Montag, 27. August 2007

Interview mit Akechi Denki

Tokyobound hat ein Interview mit Akechi Denki veröffentlicht, das Osada Steve – längst selbst Nawashi – kurz vor dessen Tod am 17. Juli 2005 führte. Sehr interessant, lässt ahnen, was einen Shibari-Meister ausmacht und ein wenig Geschichte noch dazu. (Via Graydancer)

Vielseitiges Seil

Ein Quickie zwischendurch, bis ich wieder Zeit für ein längeres Posting habe: Wie ein Kunde von TwistedMonk demonstriert, eignet sich Hanfseil nicht nur zum Fesseln. Ich habe schon Seil in Form eines Bar Wraps oder einer Affenfaust als Knebel gesehen, auch die selbstgeflochtene Ad-hoc-Neunschwänzige. Aber auf diese Variante, obschon naheliegend, wäre ich nun nicht gekommen. Der Ausspruch „with enough rope, you have all the sex toys you need“ erscheint mir immer treffender.

Samstag, 25. August 2007

Kommentarfeed kaputt

Super. Blogger liefert seit gestern den Kommentarfeed ohne Titel aus. Dadurch gibt es bei der Anzeige der letzten Kommentare weder einen Anreisser noch einen Link. Ich habe mal einen Quick & Dirty-Workaround mit händisch eingesetztem Zeichen gebastelt, bis das Problem gelöst ist.

Dienstag, 21. August 2007

Töpfchen, Deckelchen und andere Kompatibilitätsprobleme

Als ob nicht schon die ganz normale Partnersuche schwierig genug wäre, haben Bondager noch ein zusätzliches Päckchen zu tragen: Schließlich muss zu allem anderen, was man in seinem Gegenüber sucht, auch noch die einschlägige Vorliebe kommen. Was machen diejenigen, die sich da auf die Suche begeben? Selbst die, die sich ihrer Tendenz zur fesselnden Freizeitgestaltung bewusst sind, tun sich da nicht leicht – und dabei ist das Outing gegenüber sich selbst und dem potenziellen Partner gegenüber noch eines der geringeren Probleme.

Noch größer werden zuweilen die Schwierigkeiten für die, die ihre Leidenschaft für Bondage erst später entdecken, wenn sie schon längst in einer festen Beziehung leben. Mit etwas Glück gehen dann beide Partner gemeinsam auf Entdeckungsreise. Doch selbst da lauert eine Klippe, wenn die dabei kennen und schätzen gelernten Vorlieben nicht kompatibel sind, weil beide nur toppen wollen oder sich in dieser Rolle unwohl fühlen.

Häufiger ist freilich der Fall, dass der Partner ernsthafteren Fesselspielen überhaupt nichts abgewinnen kann oder sogar hochgradig entsetzt ist, wenn man sich ihm gegenüber öffnet. Was tun Menschen, die diese Faszination vor sich selbst verleugnen, weil sie sie und damit sich aus welchen Gründen auch immer für abartig halten? Oder die sich in dieser Hinsicht ihrem Partner zuliebe verbiegen und daran verzweifeln, dass sie einen wichtigen Aspekt ihrer Persönlichkeit und eine entscheidende Facette ihrer Sexualität nicht ausleben können?

Eine Spielbeziehung neben der Partnerschaft scheint ein Ausweg. Aber die will auch erst einmal erlaubt und dann tatsächlich bewältigt sein, erscheint sie doch je nach Offenheit und Eifersucht zumindest ein bisschen wie Fremdgehen. Dies um so mehr, wenn ohne Wissen des Partners aushäusig gespielt wird. Selbst wenn sie erlaubt und abgesprochen ist, ist so eine Spielbeziehung vielfach eher Ventil als Erfüllung. Ähnlich ist es bei den nächstbesten Ausweichmöglichkeiten, Selfbondage und professioneller Hilfe im Studio.

Umgekehrt gilt sinngemäß das selbe: Eine reine Spielbeziehung „anstatt“ schafft momentane Erleichterung, aber Seile alleine halten keine Beziehung zusammen. Nur auf gemeinsamer Bondagelust lässt sich keine dauerhafte Partnerschaft aufbauen.

All dies sehe ich in meinem Umfeld, im Wissen das Geschehen aus einer privilegierten Position zu beobachten. Ich war mir im Grunde schon immer bewusst, dass Fesseln eine wichtige Rolle in meinem Leben spielen. Deshalb war mir klar, dass eine Beziehung ohne Bondage für mich nicht in Frage kommt. Und ich hatte das Glück, lange Jahre in einer Beziehung zu leben, in der dieser Aspekt eine wichtige Rolle spielte, in der aber auch sonst zahlreiche Gemeinsamkeiten und viel Liebe für Glück sorgten.

