Dienstag, 30. Juni 2009

Zurück in der Gegenwart

Wieder da von der Zeitreise. Selbige war sehr unterhaltsam, auch wenn das Wetter schlechter war als angekündigt und die Schwertkämpfe wegen widriger Witterungs- und Bodenverhältnisse ausfielen. Der Samstag war dank einiger Aktivitäten dennoch nicht langweilig und brachte ein paar interessante Erkenntnisse.

So passte mein zusammengestückeltes Outfit erstaunlich gut zusammen und in den Wald, und auch gegenüber den voll ausgestatteten Mittelalter-Hobbyisten war ich satisfaktionsfähig. Beim Bogenschießen konnte ich trotz langjähriger Abstinenz immer noch gut genug treffen, um nicht hungern zu müssen. Letzteres hatte der Veranstalter spaßeshalber allen angedroht, die die diversen Ziele verfehlten. Dafür meldeten sich meine Arme und Schultern ob der ungewohnten Beanspruchung am nächsten Tag mit Muskelkater – ich bin definitiv nicht in Form. Weitere Feststellungen: Mittelalter hin oder her, mir ist Bier immer noch lieber als Met. Und für ritterliche Fleischportionen nebst Beilagen aller Art plus Dessert und Kuchen bedarf es ebenfalls kämpferischer Entschlossenheit, um nicht vor halbvollen Tellern zu scheitern.

Ansonsten habe ich einige erfreuliche Bekanntschaften erneuert und neue geschlossen. Die vorsorglich mitgenommenen Seile blieben ungenutzt, doch kam das Gespräch dem familiären Umfeld des Festes zum Trotz auch immer wieder auf einschlägige Themen. Natürlich nicht nur als akademisch-theoretische Diskussion, sondern auch mit Austausch der neuesten Geschichten und Gerüchte über gemeinsame Bekannte und Größen aus der Szene.

Am Sonntag ergab sich dann in kleiner Runde die Gelegenheit, diese Unterhaltung fortzusetzen. Kulinarisch durfte ich dabei Neuland in Form gefüllter Huflattichblätter erkunden, die sich als würziges Zwischending zwischen gefüllten Weinblättern und Krautwickeln erwiesen. Insgesamt jedenfalls ein erholsames Wochenende und dringend nötige Atempause.

Freitag, 26. Juni 2009

Zeitreise

Am Wochenende begebe ich mich ins Mittelalter – auf ein Fest, bei dem sowohl Veranstalter als auch Gäste einschlägigen Kreisen angehören. Das ganze wird dennoch nicht primär einschlägig, sondern mit Bogenschießen, Lanzenstechen und Schwertkampf unterhalten. Ein wenig historisch angehauchtes Outfit habe ich mir zugelegt, den Rest improvisiere ich aus vorhandenen Klamotten. Das Wetter soll gut werden, und sicherheitshalber nehme ich natürlich trotzdem ein bisschen Seil zu Demonstrationszwecken mit.

Mittwoch, 17. Juni 2009

Hanfseil vorbereiten

Traditionelles Seilkochen – in der Waschmaschine geht es einfacher

Vorhin wurde ich andernorts gefragt, wie ich rohes Hanfseil spieltauglich mache. Dabei habe ich gemerkt, dass ich dieses Thema in meinem Blog bisher nur gestreift habe. Nun denn, ein paar Tipps in Kürze:

  1. Das frisch erworbene Seil ggf. schon gleich zum Anfang auf die passenden Längen bringen, eine Riesentrosse ist eher unpraktisch in der Handhabung – meine Standardlängen sind 8 m und 4 m; ansonsten in zumindest handsame Stücke aufteilen.
  2. Enden jeweils mit Überhandknoten (traditionell) oder einem Takling gegen Aufdröseln sichern
  3. Waschen. Traditionell stundenlang in einem großem Kessel mit Umrühren und Wasserwechsel, praktisch geht es aber auch bei 95 Grad in der Waschmaschine, ohne Waschmittel und Weichspüler, und so aufgewickelt, dass man nach dem Waschgang nicht vor einem riesigen Knäuel steht. Schleudern nur bei niedriger Drehzahl.
  4. Anschließend das Seil unter Spannung trocknen, etwa zwischen zwei Balken aufgespannt, damit es seine ursprüngliche Länge wiedererlangt und behält. Der Trockenvorgang dauert unter Umständen ein paar Tage, für ausreichend Belüftung sorgen.
  5. Die langen Fasern, die aus dem Seil herausstehen, abflämmen – das geht mit einem kleinen Gasbrenner (Küchenbedarf, Werkstattzubehör) besser als mit einer Kerze. Trotzdem schnell und sorgfältig arbeiten, damit es keine schwarzen Stellen durch Ruß oder Ankohlung gibt.
  6. Das Seil mit Lederfett einreiben, dabei nicht zu viel Fett nehmen.
  7. Falls das Seil noch zu steif ist und nicht an dem/der Begünstigten „eingefahren“ werden soll: Geschmeidig machen, indem man es unter Spannung durch die Rundung eines Karabinerhakens oder Stahlringes oder über eine abgerundete Kante etwa einer Arbeitsplatte zieht.
  8. Benutzen, je öfter, desto besser.

Vor allem beim Spiel mit wechselnden Partnern, aber auch grundsätzlich das Seil hin und wieder waschen. Nicht vergessen, dass es sich bei Hanfseil um ein Naturprodukt handelt, also auf keinen Fall in feuchtem Zustand verstauen und regelmäßig auf Schäden und Schwachstellen prüfen.

Samstag, 13. Juni 2009

Little Brother

xkcd liefert eine weitere Begründung*, warum jeder seine Datenspur im Auge behalten sollte.

Ich weiß, was Du heute getan hast. Und gestern. Und vorgestern.

Donnerstag, 11. Juni 2009

Farben der Saison

Seil in Olivgrün und Sandbeige

Wieder einmal wartet ein wenig neues Seil auf Freiwillige zum Testen. Die Herkunft aus dem militärischen Bereich verführt ebenso wie die Farben zum Outdoor-Einsatz. Menge? Ausreichend. *g*

Sonntag, 7. Juni 2009

Geheimidentität

Jonathan Ross nimmt Craig Yoes Buch „Secret Identity: The Fetish Art of Superman's Co-Creator Joe Shuster“ zum Anlass, in der Times über „The secret life of Superman“ zu schreiben und stellt den Unterschied zwischen Mainstream und Untergrund klar:

But never, as far as I know […], never in either an “Imaginary Story” or while under the influence of red kryptonite did Superman seek out and enjoy a damn good thrashing at the hands of a perfectly turned out old-school dominatrix.

Nor did we see the chisel-jawed hero cut loose and give himself over to his darker side, trussing up Lois Lane or Lana Lang or any of his other girlfriends, the brute.

Erwähnt wird im Artikel natürlich auch Wonder Woman, deren Schöpfer Bondage und BDSM wesentlich auffälliger in seinen Comics untergebracht hat.

Gratwanderung

Der nach bisherigen Informationen wohl einschlägige Tod David Carradines und der Prozess um den Tod einer 20jährigen bei einem Foto-Shooting mit SM-Hintergrund (ausführlicher Bericht hier) sollten Experimentierfreudige an eins erinnern: „More experienced people than you have died“ – BDSM ist häufig eine Wanderung auf einem schmalen Grat, und Atemkontrolle ganz besonders. Für ausführlichere Information empfehlen sich Jay Wisemans Aufsätze, in denen er auch auf die Gefahr kumulativer Hirnschädigung hinweist.