSM-Umfeld gängiger Spielarten jagen, garniert mit ein paar Zitaten aus dem kürzlich als Taschenbuch erschienenen Werk „Von zart bis hart. Sextipps für Erwachsene“ der amerikanisch-australischen Sexualtherapeutin Dr. Gabrielle Morrissey.

Das Ganze kommt shape-typisch im großäugig-reißerischen Tonfall – „Langeweile ade! Mit diesen prickelnden Sex-Tipps lässt sich Ihre Lust ins Unermessliche steigern“ – daher und kann offenbar auch nicht auf Geschwurbel à la „(…) schwarz gekleidete Menschen, die sich am Hundehalsband durch die Gegend zerren und in dunklen Kellern Dinge treiben, die wir uns nicht mal vorstellen möchten“ verzichten. Immerhin ist der Informationsgehalt des den Anzeigenkunden zum Wohle häppchenweise servierten Artikels solider als die Aufmachung vermuten lässt. Die ausführlichen Hoffmann-Zitate können dabei durchaus nicht aus einem Interview, sondern aus dessen aktuellem Buch „Sex für Fortgeschrittene: Faszinierende neue Tipps zur Steigerung der Lust“ stammen; kann das jemand ad hoc verifizieren?

Interessierte Leserinnen, die BDSM & Co. mal als schicke Abwechslung du jour ausprobieren wollen finden hier wohl ebenso einen Einstieg wie die, denen bewusst wird, dass sie sich mit eigenen Spielen und Fantasien längst in diesem Bereich bewegen. Was in der Kompaktheit der Aufbereitung notgedrungen auf der Strecke bleibt, sind die physischen und psychischen Risiken, die sich aus der unbedachten Umsetzung dieser Anregungen ergeben. Insofern ist die quotensteigernde Warnung „Probieren auf eigene Gefahr!“ nicht ganz unberechtigt.

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Zielaufklärung

Wenn es im Laufe einer Session mehr als ein paar spielerische Klapse sein sollen, gilt es gewisse Sicherheitsregeln zu beachten. Manche Körperregionen sind wegen der Gefahr nachhaltiger Schäden tabu, bei anderen ist Fingerspitzengefühl gefragt. The Poubelle Twins zeigen in Le Slap Booth *Chaud*: Anatomical Class, wo man ungestraft strafen darf, und wo man seine Hände besser bei sich behält. Wer neugierig ist: Die beiden Damen bedienen auch andere Fetische.

Für ein paar Bilder mehr

Schnappschuss mit Fesseln

Der kleine Ausflug nach Norden hat sich beiderseits gelohnt und zeigte wieder einmal, dass jedes Treffen seine eigene Atmosphäre hat. Bondage stand diesmal nicht im Vordergrund, doch auch dazu ergab sich die Gelegenheit. Dass äußere Einflüsse manchen ursprünglichen Plan umwarfen, hatte im Nachhinein betrachtet sein Gutes: Beim improvisierten Shooting unter beengten Verhältnissen entstanden einige der spannendsten Bilder, die ich in letzter Zeit gemacht habe.

Nach längerer Anfahrt war ich am Nachmittag bei der interessierten Dame eingetroffen. Im Anschluss an das gemeinsame Verfrachten von Ausrüstung und Zubehör ins oberste Stockwerk haben wir uns erst einmal über Kaffee beschnuppert und unsere Vorstellungen diskutiert. Ich habe die Wunsch-Outfits meiner Gastgeberin und weitere potenziell fototaugliche Stücke aus deren Kleiderschrank begutachtet und im Gegenzug die Instrumente gezeigt. Dann schoss ich schon die ersten Probeaufnahmen, während die Dame und ihre Mitbewohnerin ein paar Seile und Armreifen anprobierten. Wenig später ging es dann ernsthaft zur Sache mit einer bunten Mischung aus Portraits, romantischen Bildern und Fotos in Kostümen und Bondage.

Hier entstanden einige Reminiszenzen an „Secretary“ und John Willie mit der Dame im Business-Outfit aus weißer Bluse, kurzem Rock, dunklen Halterlosen und Lackpumps sowie Accessoires von Aktenordner und Hornbrille bis zur Gerte oder sich in Ketten auf dem tiefroten Teppich räkelnd. Klassische Klaw-Motive im Hinterkopf, machte ich auch einige DiD-Bilder mit der Dame in schwarzer Wäsche und weißem Seil. Mit Umdekorieren in der Wohnung, Schminken, Umziehen und Unterhaltung dazwischen war der Tag erst nachts um zwei zu Ende.