Die Lust am Fesseln und Gefesseltwerden steckt tief in einem drin. Sie lässt sich nicht wegtherapieren, und sie lässt sich nicht unterdrücken. Es ist einfacher, mit ihr glücklich zu werden als gegen sie, auch wenn der Weg zur Erfüllung manchmal lang und steinig ist.

Freitag, 17. August 2007

Völlig entfesselt

Zwischendurch mal ein bisschen Bildungsfernsehen: Freunde eisenhaltiger Abführmittel können online verfolgen, wie Handschellen hergestellt werden, und wie man mit Minimalwerkzeug Handschellen öffnet. Die ebenfalls dokumentierte Entfesselungsroutine aus den Einmalhandschellen leidet allerdings darunter, dass die Plastikteile im Ernstfall doch deutlich fester sitzen dürften.

Update 03.01.2009: Da die ursprünglichen Videos gelöscht sind, habe ich die Links in diesem Artikel angepasst.

Mittwoch, 15. August 2007

Auch Staubsauger sind pervers

Bondager und BDSMer nutzen häufig ganz unverdächtige Alltagsgegenstände als Spielzeug. Julian Murphy dreht den Spieß um. Er gibt in seinen Bildern und Skulpturen den Gegenständen selbst männliche und weibliche Attribute und lässt sie Sex und Bondage, Fetisch und SM direkt ausleben.

Sonntag, 12. August 2007

BDSMer können nicht fesseln

Zugegeben, die Überschrift ist etwas apodiktisch. Aber nahezu jedes Mal, wenn ich „Bondage“-Bilder von Vertretern der etwas härteren Gangart sehe, ist diese Tendenz erkennbar, wenn ich Bondager und „Standard“-BDSMer nebeneinander erlebe, oder wenn ich einschlägige Storys und Berichte lese. Die Gründe dafür mögen vielfältig sein. So kann es etwas damit zu tun haben, dass aufgrund des Schicks, den BDSM durch entsprechende Medienberichterstattung hat, dort der Poser-Anteil etwas höher ist. Das Tragen einer schwarzen Lederhose und eines finsteren Gesichtsausdrucks erfordert nun mal geringere Qualifikationen als eine saubere japanische Bondage und kommt so den Szene-Schnupperern und Adabeis entgegen, die BDSM als Modephänomen empfinden.

Maßgeblicher dürfte ein anderer Grund sein: Für die schwarze Fraktion ist Bondage wohl mehrheitlich Mittel zum Zweck – Subbie für die eigentliche Behandlung fixieren. Da muss die Fesselung nicht einmal ausbruchssicher sein, es reicht das Signal „Du bist jetzt gefesselt!“. Deshalb funktionieren ja auch in einer Session eine symbolische Bondage mit Bindfaden oder mentale Bondage-Spiele. Weil Bondage da nicht eines der Ziele ist, sondern nur eine Etappe auf dem Weg dorthin, wird ihr weniger Zeit und häufig wenig Sorgfalt gewidmet. Wozu sich mit Knotenknüpfen abkämpfen, wenn Schnallen so viel bequemer sind?

So haben denn die paar Leute, die sich auf einer reinen BDSM-Party tatsächlich an Seilen versucht haben, damit entsprechend grauslich rumgeknödelt. Ein mit daumendickem Seil hingeschlampter Beinahe-Karada war da schon das höchste der Gefühle. Aber je eine lockere Seilschlaufe um die Fußknöchel mit Doppelknoten ging auch schon als Fesselung durch. Dafür liefen die meisten Subbies ständig mit dicken Ledermanschetten um Hand- und manchmal Fußgelenke samt großem Karabiner daran herum, allzeit bereit für Kreuz, Pranger und Seilwinde. Der Gesamteindruck auf mich war eher einer von Zirkeltraining und Fitnessstudio: Bitte alle Stationen im Uhrzeigersinn durchlaufen. Vor lauter Begeisterung über einschlägiges Mobiliar und technische Hilfen scheint mancher in der Szene die Möglichkeiten zu übersehen, die in einfachem Seil stecken.

Samstag, 11. August 2007

Bondage über Nacht

So mancher träumt davon, eine ganze Nacht in Fesseln zu verbringen, wohlverschnürt einzuschlafen und ebenso wieder aufzuwachen. Gerade Bondage-Liebhaber mit wenig praktischer Erfahrung unterschätzen dabei die Differenz zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Die gute Nachricht: Bondage über Nacht ist sehr wohl möglich. Die schlechte Nachricht: Es ist nicht ganz so einfach, wie es zunächst scheint.

Wer seine Fantasien mit angeblichen Erfahrungsberichten aus den Netz befeuert, sollte wenigstens hin und wieder innehalten und überlegen. Die Story von zehn Stunden im ultrakompakten Hogtie mit an die Fußgelenke gezurrtem Knebelharness mögen ja für den einen oder anderen eine anregende Vorstellung sein. Aber selbst sehr gelenkige und trainierte Begünstigte dürften ihre Probleme damit haben, das real umzusetzen. Jede ausreichend enge Bondage-Position wird nach einiger Zeit erst unangenehm und dann sehr schnell sehr unangenehm. Die Gefahren reichen von Schmerzen in den Gelenken und Muskelkrämpfen über abgeschnürte Extremitäten und eingeklemmte Nerven bis hin zur lagebedingten Asphyxie.

Eine Langzeitfesselung, in der der/die Begünstigte schläft, sollte deshalb immer noch ein gewisses Maß an Bewegungsfreiheit gewähren und ihm bzw. ihr innerhalb gewisser Grenzen einen Positionswechsel erlauben. Wieviel Spielraum genug ist, hängt einerseits von der gewählten Position und andererseits von Erfahrung und Tagesform des/der Gefesselten ab. Ich habe schon erlebt, dass eine Partnerin straff im Spreadeagle an die Bettpfosten gebunden und mit dickem Tuchknebel selig mehrere Stunden geschlafen hat (Disclaimer: Ich saß die ganze Zeit wach daneben und habe aufgepasst.). Im Normalfall ist allerdings selbst ein lockererer Spreadeagle nicht die ganze Nacht durchzuhalten, weil das Opfer sich nicht umdrehen und Arm- und Beinhaltung nur wenig ändern kann.

Die Hände vorne oder an den Seiten gefesselt lässt sich länger ertragen, als wenn sie auf den Rücken gebunden sind. Bondage mit etwas mehr Abstand zwischen den Gelenken macht es leichter. Und weicheres Fesselmaterial bzw. solches, dass nicht kantet oder unangenehme Druckstellen verursacht, sorgt ebenfalls für eine ungestörtere Nachtruhe.

Dies bedeutet nicht, dass für angenehme Träume nur eine Art von Bondage in Frage kommt, aus der sich der/die Begünstigte mühelos selbst befreien kann. Für die ersten Schritte in diese Richtung ist letzteres aber unter Umständen gar keine schlechte Idee und erspart es womöglich, den Rigger mitten in der Nacht zu wecken, weil es zwickt und beißt. Ledermanschetten sind im Zweifelsfall bequemer und lassen sich ja mit kleinen Vorhängeschlössern gegen freche Subbies sichern. Bewährt haben sich für mich Hand- und Fußschellen – bitte Markenware, keinen Blechschrott – mit entsprechender Verbindungskette: Da kann der/die Träger/in sich nicht nur nachts umdrehen, sondern am nächsten Morgen auch den Kaffee ans Bett bringen, ohne losgeschlossen werden zu müssen. Ebenfalls nett ist es, die Hände mit Handschellen zu verbinden und dann mit einer Kette am Kopfende des Bettes zu befestigen sowie analog die Füße mit passenden Schellen ans Fußende zu hängen – natürlich nicht zu kurz. Fester und kuscheliger zugleich ist ein Bettlaken, in das der/die Begünstige gewickelt wird. Gegen selbsttätiges Auswickeln helfen dabei Klebeband, Seil oder Gürtel.

Während eine Augenbinde oder Ohrenstöpsel für die Nacht in Bondage sehr empfehlenswert sind, will der Einsatz eines Knebels dagegen wohl überlegt sein. Bekommt die Trägerin Atemprobleme oder Würgereiz, ohne sich selbst befreien zu können, kann das Spiel fatal enden. Und selbst wenn der Partner daneben schläft, ist zweifelhaft, ob er in so einem Fall rechtzeitig aufwacht. Wie immer bei Bondage sollten Spieler sich hier nicht allein von Stimmung und Hormonen lenken und den gesunden Menschenverstand eingeschaltet lassen.