Dennoch waren wir am nächsten Morgen schon wieder früh zugange. Das Wetter war so schlecht, dass das geplante Außenshooting ins Wasser fiel, auch wenn wir ein paar geeignete Orte auskundschafteten. Dafür machte ich in der Wohnung jede Menge Aufnahmen der Dame im Asia-Outfit ohne und mit Hanfseil, für ihren Freund ein paar Kajira-Bilder und ein Überraschungsmotiv, dann sowohl verspielte als auch dramatische Fotos, nachdem sich meine Gastgeberin in ein Goth-Outfit mit Plateaustiefeln, Tüllrock und lila Korsett geworfen hatte. Erschöpft vom Marathon am Vortag brachen wir diesmal etwas früher ab.

Am Montag klarte das Wetter endlich etwas auf. Deshalb schlüpfte die Dame ins Mittelalterkleid, ich packte den Fotorucksack um, und wir zogen hinaus in ein benachbartes Grüngebiet. Da hier die Kulisse allerdings wenig berauschend war, fuhren wir kurzentschlossen in den nahegelegenen Schlosspark. Dort entstanden in einer Allee hinter dem Schloss und in einem Waldstück noch einige interessante Bilder, bevor einsetzender Regen und die fortgeschrittene Zeit uns zum Abbruch zwangen.

Fazit des verlängerten Wochenendes: Ein bunt gemischtes Portfolio – die geplante Handvoll Bilder wuchs auf mehr als tausend Stück. Die Dame ist nicht unbedingt Bondage-Fan geworden, dazu spielt sie einschlägig zu sehr in eine andere Richtung. Doch sie ist durchaus interessiert am Thema und freut sich auf eine Fortsetzung. Als Nebeneffekt hat sie einen neuen Blick auf sich selbst gewonnen, das Hadern mit dem eigenen Aussehen etwas entschärft, die Angst vor etwas dramatischerem Make-Up verloren und ist in diese Richtung experimentierfreudiger geworden.

Samstag, 3. Oktober 2009

Für eine Handvoll Bilder

Der Narr reitet wieder: Heute bin ich unterwegs gen Norden, den Wagen bis unters Dach beladen mit Licht und Zubehör für ein langes und fruchtbringendes Wochenende. Das neulich verschobene Treffen findet definitiv statt, das Wetter passt für Aktionen unter freiem Himmel, und die Dame hat Zeit und Ideen für interessante Fotos. Mein Gegenüber ist in einschlägigen Dingen noch dabei, seinen Weg zu erkunden, deshalb bleibt der schwarze Hut heute zuhause. Ich nehme den hellgrauen. ;-)

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Schon wieder England

Trotz seines Rufs als Heimat des Kink (Englische Erziehung, anyone?) hat England zunehmend Probleme damit, wenn es um etwas jenseits des Gewohnten ausgelebte Sexualität geht, und auch sonst Tendenzen zum alles überwachenden und regulierenden Nanny State. Neuestes Beispiel: Der Fliesenhersteller Bisazza hat eine Anzeigenkampagne mit Bildern des renommierten Fotografen Nobuyoshi Araki gestaltet, die seit Monaten in Lifestyle- und Design-Zeitschriften in Europa, den USA und Australien läuft. Die Motive (Achtung, Flashhölle und dummer Begleittext, fraglich, wie lange dort sichtbar) sind typisch Araki, und natürlich sind die Frauen, die dort auf den Fliesen drapiert sind, nicht nur im Geisha-Outfit zu sehen, sondern zuweilen auch mit Hanfseil im traditionellen Stil verschnürt.

Die Darstellung ist zurückhaltend und durchaus massentauglich; das Shibari ist sehr reduziert, und nackte Haut ist maximal bis zum Oberschenkel zu sehen. Dennoch fühlten sich einige Leute auf den Schlips getreten: Nach sechs Beschwerden hat die Advertising Standards Authority (ASA), die Selbstkontrolle der britischen Werbeindustrie, die weitere Nutzung der Anzeige verboten. Begründung: Trotz der hochgradig stilisierten Darstellung ließen sich die Abbildungen so interpretieren, als ob sexuelle Gewalt stattgefunden hätte oder bevorstehe:

„Notwithstanding the highly stylised nature of the ads, we considered the creative treatment could be seen to imply that sexual violence had taken place or was about to take place,“

Via Violet Blue, die auch ein paar Anzeigenmotive zeigt.

Freitag, 25. September 2009

Alles bleibt anders

Murphy mal wieder: Das kurzfristig anberaumte Treffen hat sich wegen dringender Verpflichtungen ebenso kurzfristig zerschlagen. Wir peilen mal das nächste Wochenende an, vorausgesetzt, wir bringen das mit anderen Terminen davor und danach auf die Reihe. Wäre ja auch zu einfach, wenn es mal reibungslos klappen würde.