Trüber Tag

Ein lauwarmer Sommersamstag, es schüttet wie aus Kübeln. Eigentlich ideal, um gepflegt im Bett zu faulenzen und dabei die Herzensdame ein- und vielleicht wieder auszuwickeln. Oder alternativ ein paar schöne Fotos im Studio zu schießen, mit Seil natürlich. Allein, es scheitert nicht nur an noch etwas Arbeit, sondern auch daran, dass ich weder für das eine noch das andere eine Begünstigte in Reichweite habe.

Montag, 6. August 2007

Wonnen in der Wanne

Wer sein Bad nur dazu benutzt, sauber zu werden, verpasst etwas. Dusche und Wanne eröffnen vielfältige erotische Möglichkeiten, und die Industrie unterstützt Experimentierfreudige mit einer Fülle von Produkten. Aus Japan kommt „Honey“. Der in verschiedenen fruchtigen Duftnoten erhältliche Badezusatz verwandelt das Wasser in eine schlüpfrige, gelartige Masse, die auf heftige Bewegungen mit zunehmender Zähigkeit reagiert. Allein ein ziemlich derbes Preisschild trübt das glitschige Badevergnügen.

Aber Rumschmaddern in Glibberzeug spricht ja ohnehin die kindlichen Gelüste an – da kann man sich gleich im passenden Sortiment bedienen. „Gelli Baff“ wird als Kinderspielzeug vermarktet. Angesichts der im Werbevideo demonstrierten Eigenschaften unterstelle ich jedoch ein erhebliches Potenzial auch bei erwachsenen Kunden. Allerdings dürften bei Gelli Baff aus Gründen der Produkthaftung Geruch und Geschmack eher neutral oder sogar abschreckend sein.

Wer es aromatischer und dennoch kostengünstig mag, kann ja zum Do-it-yourself-Verfahren greifen und ein paar Großpackungen Götterspeise in der Wanne anrühren. Und die Damen, die mit Glibber nun gar nichts anfangen können, finden vielleicht das einschlägige Badeentchen anregend.

Sonntag, 5. August 2007

Favoriten

Sehr viele Bondager haben eine Lieblingsposition oder bevorzugen ein bestimmtes Fesselmaterial. Vielleicht bin ich da etwas aus der Art geschlagen – beides ist mir primär egal, Hauptsache es ist fest und sieht gut aus. Aber natürlich habe ich auch gewisse Vorlieben. So setze ich den klassischen Spreadeagle immer wieder gerne ein, ob an Bettpfosten oder an in den Boden gerammten Pflöcken. Er hat den Vorteil, Begünstigte sehr hilflos und sehr zugänglich zugleich zu machen. Da ist neben dem praktischen der psychologische Effekt nicht zu unterschätzen. Dazu nehme ich Seil oder des Tempos wegen auch Hand- und Fußschellen.

Seil in allen Varianten setze ich ohnehin mit Vorliebe ein; wenn eine gewisse Bewegungsfreiheit erwünscht ist, der Ausbruchssicherheit wegen auch Ketten. Es soll ja nicht sein, dass sich mein Opfer einfach entfesselt. Ansonsten bin ich recht flexibel und nutze alles von dünner Schnur bis zur Palettenfolie. Eine Ausnahme sind Ledermanschetten. Auch wenn die für den/die Trägerin bequem sind – ich finde, sie sehen recht martialisch aus. Natürlich habe ich trotzdem welche in der Spielzeugkiste, man weiß ja nie. Bei Knebeln setze ich schließlich auch einige heftige Varianten ein wie einen Harness Ball Gag oder einen Muzzle Gag, ohne dass ich den Anblick abschreckend finde.

Meine aktuelle Vorliebe ist japanisch inspirierte Bondage, ohne dass ich regelgerechtes Shibari betreibe. Was und womit ich fessele, ist allerdings abhängig von der Tagesform, meiner und meines Gegenübers. Manchmal findet nur ein bisschen Fesseln mit Tüchern statt, manchmal wird es ein ultrakompakter „Brezel“-Hogtie mit Verbindungsseil von den Zehen zum Knebel – nichts für Untrainierte.

Beim Fesseln kommt es mir neben dem Gefühl auch auf die Optik an. Deshalb verräume ich – speziell für Fotos – lose Seilenden, achte auf kompakte Knoten und schaue, dass die Seile schön laufen. Außerdem vermeide ich Materialmix und verwende nach Möglichkeit nur optisch und haptisch zusammenpassendes Fesselmaterial, entweder nur Metall, oder nur Seile, oder nur Gürtel. Ebenso traditionalistisch bin ich bei den Farben und bleibe im Regelfall monochrom oder Ton in Ton. Deshalb mag ich auch mehrfarbige Seile wie Bergsteigerseile nicht so besonders. Die unruhige Oberfläche stört den Gesamteindruck und lenkt den Blick vom Wesentlichen ab. Ganz selten mische ich um eines optischen Effektes willen mehrere Farben. So habe ich einmal für eine Fotosession mit dem Thema „gefesselter Clown“ (eigentlich Clownin *g*) rotes, weißes und blaues Seil zusammen verwendet. Aber ich habe genug Seil der jeweiligen Farbe, um einfarbig arbeiten zu können.

Samstag, 4. August 2007

Mit geschlossenen Augen

Der Seidenschal als Augenbinde gehört schon so sehr zu den normalen Schlafzimmerspielen, dass ihn wohl kaum noch jemand als dem BDSM-Bereich zugehörig empfindet. Prickelnde Abwechslung, ja, aber doch überhaupt nicht mit den sprichwörtlichen Peitschen und Ketten der schwarzen Szene zu vergleichen, oder?

Dabei gehört das Verbinden der Augen zu den interessantesten und wirkungsvollsten Fesselungsvarianten.

Der Mensch ist in erster Linie ein Augentier. Kann er nicht mehr sehen, so ist er auf seine anderen Sinne zurückgeworfen. Beschränkt auf Hören, Riechen, Fühlen und Schmecken nimmt er seine Umgebung ganz anders wahr und entdeckt auch seinen Partner ganz neu. Selbst ohne jede weitere Fessel ist eine Augenbinde alleine schon eine sehr intensive Form von Bondage. Man weiß nicht, ob jemand und wer einen gerade anschaut. Jede Bewegung erfordert Vorsicht und Überlegung. Noch spannender wird es, soll man in diesem Zustand eine Aufgabe ausführen oder will man etwas Alltägliches tun – und sei es nur, den Stuhl heranzuziehen und sich an den Tisch zu setzen.

Eine Augenbinde eröffnet so viele Möglichkeiten für interessante Spiele, als einziges Bondageutensil ebenso wie als Ergänzung zu weniger restriktiven Fesselungen, die dem/der Begünstigten ein gewisses Maß an Bewegungsfreiheit lassen. Natürlich könnte der/die Trägerin die Binde einfach abnehmen. Sofern er oder sie sie nicht freiwillig auflassen will, hilft das Androhen einer Strafe oder in hartnäckigen Fällen ein Schloss an der Schnalle.

In Verbindung mit einer umfassenderen Bondage intensivieren verbundene Augen diese, verstärken das Gefühl der Hilflosigkeit und des Ausgeliefertseins. Ebenso erleichtert es bei der meditativeren Form der Bondage eine Augenbinde, sich fallen zu lassen, weil sie die Umwelt aussperrt. So macht sie eine Fesselung für Begünstigte und häufig auch den Rigger vollständiger. Außerdem erschwert sie ein Entkommen aus der Bondage.

In der Praxis existieren zahlreiche Methoden, das Sehvermögen während eines Spiels einzuschränken. Die Spanne reicht vom Tuch über die Schlafmaske bis hin zur Maske oder Haube aus Leder, Latex oder Lycra aus dem einschlägigen Fachhandel. Gut geeignet sind Mullbinden oder Heftpflaster (eher Leukosilk als Leukoplast), mit Vorsicht eingesetzt auch Klebeband. Bei der Autofahrt oder beim Spaziergang ist eine innen geschwärzte Sonnenbrille mit breiten Seitenstegen eine interessante Alternative. Die ganz luxuriöse Variante schließlich sind opake Kontaktlinsen, die ihre(n) Träger/in absolut blind machen, ohne dass dies von außen sichtbar ist.

Das Geschirr zur Session

… oder wenn man schon beim Frühstück auf einschlägige Ideen kommen will: Die Mahlzeit-Magnaten haben ein paar Geschirrserien mit passenden Motiven im Angebot. Die Serie „Handschellen“ dürfte selbsterklärend sein, die Teile von „Adieu Tristesse“ zieren Neunschwänzige und Schnürkorsage, und bei „Schneewittchen“ wird die Namensgeberin zur Domina, die die Zwerge an der Leine führt. Alle Teile sind einzeln zu kaufen und beliebig kombinierbar. Bei entsprechender Vorliebe kann man ja auch noch die eine oder andere Tasse mit Piercing oder Tattoo von Pure Kahla dazunehmen.